Protokolle der Weisen von Zion
Sergei Nilus, Das Große im Kleinen. Titelillustration der russischen Ausgabe aus dem Jahr 1911, die den Text der Protokolle der Weisen von Zion enthält. Die einzelnen Abbildungen stammen aus Dogme et rituel de la haute magie des französischen Okkultisten Eliphas Lévi: In der Mitte der Antichrist als Wiedergabe der Tarot-Karte „Der Wagen“ zwischen einem mit kabbalistischen Zeichen geschmückten Pentagramm und einem Davidstern, die beide als печать антихриста (dt.: „Siegel des Antichrist“) gekennzeichnet sind. Über diesen dämonischen Zeichen triumphierend das russische Kreuz mit der Parole Сим победиши (dt.: Darin wirst du siegen), das Motto der Schwarzen Hundert.

Die Protokolle der Weisen von Zion sind ein antisemitisches Pamphlet, das eine jüdische Weltverschwörung belegen soll. Es wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von unbekannten Redakteuren auf der Grundlage mehrerer fiktionaler Texte zusammengestellt und gilt als die einflussreichste Programmschrift antisemitischen Verschwörungsdenkens. Trotz mehrfach erbrachter Beweise, dass es sich bei den Protokollen um eine Fälschung handelt, glauben noch heute Antisemiten und Anhänger von Verschwörungstheorien in der ganzen Welt an ihre Authentizität oder Wahrheit.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Die Protokolle wurden als geheime Dokumente einer jüdischen Weltverschwörung ausgegeben. Der betont sachliche, bürokratische Titel sollte Glaubwürdigkeit suggerieren. Tatsächlich handelt es sich um eine Fälschung unter Verwendung älterer, fiktionaler Texte.[1] Der je nach Ausgabe 40 bis 80 Seiten lange Text ist in 24 Abschnitte unterteilt. Jeder entspricht einer angeblichen Sitzung und enthält eine fiktive Rede, die ein jüdischer Führer vor der Versammlung der „Weisen von Zion“ gehalten haben soll.

Der anonyme Sprecher erläutert, wie das angebliche Weltjudentum plane, die Regierungen in den verschiedenen Staaten und damit die Weltherrschaft zu übernehmen, die er als „Gewaltherrschaft“ und „allumfassenden Terror“ beschreibt.[2] Unter anderem führt er aus:

„Unsere Losung ist: Macht und Hinterlist. Nur die Macht erringt den Sieg in staatsrechtlichen Fragen, namentlich, wenn sie sich an solche Persönlichkeiten heranmacht, die etwas im Staate zu sagen haben. Die Gewalt bildet die Grundlage, aber List und Verschlagenheit wirken als Machtmittel für solche Regierungen, die nicht gewillt sind, ihre Krone den Vertretern irgend einer neuen Macht zu Füßen zu legen.“[3]

Die Parole der Französischen Revolution, „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“, sei von den Juden ausgestreut worden, um durch den Druck des Pöbels die wahre Freiheit und die Wohlfahrt des Staates zu zerstören. In der Gegenwart würden sich die Juden den pauperisierten Arbeitern als Befreier präsentieren. Sozialisten, Anarchisten und Kommunisten seien das von ihnen eigens aufgestellte „Heer der jüdischen Freimaurerlogen“, mit dem sie „der Arbeiterschaft einen allgemeinen Menschheitsdienst im brüderlichen Sinne vortäuschen“ würden. In Wahrheit würden die Juden aber dafür sorgen, dass die Arbeiter weiterhin dauerhaft Hunger litten, was diese nachhaltig schwächen und dem Kapital mehr Macht über sie gäbe, als jemals die gesetzliche Macht der Könige dem Adel verleihen konnte.

„Durch Not, Neid und Hass werden wir die Massen lenken und uns ihrer Hände bedienen, um alles zu zermalmen, was sich unseren Plänen entgegenstellt.“[4]

Um ihre Weltherrschaftspläne durchzusetzen, lässt der Text die fiktiven Verschwörer auch vor Kriegen nicht zurückschrecken:

„Sobald ein nichtjüdischer Staat es wagt, uns Widerstand zu leisten, müssen wir in der Lage sein, seine Nachbarn zum Krieg gegen ihn zu veranlassen. Wollen aber auch die Nachbarn gemeinsame Sache mit ihm machen und gegen uns vorgehen, so müssen wir den Weltkrieg entfesseln.“[5]

Der Antisemitismus sei eine Erfindung der Juden selbst. Er diene dem Zweck, „unsere Brüder aus den unteren Schichten zusammenzuhalten“.[6] Die Pressefreiheit sei ebenfalls ihre Erfindung, nicht nur zum Zweck, Reichtum aufzuhäufen, sondern auch um entscheidenden Einfluss auf die Politik der souveränen Nationalstaaten auszuüben:

Zeitungen und Zeitschriften sind die beiden wichtigsten Mittel zur Beherrschung des Geisteslebens. Aus diesem Grunde wird unsere Regierung das Eigentumsrecht der meisten Zeitungen und Zeitschriften erwerben. Sie wird dadurch vor allem den schädlichen Einfluß der nicht amtlichen Presse ausschalten.“[7]

In den abschließenden Abschnitten wird das utopische Weltreich geschildert, das die Weisen von Zion angeblich errichten wollten. Regiert werden solle es von einem absolutistisch regierenden „König aus dem Hause David“. Die Loyalität zu ihm solle durch eine progressive Besitzsteuer und die Abschaffung der Arbeitslosigkeit, vor allem aber durch planmäßige Erziehung des Denkens erreicht werden, weshalb die Lehrfreiheit an den Universitäten aufgehoben werde. Die gesamte Gesellschaft würde mit Spitzeln, Zuträgern und Helfern durchsetzt werden, die bewusst oder unbewusst die Herrschaft der Juden sicherten:

„Wie der indische Götze Wischnu mit hundert Händen abgebildet wird, die seine Allgewalt versinnbildlichen sollen, so werden auch wir über unzählige Hilfskräfte verfügen. […] Unsere Helfershelfer werden den verschiedensten Gesellschaftsschichten angehören: Höhere Verwaltungsbeamte, Verleger, Druckereibesitzer, Buchhändler, Kaufleute, Arbeiter, Dienstboten, Kutscher und viele andere Personen werden unter ihnen zu finden sein.“[8]

Neben das Spitzelnetz und die allgegenwärtige Propaganda trete der Terror:

„Haben wir endlich die volle Herrschaft erlangt, so werden wir dafür zu sorgen wissen, daß gegen uns keinerlei Verschwörungen stattfinden können. Wir werden jeden unbarmherzig hinrichten lassen, der sich mit der Waffe in der Hand gegen uns und unsere Herrschaft auflehnt.“[9]

Ein weiteres Mittel, die Staaten zu kontrollieren, sei der Goldstandard, der eine Verknappung der Zahlungsmittel mit sich bringe und die Regierungen dazu verleite, sich über Staatsanleihen bei den Juden zu verschulden:

„Die Anleihen hängen wie ein Damoklesschwert über dem Haupte der nichtjüdischen Herrscher; statt ihren Bedarf im Wege einer einmaligen außerordentlichen Steuer bei ihren Untertanen zu decken, betteln sie mit flehend erhobenen Händen unsere jüdischen Geldgeber an.“[10]

Für den Fall, dass die Regierungen der Welt diese gigantische Verschwörung entdecken und sich der Macht der Juden entgegenstellen würden, habe man „ein letztes, fürchterliches Mittel in der Hand, vor dem selbst die tapfersten Herzen erzittern sollen“: Gemeint sind Untergrundbahnen, die zur Zeit der Abfassung der Protokolle gerade in London und Paris gebaut wurden:

„Bald werden alle Hauptstädte der Welt von Stollen der Untergrundbahnen durchzogen sein. Von diesen Stollen aus werden wir im Falle der Gefahr für uns die ganzen Städte mit Staatsleitungen, Ämtern, Urkundensammlungen und den Nichtjuden mit ihrem Hab und Gut in die Luft sprengen.“[11]

Entstehung

Verfasser

Wer die eigentlichen Fälscher der Protokolle waren, ist nicht gesichert. Weit verbreitet ist die Ansicht, dass sie in den Kreisen der zaristischen Geheimpolizei Ochrana zu suchen sind. Namentlich Pjotr Iwanowitsch Ratschkowski (1853–1910), der von 1885 bis 1902 deren in Paris ansässige Abteilung für Auslandsfragen leitete, und sein Assistent Matwei Golowinski (1865–1920) werden häufig als Verfasser der Protokolle genannt: Sie hätten den Text zur Zeit der Dreyfus-Affäre in französischer Sprache fabriziert, um damit Zar Nikolaus II. von der Schädlichkeit des Liberalismus zu überzeugen.[12][13][14][15] Der schottische Historiker James Webb sieht dagegen die russische Okkultistin Yuliana Glinka, die in Paris in Kontakt mit Ratschkowski stand, als verantwortlich für den Text an.[16]

Nach dem deutschen Historiker Michael Hagemeister gehen diese Versionen auf zwei Quellen zurück: Zum einen auf die polnische Fürstin Catherine Radziwill (1858-1941), die 1921 aus ihrem New Yorker Exil aus verbreitete, Golowinski habe ihr 1904/1905 in Paris das französische Original der Protokolle gezeigt, das er in Ratschkowskis Auftrag angefertigt habe.[17] Auf sie stützte sich zum anderen der französische Graf Alexandre du Chayla (1885–1945) in seinen ebenfalls 1921 erschienenen Erinnerungen an einen der ersten Herausgeber der Protokolle, Sergei Nilus (1862-1929), mit dem er nach seiner Bekehrung zum orthodoxen Christentum in engem Kontakt gestanden hatte. Chayla trat später auch als Zeuge im Berner Prozess auf.[18] Hagemeister bezweifelt die Glaubwürdigkeit dieser Quellen und vertritt unter anderem wegen mehrerer Ukrainismen im Text die These, dass die Fälschung von rechtsgerichteten Adligen aus Südrussland fabriziert oder zumindest redigiert wurde.[19]

Der italienische Literaturwissenschaftler Cesare G. De Michelis kommt bei seinen textkritischen Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass die älteste gedruckte russische Version, die bereits 1903 erschien, keine Übersetzung aus dem Französischen sei, sondern auf eine Urfassung zurückgehe, die von russischen Rechtsradikalen kurz zuvor in Sankt Petersburg zusammengeschrieben wurde.[20]

Benutztes literarisches Material

Die Fälscher nutzten über weite Strecken als Vorlage die satirische Schrift Dialogue aux enfers entre Machiavel et Montesquieu („Gespräche in der Unterwelt zwischen Machiavelli und Montesquieu“) des Franzosen Maurice Joly, die 1864 anonym in Brüssel erschien.[21] In der literarischen Tradition der Totengespräche lässt der Verfasser den französischen Aufklärer mit dem italienischen Renaissance-Philosphen streiten. Dabei wird letzterem die zynische Verteidigung einer moralfreien politischen Tyrannei in dem Mund gelegt. In dem fiktiven Dialog spielen Juden keinerlei Rolle, vielmehr attackiert Joly über die Figur des Machiavelli den französischen Kaiser Napoléon III., der nach seinem Staatsstreich 1851 die Bürgerrechte und den Rechtstaat in Frankreich zunehmend aushöhlte. 40 Prozent des Texts der Protokolle sind wörtlich aus Jolys Satire entnommen.[22] Joly nahm, wie der Medienwissenschaftler Umberto Eco in einer Untersuchung zu den Protokollen zeigte, ihrerseits Anleihen bei populären französischen Unterhaltungsromanen des 19. Jahrhunderts, namentlich bei Alexandre Dumas‘ Joseph Balsamo von 1846 sowie bei Eugène Sues Le Juif errant („Der ewige Jude“) aus dem Jahr 1845 und Les Mystères du Peuple („Die Geheimnisse des Volkes“) aus dem Jahr 1856 - hier waren die Welteroberungspläne den Jesuiten in den Mund gelegt worden.[23]

Bei der Ausformung des Textes der Protokolle spielte auch der 1868 erschienene Kolportageroman Biarritz des deutschen Schriftstellers Hermann Goedsche eine Rolle. Darin wird eine Versammlung auf dem Friedhof von Prag geschildert, auf der Vertreter der zwölf Stämme Israels die Fortschritte bei dem Plan zur Eroberung der Welt besprechen: Staatsverschuldung, jüdischer Grundbesitz, Proletarisierung der Handwerker, Schwächung der christlichen Kirchen, des Militärs und der Moral, Förderung von Revolutionen sowie Eroberung der Presse, des Handels, des öffentlichen Dienstes und des Kulturlebens - das sei der wahre Gehalt des jüdischen Geheimwissens, der Kabbala. Diese Szene erschien 1876 erneut in einer russischen Schrift, die die bei Goedsche noch fiktive Geschichte nun als Tatsachenbericht darstellt. Ein Jahr später tauchten die Reden in Deutschland, Frankreich und Österreich auf. Teilweise wurden die Reden einer einzigen Person zugeschrieben und als „Die Rede des Rabbiners“ wiederveröffentlicht. 1881 druckte die rechtskatholische Zeitung Le Contemporain in Frankreich die Geschichte etwas verändert ab, indem die zwölf Reden zu einer einzigen zusammengefasst wurden. Le Contemporain gab an, den „Bericht“ aus einem bald erscheinenden Buch des englischen Diplomaten „Sir John Readcliff“ übernommen zu haben; dieser Name war aber nur das Pseudonym, unter dem Goedsche seinen Roman veröffentlicht hatte. Die Vorstellung, es gebe einen Rat der Vertreter alle Juden der Welt, geht dabei auf den von Napoleon 1806 einberufenen Sanhedrin zurück, der bereits im 19. Jahrhundert ein Anknüpfungspunkt für antisemitische Verschwörungstheorien war.[24][25]

Erste Veröffentlichungen

Die älteste Fassung der Protokolle erschien vom 26. August bis zum 7. September 1903 in neun Folgen in der rechtsextremen St. Petersburger Zeitung Znamia (russisch: „Banner“) unter dem Titel „Das jüdische Programm zur Welteroberung“. Der Herausgeber Pavel Alexandrowitsch Kruschewan (1860-1909), der anonym blieb, behauptete, es handele sich um authentische „Sitzungsprotokolle der Weltallianz der Freimaurer und der Weisen von Zion“, die in Frankreich angefertigt worden seien. Dort befänden sich auch die „Geheimarchive der Zentralkanzlei von Zion“, dessen Vertreter indes nicht mit der zionistischen Bewegung verwechselt werden dürften.[26] 1904 druckte der polnische Antisemit Hipolit Lutostański einen Teil des russischen Textes ebenfalls als angebliche Übersetzung aus dem Französischen im zweiten Band seines Werks Talmud i evrei („Der Talmud und die Juden“) ab.[27]

1905, im Jahr der ersten Russischen Revolution folgten weitere Editionen in Moskau und in St. Petersburg, die die Ereignisse zu erklären versuchten. Der Journalist Georgi Wassilewitsch Butmi (1856-1919) vom orthodox-nationalistischen Bund des russischen Volkes folgte in seiner Edition, die er unter wechselnden Titeln mehrfach herausgab, weitgehend der Herkunftslegende der Znamia, nur gab er nun auch ein Datum an: Am 9. Dezember 1901 sei der Text aus dem Französischen übersetzt worden. In der Ausgabe von 1907 gab er zudem an, er entstamme den Akten einer „Freimaurerloge des ägyptischen Ritus“ Mizraim (gemeint ist wohl der Memphis-Misraïm-Ritus), die vor allem von Juden besucht würde, und rückte ihn in die geistige Nähe zum Zionismus.[28]

Die Version, die schließlich weltweit verbreitet wurde, erschien gleichfalls 1905 in der zweiten Ausgabe eines apokalyptischen Werkes des religiösen Schriftstellers Sergei Nilus (1862–1929), Das Große im Kleinen, oder die Ankunft des Antichrist und die herannahende Herrschaft des Teufels auf der Erde. Darin malte er in Anlehnung an den 2. Thessalonicherbrief eine endzeitliche Verschwörung der „Kirche des Satans“ gegen das Christentum aus, die im Wesentlichen aus der „jüdischen Freimaurerei“ bestehen würde. Angeblich mehrten sich schon die Vorzeichen, weswegen bald der falsche Messias der Juden erscheinen würde, der Antichrist, der wiederum der Wiederkunft Jesu Christi vorangehe. Den Juden war in dieser dualistischen Sicht die Rolle der Widersacher Gottes zugewiesen, die – ganz gegen ihre Absicht – den heilsgeschichtlichen Prozess vorantreiben und sich kurz vor dem Ende der Zeit doch noch zum Christentum bekehren würden. Das von Pseudo-Paulus in 2 Thess 2,7 LUTH erwähnte „Geheimnis der Bosheit“ sei die jahrtausendealte Verschwörung der Juden, von der Nilus in einem späteren Werk behauptete, sie gehe auf den König Salomo zurück.[29] Als zwölftes Kapitel hatte er daher einen erweiterten Text der Protokolle in sein Buch eingefügt. Das Werk erlebte bis 1917 unter veränderten Titeln zwei Neuauflagen und wurde 15.000 Mal gedruckt. In der vierten Auflage 1917 behauptete Nilus, es sei ihm zugetragen worden, dass der Verfasser der Protokolle Theodor Herzl, der Gründer der zionistischen Bewegung, sei. Er habe die protokollierte Rede auf dem Ersten zionistischen Weltkongress gehalten, der im August 1897 in Basel stattfand.[30]

Wie groß das Aufsehen war, das die Protokolle bei ihrem Erscheinen erregten, ist unklar: Einerseits wurden sie in Moskau von den Kanzeln verlesen,[31] andererseits lassen sich keine Reaktionen nachweisen, weder in der übrigen antisemitischen Publizistik noch etwa in Pogromen.[32] In den folgenden Jahren interessierten sich nur wenige Menschen für den Text, der zunehmend als Verschwörungstheorie durchschaut wurde. Das änderte sich mit der russischen Oktoberrevolution 1917 und dem anschließenden Bürgerkrieg, als die konterrevolutionären „Weißen“ die Protokolle zum Verständnis des ihnen sonst unbegreiflichen Geschehens heranzogen.[33] Es wurde das Gerücht verbreitet, die Zarin Alexandra Fjodorowna habe vor ihrer Ermordung drei Bücher bei sich gehabt: die Bibel, Tolstois Krieg und Frieden und die Protokolle der Weisen von Zion. Von radikal antibolschewistischen Emigranten wie Fjodor Winberg (1868 –1927) oder dem Baltendeutschen Alfred Rosenberg wurden sie nach West- und Mitteleuropa gebracht, weil man hoffte, mit ihnen Unterstützung gegen die angeblich jüdischen Bolschewiki organisieren zu können.[34] In der Folge erschienen in vielen Ländern Editionen der Protokolle, die in ihrer Textgestalt und ihrer Kommentierung zum Teil deutlich voneinander und von der russischen Vorlage abwichen. Von nun an wurden sie nicht mehr als religiöse Warnung vor dem Bösen der Endzeit, sondern als politische Analyse der jeweiligen Gegenwart gelesen.

Titelseite des Dearborn Independent vom 22. Mai 1920. Mit dieser Ausgabe begann die Zeitung mit dem Abdruck und der Kommentierung der Protokolle der Weisen und Zion

Die erste nichtrussische Fassung basierte auf Nilus' zweiter Auflage von 1911. Sie wurde im Januar 1920 von Ludwig Müller von Hausen, dem Gründer und Vorsitzenden des Verbandes gegen die Überhebung des Judentums, unter dem Pseudonym Gottfried zur Beek vorgelegt, der in Berlin intensive Kontakte zu rechtsextremen russischen Emigranten pflegte.[35] In seiner Einleitung schmückte er die Legende, wonach die Protokolle 1897 auf dem Basler Zionistenkongress entstanden wären, aus: Angeblich habe ein „Späher“ der russischen Regierung einen jüdischen Gesandten bestochen, der die Protokolle zur angeblich jüdischen Freimaurerloge „Zur aufgehenden Morgenröte“ nach Frankfurt am Main bringen sollte, und so Gelegenheit erhalten, sie in einer Nacht abzuschreiben – daher ihr fragmentarischer Charakter. Dieser Text sei dann an Nilus gesandt worden, der sie 1901 ins Russische übersetzt haben soll. Die Ausgabe von Müller von Hausen / zur Beek brachte es allein bis 1938 auf 22 Auflagen.[36][37] Der Nationalsozialist Alfred Rosenberg legte eine Teilveröffentlichung im Völkischen Beobachter sowie 1923 eine ausführlich kommentierte Ausgabe vor.[38] Sie wurde ein publizistischer Erfolg und erlebte 1924, 1933, 1938 und 1941 Neuauflagen. 1927 erschien seine Schrift „Der Weltverschwörerkongreß zu Basel“, in dem er sich Nilus‘ These zu eigen machte, wonach die Protokolle die geheimen Beschlüsse des Zionistenkongress des Jahres 1897 enthielten.[39]

1924 erschien dann eine angebliche „Übersetzung aus dem Englischen nach dem im Britischen Museum befindlichen Original“ von Theodor Fritsch unter dem Titel Die Zionistischen Protokolle. Das Programm der internationalen Geheimregierung.[40]

Die englische Übersetzung der Protokolle unter dem Titel The Jewish Peril kam Anfang 1920 auf den britischen Markt. Die konservative Morning Post veröffentlichte im selben Jahr unter dem Titel The Cause of World Unrest eine Textsammlung zu den Protokollen, ließ aber deren Echtheit als offene Frage erscheinen. In den Vereinigten Staaten gab der Industrielle Henry Ford eine Zusammenfassung mehrerer Artikel aus seiner Zeitung The Dearborn Independent unter dem Titel The International Jew: The World’s Foremost Problem (deutsch: Der internationale Jude) heraus, die den Text der Protokolle mit einer ausführlichen Kommentierung bot. Die Publikation wurde in 16 Sprachen übertragen. Damit trug Ford, der sich seit einem Rechtstreit 1927 von den Protokollen distanzierte, zu ihrer weltweiten Verbreitung bei. Übersetzungen seines Buches erschienen in Frankreich, Norwegen, Dänemark, Polen, Bulgarien, Italien, Griechenland und erreichten schließlich auch Japan und China.

Zur Verbreitung der Protokolle in Frankreich trug die amerikanische antisemitische Publizistin Leslie Fry (alias Paquita Louise de Shishmareff, 1872-1970) bei. In einem Zeitungsartikel stellte sie 1921 die Behauptung auf, Verfasser der Protokolle wäre in Wahrheit der kulturzionistische Publizist Ascher Ginzberg. Er habe sie um 1890 in Odessa in hebräischer Sprache für seinen Geheimbund Bnei Moshe (Söhne des Mose) verfasst. Eine französische Übersetzung des Textes sei an die Alliance Israélite Universelle, eine international tätige jüdische Kulturorganisation, und von dort 1897 zum Basler Kongress gegangen, von wo Nilus‘ Abschrift stamme.[41]

Aufdeckung der Fälschung

Ausschnitt aus der Londoner Times vom 16. August 1921 mit einem Artikel von Philip Graves

Die Times hatte das Buch zunächst sehr zustimmend rezensiert. Im August 1921 veröffentlichte ihr langjähriger Korrespondent in Istanbul, Philip Graves eine Serie von Artikeln, in denen er erstmals nachwies, dass die Protokolle ein Plagiat darstellten: Sie waren über weite Strecken von Jolys Buch aus dem Jahre 1864 abgeschrieben, und das auch noch auf eine ungeschickte und leicht zu durchschauende Weise. Damit war bewiesen, dass es sich um eine Fälschung handelte – Fälschung nicht in dem Sinne, dass ein real existierendes Dokument verfälscht worden wäre, denn ein solches Dokument hatte es ja nie gegeben. Graves wies vielmehr nach, dass der gesamte Text eine böswillige Erfindung war, mit der die Juden und namentlich die Bundisten für die Rolle, die sie in der Russischen Revolution von 1905 gespielt hatten, schlechtgemacht werden sollten.[42]

Publizität erlangte der Charakter der Protokolle als Fälschung im Berner Prozess, der im Oktober 1934 und von April bis Mai 1935 geführt wurde. Darin ging es um eine Strafanzeige des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds und der Israelitischen Kultusgemeinde Bern gegen fünf Mitglieder der Nationalsozialistischen Eidgenössischen Arbeiterpartei bzw. der Nationalen Front, die antisemitisches Propagandamaterial verbreitet hatten, darunter auch die Protokolle der Weisen von Zion in der Ausgabe von Theodor Fritsch. Das Verfahren zog sich hin, unter anderem weil beide Seiten Gutachter aus dem Ausland hinzuzogen. Mehrere Teilnehmer und Beobachter des Ersten Zionistischen Weltkongresses 1897 sagten aus, dass es dort einzig um die Schaffung einer gesicherten Heimstätte für Juden in Palästina gegangen war und alle Beratungen öffentlich stattgefunden hatten. Irgendwelche Geheimprotokolle konnte es daher nicht geben. Der deutsche Sachverständige, der Nationalsozialist Ulrich Fleischhauer (1876-1960) erklärte daraufhin Nilus‘ Herkunftslegende kurzerhand für irrig und behauptete, parallel zum Zionistenkongress hätten im August 1897 ein „Kongress des Ordens B’nai B’rith und jüdischer Hochgradlogen“ stattgefunden, auf dem die Protokolle beschlossen worden seien.[43] Das Gericht ließ sich von dieser unbewiesenen Behauptung nicht täuschen und stellte am 14. Mai 1935 in seiner Urteilsbegründung fest:

„Irgend ein Beweis dafür, dass die sog. Protokolle, wie sie in der Broschüre Fritsch enthalten sind, irgendwo und irgendwann von einem oder mehreren Juden im Auftrag einer geheimen jüdischen Weltregierung ausgearbeitet, vorgetragen, beraten worden sind, ist nicht erbracht worden.“

Die Protokolle seien ein Plagiat von Joly und zudem Schundliteratur. Daher verurteilte es zwei der Angeklagten in erster Instanz wegen Verstoßes gegen Artikel 14 des Gesetzes über das Lichtspielwesen und Massnahmen gegen die Schundliteratur[44] zu symbolischen Geldstrafen und einer teilweisen Übernahme der Gerichtskosten.[45] In einem Berufungsverfahren wurde das Urteil im November 1937 von einer höheren Instanz aufgehoben, weil der Begriff Schundliteratur auf politische Literatur nicht anwendbar sei. Die Tatsache, dass die Protokolle eine Fälschung sind, zog das Gericht aber nicht in Zweifel, die Zahlung von Schadenersatz wurde den Beklagten mit der Begründung verweigert: „Wer aber solche Hetzartikel gemeinster Sorte in Verkehr bringt, muss die ihm daraus entstehenden Kosten selber tragen.“[46] Die Aufdeckung der Fälschung blieb weitgehend folgenlos. Die Anhänger der Protokolle behaupteten nun einfach, Maurice Joly wäre ein Jude gewesen und hätte in Wahrheit „Moses Joel“ geheißen. Insofern widerlege seine Satire aus dem Jahr 1864 die Authentizität der Protokolle nicht, sondern bestärke sie. Dass im Dialogue aux enfers … von den Juden überhaupt keine Rede war, sondern es einzig um Napoleon III. ging, focht sie dabei nicht an. In der Folgezeit fanden Fleischhauers Mitarbeiter in der nationalsozialistischen Zeitschrift Welt-Dienst immer neue Parallelen zwischen den Werken Jolys und Herzls, die sie als Bestätigung ihrer ursprünglichen Überzeugen anführten.[47]

Rezeption

Völkische Bewegung und Nationalsozialismus

Der Stürmer von Julius Streicher

Konstantin von Gebsattel, der geheime Oberleiter des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes, dem die Protokolle bereits Anfang März 1919 vorlagen, äußerte sich zu ihnen in einem Brief an Heinrich Claß: „Ob es eine Fälschung ist oder nicht – jedenfalls entspricht es der Wirklichkeit.“[48] Mit der Wirkung der Protokolle werden Morde und Mordanschläge in der Weimarer Republik in Zusammenhang gebracht. So wurde 1922 in Berlin ein Mordanschlag auf den wichtigsten Führer der russischen Emigranten, den Historiker Pawel Nikolajewitsch Miljukow, ausgeübt. Die Mörder Pjotr Nikolajewitsch Schabelski-Bork und Fjodor Wiktorowitsch Winberg verfehlten ihn, töteten aber Wladimir Dmitrijewitsch Nabokow, der Miljukow schützte. Spektakulärer war im Juni desselben Jahres der Mord an Walther Rathenau. Seine Mörder handelten unter dem direkten Einfluss der Protokolle. Rathenau war ein Hauptziel der antisemitischen Agitation gewesen und galt als „einer der 300 Weisen von Zion“, die mit ihm an die Macht gelangt seien.[49]

Adolf Hitler bezog sich in Mein Kampf zustimmend auf die Protokolle:

„Wie sehr das ganze Dasein dieses Volkes auf einer fortlaufenden Lüge beruht, wird in unvergleichlicher Art in den von den Juden so unendlich gehaßten „Protokollen der Weisen von Zion“ gezeigt. Sie sollen auf einer Fälschung beruhen, stöhnt immer wieder die „Frankfurter Zeitung“ in die Welt hinaus: der beste Beweis dafür, daß sie echt sind. Was viele Juden unbewußt tun mögen, ist hier bewußt klargelegt. Darauf aber kommt es an. Es ist ganz gleich, aus wessen Judenkopf diese Enthüllungen stammen, maßgebend aber ist, daß sie mit geradezu grauenerregender Sicherheit das Wesen und die Tätigkeit des Judenvolkes aufdecken und in ihren inneren Zusammenhängen sowie den letzten Schlußzielen darlegen.“[50]

In seinen späteren Reden kam Hitler nur selten explizit auf die Protokolle zurück. 13. Mai 1943 unterhielt er sich mit Joseph Goebbels, der sie für weiterhin aktuell und sehr brauchbar für die Propaganda erklärte, aber die Frage offen ließ, ob sie echt oder „von einem genialen Zeitkritiker erfunden“ seien.[51] Hitler äußerte sich von ihrer „absoluten Echtheit“ überzeugt und meinte, dass sie das immer gleiche Wesen der Juden zeigen würden: „Es bleibt also den modernen Völkern nichts anderes übrig, als die Juden auszurotten.“[52] Auch Julius Streicher pries sie in seinem Propagandablatt Der Stürmer. Bis Ende der 1930er Jahre wurden die Protokolle im nationalsozialistischen Deutschland in großen Auflagenzahlen immer wieder aufgelegt.[53]

Ob die Nationalsozialisten wirklich an die Authentizität der Protokolle glaubten oder sie nur wider besseres Wissen als Propaganda benutzten, ist in der Forschung umstritten. Der amerikanische Publizist Walter Laqueur glaubt, dass die nationalsozialistische Führung von Hass und Verachtung gegenüber dem Judentum motiviert war, nicht aber durch Furcht vor einer Verschwörung, wie sie die Protokolle ausmalen.[54] Der deutsche Historiker Johannes Rogalla von Bieberstein belegt, dass Zweifel an der Echtheit der Protokolle im Judenreferat des Reichssicherheitshauptamts verbreitet waren.[55] Der britische Historiker Norman Cohn sieht dagegen in Hitler sowohl einen zynischen Taktiker der Macht, der gleichwelche Überzeugung in seine Propaganda einband, wenn sie nur seiner Macht diente, als auch den „Getriebenen, der besessen war von Fantasien über die jüdische Weltverschwörung“. Wer von beiden in Hitler gerade aktiv präsent gewesen sei, lasse sich nicht unterscheiden.[56] Der amerikanische Politikwissenschaftler Daniel Pipes ist überzeugt, dass Hitler, wenn auch nicht in allen Einzelheiten, so doch in großen Zügen von den Verschwörungstheorien überzeugt war, „nach denen [er] politisch handelte und unter deren entsetzlicher Konsequenz die Welt zu leiden hatte.“[57]

Anti-illuminatische und esoterische Verschwörungstheorien

Die englische Publizistin Nesta Webster zog in ihrem 1921 erschienenen Werk World Revolution. The Plot against Civilization (zu dt. etwa: „Weltrevolution. Die Verschwörung gegen die Zivilisation“) Parallelen zwischen den Komplotten der „Weisen von Zion“ und denen der Illuminaten, einer 1785 aufgelösten deutschen Geheimgesellschaft, die ihrer Meinung nach hinter der Französischen und allen anderen Revolutionen weltweit stecken würde. Diese Deutungstradition ist bis in die Gegenwart unter Verschwörungstheoretikern verbreitet: Der kanadische Autor William Guy Carr spann den Gedanken 1957 in seinem Buch The Red Fog Over America (übersetzt etwa: „Der rote Nebel über Amerika“) fort und behauptete, Nilus habe, indem er die Juden als Weltverschwörer bezeichnete und so den Verdacht von den Illuminaten ablenkte, diesen direkt in die Hände gespielt. Ähnliches behauptet Milton William Cooper in seinem 1991 erschienenen Buch Behold a Pale Horse, in dem er den vollständigen Text der Protokolle wiedergibt, aber darauf hinweist, man müsse das Wort „Juden“ jedesmal durch „Illuminaten“ ersetzen.[58]

In dem 1982 erschienenen Bestseller Der Heilige Gral und seine Erben deuten die Autoren Henry Lincoln, Michael Baigent und Richard Leigh die Protokolle esoterisch um: Ihrer Ansicht nach geht es um eine jahrhundertealte Verschwörung mit dem Ziel, die Merowinger zurück an die Macht zu bringen, für die sie eine direkter Abstammung von Jesus von Nazareth konstruieren. Auch sei gar nicht Zion gemeint, sondern die 1956 gegründete, angeblich aber viel ältere Prieuré de Sion.[59]

Das dreibändige Werk Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert von Jan van Helsing (Pseudonym des Deutschen Jan Udo Holey) verbreitete bis zur Beschlagnahme der ersten zwei Bände 1996 ebenfalls die Protokolle in esoterisch-okkultistischer Interpretation. Daneben listete er nahezu alle vermeintlichen Übeltäter aus rechtsextremistischen Verschwörungstheorien wieder auf: die Illuminaten, Freimaurer, Außerirdische etc. In dieser geschichtsrevisionistischen Darstellung erscheint Hitler als Marionette der „Weisen von Zion“. Juden seien somit am Holocaust selbst schuld. Ebenso führt der esoterische Autor Stefan Erdmann die Textsammlung als Beleg für eine angestrebte „Neue Weltordnung“ an und behauptet in seinem 2005 in Holeys Verlag erschienenen Buch Geheimakte Bundeslade. Das größte Geheimnis der Menschheit, sie seien „unzweifelhaft“ „bereits zu großen Teilen umgesetzt“.

Heutiges Westeuropa und USA

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind die Protokolle in West- und Mitteleuropa weitgehend aus dem öffentlichen Blickfeld verschwunden. Nur noch wenige Verschwörungstheoriker und Antisemiten berufen sich auf die Protokolle, wie etwa Horst Mahler. In Deutschland wird ihre Verbreitung als Volksverhetzung strafrechtlich verfolgt, im Jahr 2001 wurden sie durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert.

Der wegen seiner Holocaustleugnung berüchtigte Bischof der Piusbruderschaft, Richard Williamson, beruft sich in seinen Predigten und Rundschreiben seit Jahrzehnten auf die Protokolle, die er als „gottgesandt“ bezeichnet. Auch andere Vertreter der Piusbruderschaft, darunter ihr Gründer, der verstorbene Erzbischof Marcel Lefebvre, benutzten gerne das Konzept einer „jüdisch-freimaurerisch-atheistischen“ Weltverschwörung.[60] Ähnliches vertritt der rechtsextreme sedisvakantistisch-katholische Theologe Johannes Rothkranz in seinem Buch Die Protokolle der Weisen von Zion – erfüllt!.[61]

In den Vereinigten Staaten sorgten in den 1970er Jahren die rechtsextremen Gruppierungen National States’ Rights Party und California Noontide Press für den Vertrieb der Verschwörungstheorie. Von Vertretern der rechtsextremen Milizen werden sie heute ebenso propagiert wie von Anhängern der Nation of Islam.[62] Wal-Mart, das umsatzstärkste Unternehmen der Welt, vertrieb die Protokolle in den USA bis ins Jahr 2004.[63]

Russland

Im postsowjetischen Russland wird das Andenken an Sergej Nilus gepflegt, er gilt in kirchlichen und patriotischen Kreisen als Kultfigur. Seine Büchervor allem die, die die Protokolle enthalten, finden breite Käuferschichten. In einer Anthologie apokalyptischer und antisemitischer Schriften mit dem Titel Россия перед вторым пришествием (dt.: „Russland vor der zweiten Ankunft“), die von Auflage zu Auflage erweitert wird und mittlerweile zweibändig erscheint, sind auch die Protokolle der Weisen von Zion zu finden. Die Startauflage betrug 1993 100.000 Stück, das Buch ist ein Bestseller und wird auch in Raubdrucken verbreitet. Auch in der bildenden Kunst werden die Protokolle und ihre Symbolsprache verwendet und als bekannt vorausgesetzt: Der populäre Maler Ilja Glasunow stellt in seinem 1990 entstandenen Monumentalgemälde „Das große Experiment“ die blutige Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert dar; exakt in den Mittelpunkt des Bildes, zwischen die Köpfe von Marx, Lenin und Stalin, platziert er den mit kabbalistischen Zeichen geschmückten Pentagramm, wie er auch auf Nilus‘ Ausgabe der Protokolle aus dem Jahr 1911 zu sehen ist. Damit deutet er an, dass Marx und die Bolschewiki Agenten einer jüdischen Verschwörung seien.[64][65]

Arabische Welt und Islam

1938 wurden auf einer Islamischen Parlamentarierkonferenz zugunsten Palästinas der Muslimbrüder arabische Übersetzungen der Protokolle und von Hitlers Mein Kampf verteilt, womit die Karriere dieser Schriften im islamisch geprägten Raum begann. Seitdem hat sich der Glaube an das jüdische Welteroberungsprogramm in den arabischen und islamischen Ländern verbreitet, wo die Entlarvung der Protokolle bisher kaum bekannt ist.[66] Bis 1970 wurden mindestens neun Ausgaben der Protokolle in der arabischen Welt gedruckt. Heute schätzt man ihre Zahl auf mindestens sechzig, wobei eine Auflage im Verlag Tlass Books des ehemaligen syrischen Verteidigungsministers Mustafa Tlass herausgegeben wurde. Sie kursieren auch im Internet.

König Faisal von Saudi-Arabien verschenkte die Protokolle verschiedentlich an Staatsgäste wie etwa Henry Kissinger, Aldo Moro oder den französischen Außenminister Michel Jobert.[67]

In Ägypten wurde 2002 eine Fernsehserie ausgestrahlt, die auf den Protokollen beruhte; 2004 folgte ein libanesischer, Hisbollah-naher Sender. Aus arabischen Ländern stammende fremdsprachige Ausgaben wurden für das Ausland gedruckt, unter anderem für Schwarzafrika und Länder, in denen israelische Entwicklungshelfer tätig waren. Sie erlebten dabei zahlreiche Bearbeitungen: ein arabischer Publizist beschrieb sie als Protokolle einer „zionistischen Geheimversammlung“, die 1954 in Budapest stattgefunden habe; ein anderer als Protokolle des Ersten Zionistischen Weltkongresses 1897 in Basel.[68]

Ebenfalls als Beschlüsse des ersten Zionistenkongresses in Basel wurden die Protokolle in einem 2004 neu von der Palästinensische Autonomiebehörde herausgegebenen Geschichtsbuch für das zehnte Schuljahr dargestellt.[69] Nach internationalen Protesten musste eine Neuauflage ohne den Hinweis auf die Protokolle aufgelegt werden.[70]

Die Hamas beruft sich in Artikel 32 ihrer Charta auf die Protokolle:[71]

“Their plan is embodied in the ‘Protocols of the Elders of Zion’, and their present conduct is the best proof of what we are saying.”

„Ihr Plan [der Plan der Zionisten] ist in den ‚Protokollen der Weisen von Zion‘ verkörpert, und ihr gegenwärtiges Verhalten ist der beste Beweis für das, was wir sagen.“

Auf der Frankfurter Buchmesse 2005 wurden am Stand des Iran die Protokolle in einer von der staatlichen Islamic Propaganda Organisation herausgegebenen Fassung unter dem Titel „Jewish Conspiracy“ zum Verkauf angeboten, ohne dass Messeleitung oder Polizei einschritten.

Ein Palästinenser, Muhsen al-Antabawi, hat im Namen einer kuwaitischen Studentenorganisation eine Schrift mit dem Titel Warum wir jeden Frieden mit den Juden ablehnen verfasst, die im arabischen Raum weit verbreitet ist. Darin ist die Rede vom „Juden“ (jahud) schlechthin, es wird nicht zwischen Juden und Israelis differenziert. Es heißt: Mit den Juden kann es weder Frieden noch Versöhnung geben … Die Rolle des Weltjudentums in der Verbreitung des Sittenverfalls ist wohl bekannt… Die Juden kontrollieren mehr als 80 Prozent der US-Medien … die in den Zion-Protokollen festgehaltenen Pläne sind ebenso bekannt: Die Juden planen die Beherrschung der Welt und deshalb zerstören sie die Moral und bemächtigen sich der Wirtschaft der einflussreichen Länder und der Medien.[72] Al-Antabawi propagiert zur Lösung des Palästinaproblems eine „Kombination von Koran und Gewehr“; Frieden mit Israel widerspreche der Scharia.

Andere Länder

Die Protokolle der Weisen von Zion tauchten Mitte der 1990er Jahre auch in Osteuropa wieder auf und wurden zuvor in Afrika, Südamerika und Japan veröffentlicht. Dort waren sie bereits in den 1930er Jahren zur Zeit des Antikominternpakts und des Krieges gegen China Staatsdoktrin gewesen. Für eine Neuauflage unter dem Titel: Greift euch Japan, den letzten Feind! Die jüdischen Protokolle zur Beherrschung der Welt wurde 1993 intensiv Werbung gemacht, das Buch wurde ein Bestseller. Für Daniel Pipes ein Indiz, dass Antisemitismus auch in Ländern ohne jüdische Minderheit erfolgreich sein kann.[73]

Wissenschaftliche Deutungen

In der wissenschaftlichen Forschung herrscht Konsens, dass es sich bei den Protokollen der Weisen von Zion um einen fiktionalen Text handelt, der in keiner Weise reale Verhältnisse beschreibt.

Der Politikwissenschaftlerin Hannah Arendt fiel in ihrer 1951 erschienenen Studie Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft auf, dass die in den Protokollen beschriebene Utopie eines totalen Staates den real existierenden totalitären Regimen ähnlich sehe. Auch ähnele die in den Protokollen beschriebene Arbeit einer konspirativen Geheimgesellschaft stark der einer Geheimpolizei. Daher kam sie zu der These, dass die Protokolle nicht nur das Motiv, sondern auch ein Modell für Hitlers Praxis der Machteroberung und Herrschaftsausübung geliefert hätten:

„Die Nazis begannen mit ihrer ideologischen Fiktion einer Weltverschwörung und organisierten sich mehr oder weniger bewußt nach dem Modell der fiktiven Geheimgesellschaft der Weisen von Zion.“[74]

Eine erste Monographie zu den Protokollen legte der Norman Cohn 1967 unter dem Titel Warrant for Genocide (übersetzt etwa „Ermächtigung zum Völkermord“) vor. Er sah in ihnen eine Rückkehr des dämonologischen Antijudaismus des Mittelalters. Die in den Protokollen verbreitete Verschwörungstheorie habe eine bedeutende Motivation für den Holocaust dargestellt.[75]

Der italienische Medienwissenschaftler Umberto Eco glaubt, dass die Spuren weit verbreiter Erfolgsromane, die er in den Protokollen nachweisen kann, wirkungsgeschichtlich dazu beitrugen, dass diese glaubwürdig erschienen: Der Leser habe in ihnen Vorstellungen und Klischees wiedergefunden, die ihm längst vertraut gewesen seien.[76]

Der amerikanische Politikwissenschaftler Daniel Pipes sieht den Schlüssel für die Breitenwirkung des Buches in der Widersprüchlichkeit und der mangelnden Konkretheit des Inhalts. Namen, Daten oder bestimmbare einzelne Fakten würden nicht genannt, so widersprüchliche Phänomene wie Philo- und Antisemitismus, wie Kapitalismus und Sozialismus, wie Demokratie und Tyrannei würden als Werkzeuge der jüdischen Verschwörung hingestellt, sodass jeder sich in seinen jeweiligen Interessen davon bedroht fühlen müsse.[77]

Der Historiker Helmut Reinalter sieht die Wirkung der Protokolle weniger in ihrem Inhalt, der krude zusammengestückelt, schlecht strukturiert und zum Teil in sich widersprüchlich sei. Bedeutsamer sei vielmehr ihre schiere Existenz: Sie allein scheine, unabhängig vom konkreten Inhalt, die angebliche Tatsache einer allumfassenden Verschwörung zu beweisen. Damit seien die Protokolle, deren Inhalt immer schon von Ausgabe zu Ausgabe variiert habe, vielfältig einsetzbar: Statt der Juden könne man ohne inhaltliche Schwierigkeiten auch andere imaginierte Subjekte von Verschwörungstheorien einsetzen, etwa Jesuiten, Freimaurer oder Illuminaten.[78]

Künstlerische Verarbeitungen

Der amerikanische Comic-Künstler Will Eisner schuf kurz vor seinem Tod 2005 einen Graphic Novel mit dem Titel The Plot. The Secret Story of The Protocols of the Elders of Zion. Im gleichen Jahr erschien auch eine deutsche Ausgabe. Eisner erzählt mit den Mitteln des Comics die Entstehung der Protokolle, wie sie in der älteren Forschung dargestellt wird. Außerdem enthält der Band eine Einführung von Umberto Eco, einen Nachweis des Plagiats durch spaltenweise Gegenüberstellung von Textpassagen aus Jolys Buch und den Protokollen sowie ein Literaturverzeichnis.[79] Der Comic enthält zwar mehrere historische Fehler - so lässt Eisner den Zaren in Moskau residieren statt in St. Petersburg, er macht Nilus zum Rivalen Rasputins am Hof und verlegt den Reichstagsbrand zeitlich vor die Machtergreifung Hitlers.[80] Dennoch wurde er in den Feuilletons der Qualitätszeitungen ausgesprochen positiv rezensiert.[81]

2010 veröffentlichte Umberto Eco, der sich bereits 1988 in seinem Roman Das Foucaultsche Pendel mit den Protokollen beschäftigt hatte, den Roman Der Friedhof in Prag.[82] Darin erzählt er die Vor- und Entstehungsgeschichte der Protokolle von 1855 bis 1900 nach, wobei alle handelnden Personen historische Figuren sind mit Ausnahme des Protagonisten Simonini, einer Figur, die Eco erfunden hat und als „die zynischste und unsympathischste Figur der gesamten Literaturgeschichte“ bezeichnet. Er soll ein Nachkomme des obskuren Jean-Baptiste Simonini sein, der den Urvater der anti-illuminatischen Verschwörungstheorie, den Abbé Barruel, 1806 auf angebliche jüdische Verschwörungen hingewiesen haben soll. Der Roman fand ein geteiltes Echo. Im Osservatore Romano wurde das anspielungsreiche Buch als langweilig und schwer verständlich kritisiert. Die Dozentin für jüdische Geschichte Anna Foa kritisierte, der Roman laufe Gefahr, zur Identifikation mit seinem antisemitischen Protagonisten einzuladen und so den Antisemitismus zu fördern.[83][84] Der Rezensent der Süddeutschen Zeitung befand, der Roman vermöge als Literatur nicht zu überzeugen, „weil seine besten Pointen aus den Quellen stammen“.[85]

Siehe auch

Literatur

  • Wolfgang Benz: Die Protokolle der Weisen von Zion. Die Legende von der jüdischen Weltverschwörung. C. H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-53613-7. (= Beck'sche Reihe 2413 C.-H.-Beck-Wissen).
  • Eric Stephen Bronner: Ein Gerücht über die Juden. Die „Protokolle der Weisen von Zion“ und der alltägliche Antisemitismus. Propyläen, Berlin 1999, ISBN 3-549-05780-6.
  • Norman Cohn: Warrant for Genocide. The Myth of the Jewish World-conspiracy and the Protocols of the Elders of Zion. Eyre & Spottiswoode, London, 1967 (Deutsch: Die Protokolle der Weisen von Zion. Der Mythos von der jüdischen Weltverschwörung. Kiepenheuer & Witsch, Köln u. a. 1969; Neuauflage. Mit einer kommentierten Bibliographie von Michael Hagemeister. Elster-Verlag, Baden-Baden u. a. 1998, ISBN 3-89151-261-9), (ausführliche Bibliographie).
  • Cesare G. De Michelis: The Non-Existent Manuscript. A Study of the Protocols of the Sages of Zion. Edition revised and expanded. University of Nebraska Press, Lincoln NE u. a. 2004, ISBN 0-8032-1727-7.
  • Umberto Eco: Fiktive Protokolle. In: Umberto Eco: Im Wald der Fiktionen. Sechs Streifzüge durch die Literatur. Harvard-Vorlesungen (Norton lectures 1992–93). Hanser, München u. a. 1994, ISBN 3-446-17833-3, S. 155–184.
  • Malte Gebert, Carmen Matussek: „... selbst wenn sie unser Land verlassen würden“. Die Adaption der Protokolle der Weisen von Zion in der arabischen Welt. In: Jahrbuch für Antisemitismusforschung. Bd. 18, 2009, ISSN 0941-8563, S. 67–88.
  • Michael Hagemeister: Die „Protokolle der Weisen von Zion“ und der Basler Zionistenkongress von 1897. In: Heiko Haumann (Hrsg.): Der Traum von Israel. Die Ursprünge des modernen Zionismus. Beltz u. a., Weinheim 1998, ISBN 3-89547-115-1, S. 250–273.
  • Armin Pfahl-Traughber: Die Protokolle der Weisen von Zion. Der Nachweis der Fälschung und die tatsächliche Entstehungsgeschichte. In: Judaica. Beiträge zum Verständnis des jüdischen Schicksals in Vergangenheit und Gegenwart. Jg. 46, Heft 1, 1990, ISSN 0022-572X, S. 22–31.
  • Jeffrey L. Sammons (Hrsg.): Die Protokolle der Weisen von Zion. Die Grundlage des modernen Antisemitismus – eine Fälschung. Text und Kommentar. Wallstein-Verlag, Göttingen 1998, ISBN 3-89244-191-X (2. unveränderte Auflage. ebenda 2001).
  • Tilman Tarach: Der ewige Sündenbock. Heiliger Krieg, die „Protokolle der Weisen von Zion“ und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt. Mit einem Geleitwort von Henryk M. Broder. 3. überarbeitete Auflage. Telok, Freiburg (Breisgau) 2010, ISBN 978-3-9813486-0-6.
  • Michael Tilly: Die „Protokolle der Weisen von Zion“ und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung. In: Sachor. Beiträge zur jüdischen Geschichte. Bd. 19, 2000, ISSN 0948-2415 S. 67–75.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Daniel Pipes, Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen, Gerling Akademie Verlag München 1998, S. 64 und 72
  2. Auch zum Folgenden Jeffrey L. Sammons (Hrsg.): Die Protokolle der Weisen von Zion. Die Grundlage des modernen Antisemitismus. Eine Fälschung. Text und Kommentar. 2. Auflage. Wallstein, Göttingen 2001, S. 27–115; die Zitate S. 56.
  3. Jeffrey L. Sammons (Hrsg.): Die Protokolle der Weisen von Zion. Wallstein, Göttingen 2001, S. 34.
  4. Jeffrey L. Sammons (Hrsg.): Die Protokolle der Weisen von Zion. Wallstein, Göttingen 2001, S. 40f.
  5. Jeffrey L. Sammons (Hrsg.): Die Protokolle der Weisen von Zion. Wallstein, Göttingen 2001, S. 53.
  6. Jeffrey L. Sammons (Hrsg.): Die Protokolle der Weisen von Zion. Wallstein, Göttingen 2001, S. 56.
  7. Jeffrey L. Sammons (Hrsg.): Die Protokolle der Weisen von Zion. Wallstein, Göttingen 2001, S. 69.
  8. Jeffrey L. Sammons (Hrsg.): Die Protokolle der Weisen von Zion. Wallstein, Göttingen 2001, S. 91f.
  9. Jeffrey L. Sammons (Hrsg.): Die Protokolle der Weisen von Zion. Wallstein, Göttingen 2001, S. 90.
  10. Jeffrey L. Sammons (Hrsg.): Die Protokolle der Weisen von Zion. Wallstein, Göttingen 2001, S. 102.
  11. Jeffrey L. Sammons (Hrsg.): Die Protokolle der Weisen von Zion. Wallstein, Göttingen 2001, S. 58.
  12. Norman Cohn: „Die Protokolle der Weisen von Zion.“ Der Mythos der jüdischen Weltverschwörung. Elster Verlag, Baden-Baden 1998, S. 80 f.
  13. Daniel Pipes: Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen. Gerling Akademie Verlag München 1998, S. 137.
  14. Wolfgang Wippermann, Agenten des Bösen. Verschwörungstheorien von Luther bis heute, be.bra. Verlag, Berlin 2007, S. 67.
  15. Helmut Reinalter, Die Weltverschwörer. Was sie eigentlich alles nie erfahren sollten, Ecowin, Salzburg 2010, S. 121.
  16. James Webb, The Occult Establishment. The Dawn of the New Age and The Occult Establishment. La Salle, Ill. 1976, Kapitel IV
  17. Princess Radziwill Quizzed at Lecture. In: New York Times vom (online, Zugriff am 1. November 2011)
  18. Michael Hagemeister: The Protocols of the Elders of Zion. Between History and Fiction, New German Critique 103 (2008), S. 90 f. (online, Zugriff am 1. November 2011)
  19. Michael Hagemeister: Der Mythos der „Protokolle der Weisen von Zion“. In: Ute Caumanns und Mathias Niendorf (Hrsg.), Verschwörungstheorien. Anthropologische Konstanten - historische Varianten, Fibre, Osnabrück 2001, S. 89–101
  20. Cesare G. De Michelis, The Non-Existent Manuscript. A Study of the Protocols of the Sages of Zion. University of Nebraska Press, Lincoln, NE, 2004
  21. Deutsche Ausgabe: Maurice Joly: Macht + Recht, Machiavelli contra Montesquieu. Gespräche in der Unterwelt. Mit einem Vorwort von Herbert Weichmann. 2. Auflage. Nachdr. d. Ausg. von 1948, Meiner, Hamburg 1979, ISBN 3-7873-0467-3.
  22. Wolfgang Benz, Die Protokolle der Weisen von Zion. Die Legende von der jüdischen Weltverschwörung. C.H. Beck, München 2007, S. 38 f.
  23. Umberto Eco: Fiktive Protokolle. In: Umberto Eco: Im Wald der Fiktionen. Sechs Streifzüge durch die Literatur. Harvard-Vorlesungen (Norton lectures 1992–93). Hanser, 1994, S. 177 f.
  24. Daniel Pipes: Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen. Gerling Akademie Verlag München 1998, S. 120 f.
  25. Wolfgang Benz: Die Protokolle der Weisen von Zion. Die Legende von der jüdischen Weltverschwörung. C.H. Beck, München 2007, S. 30–36.
  26. Michael Hagemeister: Die 'Protokolle der Weisen von Zion' und der Basler Zionistenkongreß von 1897. In: Heiko Haumann (Hrsg.), Der Traum von Israel. Die Ursprünge des modernen Zionismus, Beltz Athenäum, Weinheim 1998, S. 256 ff.
  27. Cesare G. De Michelis, The Non-Existent Manuscript. A Study of the Protocols of the Sages of Zion, University of Nebraska Press, Lincoln, NE, 2004, S. 9.
  28. Michael Hagemeister: Die 'Protokolle der Weisen von Zion' und der Basler Zionistenkongreß von 1897. In: Heiko Haumann (Hrsg.), Der Traum von Israel. Die Ursprünge des modernen Zionismus, Beltz Athenäum, Weinheim 1998, S. 256 f.
  29. Michael Hagemeister: Die Weisen von Zion als Agenten des Antichrist. In: Bodo Zelinsky (Hrsg.): Das Böse in der russischen Kultur. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2008, S. 78 ff.
  30. Michael Hagemeister: Die 'Protokolle der Weisen von Zion' und der Basler Zionistenkongreß von 1897. In: Heiko Haumann (Hrsg.), Der Traum von Israel. Die Ursprünge des modernen Zionismus, Beltz Athenäum, Weinheim 1998, S. 257 ff.
  31. Daniel Pipes: Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen. Gerling Akademie Verlag, München 1998, S. 137.
  32. Michael Hagemeister: Die 'Protokolle der Weisen von Zion' und der Basler Zionistenkongreß von 1897. In: Heiko Haumann (Hrsg.), Der Traum von Israel. Die Ursprünge des modernen Zionismus, Beltz Athenäum, Weinheim 1998, S. 259.
  33. Daniel Pipes: Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen. Gerling Akademie Verlag, München 1998, S. 137.
  34. Wolfgang Wippermann: Agenten des Bösen. Verschwörungstheorien von Luther bis heute. be.bra. Verlag, Berlin 2007, S. 75f.
  35. Kurzbiographie Müller von Hausens auf humanitas-international.org. Abgerufen am 14. Oktober 2011.
  36. Gottfried zur Beek (Hrsg.): Die Geheimnisse der Weisen von Zion. Auf Vorposten, Charlottenburg 1919 (tatsächlich 1920).
  37. Michael Hagemeister: Die 'Protokolle der Weisen von Zion' und der Basler Zionistenkongreß von 1897. In: Heiko Haumann (Hrsg.), Der Traum von Israel. Die Ursprünge des modernen Zionismus, Beltz Athenäum, Weinheim 1998, S. 262 ff.
  38. Alfred Rosenberg: Die Protokolle der Weisen von Zion und die jüdische Weltpolitik. Boepple (= Deutscher Volksverlag), München 1923.
  39. Michael Hagemeister: Die 'Protokolle der Weisen von Zion' und der Basler Zionistenkongreß von 1897. In: Heiko Haumann (Hrsg.), Der Traum von Israel. Die Ursprünge des modernen Zionismus, Beltz Athenäum, Weinheim 1998, S. 266.
  40. Die Zionistischen Protokolle. Das Programm der internationalen Geheimregierung. Aus dem Englischen übersetzt nach dem im Britischen Museum befindlichen Original. Mit einem Vor- und Nachwort von Theodor Fritsch. 14. Auflage. Hammer-Verlag, Leipzig 1933 (online).
  41. Michael Hagemeister: Die 'Protokolle der Weisen von Zion' und der Basler Zionistenkongreß von 1897. In: Heiko Haumann (Hrsg.), Der Traum von Israel. Die Ursprünge des modernen Zionismus, Beltz Athenäum, Weinheim 1998, S. 256 ff.
  42. “The Protocols of Zion – An Exposure”. Transcript of Philip Graves's articles published in the London Times, August 16 to 18, 1921 auf der Seite emperors-clothes.com, Zugriff am 8. Oktober 2011
  43. Michael Hagemeister: Die 'Protokolle der Weisen von Zion' und der Basler Zionistenkongreß von 1897. In: Heiko Haumann (Hrsg.), Der Traum von Israel. Die Ursprünge des modernen Zionismus. Beltz Athenäum, Weinheim 1998, S. 268 f.
  44. online, Zugriff am 14. Oktober 2011
  45. Begründung und Verlesung des Urteils, 14. Mai 1935 online, Zugriff am 14. Oktober 2011
  46. Norman Cohn: „Die Protokolle der Weisen von Zion.“ Der Mythos der jüdischen Weltverschwörung. Elster Verlag, Baden-Baden 1998, S. 236.
  47. Michael Hagemeister: Die 'Protokolle der Weisen von Zion' und der Basler Zionistenkongreß von 1897. In: Heiko Haumann (Hrsg.): Der Traum von Israel. Die Ursprünge des modernen Zionismus. Beltz Athenäum, Weinheim 1998, S. 266.
  48. Zitiert nach Uwe Lohalm: Völkischer Radikalismus: Die Geschichte des Deutschvölkischen Schutz- und Trutz-Bundes. 1919–1923. Leibniz-Verlag, Hamburg 1970, ISBN 3-87473-000-X, S. 394, Anm. 8.
  49. Ernst Piper, Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe. Verlag Pantheon, 2007, S. 72.
  50. Adolf Hitler: Mein Kampf. Eher Verlag, München 1932, S. 337.
  51. Michael Hagemeister: Die 'Protokolle der Weisen von Zion' und der Basler Zionistenkongreß von 1897. In: Heiko Haumann (Hrsg.): Der Traum von Israel. Die Ursprünge des modernen Zionismus. Beltz Athenäum, Weinheim 1998, S. 267.
  52. Joseph Goebbels: Tagebücher. Bd. 5: 1943-1945. Hrsg. v. Ralf Georg Reuth, Piper, München 1992, S. 1933.
  53. Michael Hagemeister: Die Weisen von Zion als Agenten des Antichrist. In: Bodo Zelinsky (Hrsg.): Das Böse in der russischen Kultur. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2008, S. 78.
  54. Walter Laqueur: Black Hundreds. The Rise of the Extreme Right in Russia. HarperCollins, New York 1993, S. 103.
  55. Johannes Rogalla von Bieberstein, „Jüdischer Bolschewismus“. Mythos und Realität. Edition Antaios, Dresden 2002, S. 18 f.
  56. Norman Cohn: Warrant for Genocide. The Myth of the Jewish World-conspiracy and the Protocols of the Elders of Zion. Eyre & Spottiswoode, London 1967, S. 192.
  57. Daniel Pipes: Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen. Gerling Akademie Verlag München 1998, S. 167.
  58. Daniel Pipes: Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen. Gerling Akademie Verlag München 1998, S. 205 f.
  59. Michael Hagemeister: Die 'Protokolle der Weisen von Zion' und der Basler Zionistenkongreß von 1897. In: Heiko Haumann (Hrsg.), Der Traum von Israel. Die Ursprünge des modernen Zionismus, Beltz Athenäum, Weinheim 1998, S. 269 f.
  60. http://www.sspx.ca/Documents/Bishop-Williamson/May1-2000.htm
  61. Johannes Rothkranz: Die „Protokolle der Weisen von Zion“ – erfüllt! Band 1 (2 Teilbände). Verlag Anton Schmid, Durach 2004, ISBN 3-938235-01-2.
  62. Daniel Pipes: Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen. Gerling Akademie Verlag, München 1998, S. 23.
  63. Anthony Bianco: Wal-World: Inside the Empire of the World’s Largest Company. In: Willamette Week, 8. März 2006. Abgerufen am 18. Oktober 2011.
  64. Michael Hagemeister: Die Weisen von Zion als Agenten des Antichrist. In: Bodo Zelinsky (Hrsg.): Das Böse in der russischen Kultur. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2008, S. 83 ff.
  65. „Das große Experiment“ auf der der Webseite tanais.info, Zugriff am 7. November 2011
  66. Michael Jay Friedman: „Museum Exhibit Explores Protocols of the Elders of Zion -Notorious forgery stirs anti-Semitism and hatred“ in: Les ondes de guinee, 17. März 2007.
  67. http://www.ushmm.org/wlc/en/media_ph.php?ModuleId=10007058&MediaId=5794
  68. http://www.ushmm.org/wlc/en/article.php?ModuleId=10007244
  69. Tarikh al-‘Alam al-Hadith wal-Mu’asir (Geschichte der gegenwärtigen modernen Welt, Schulbuch für die 10. Klasse); in: Noa Meridor (C.S.S): Israel still does not appear on maps in Palestinian textbooks,16. April 2006, S. 13, 30, 31.
  70. Analysis and Evaluation of the New Palestinian Curriculum; Reviewing Palestinian Textbooks and Tolerance Education Program Grades 5 & 10 by Israel/Palestine Center for Research and Information (IPCRI) Submitted to: The Public Affairs Office US Consulate General Jerusalem, July 2006, S. 17.
  71. http://avalon.law.yale.edu/20th_century/hamas.asp
  72. Zitiert nach Bassam Tibi, Die Zeit, 6. Februar 2003, Nr. 7. Ausführlicher zu al-Antabawis Schrift dsb.: in Englisch Public Policy and the Combination of Anti-Americanism and Anti-Semitism in Contemporary Islamic Ideology. Die Schrift ist undatiert.
  73. Daniel Pipes: Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen. Gerling Akademie Verlag München 1998, S. 140, 193–198 und 239
  74. Hannah Arendt: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1955, S. 595; ähnlich schon Herman Bernstein, The Truth about the »Protocols oft the Elders of Zion«. A Complete Exposure. New York 1936, S, 60 ff.
  75. Norman Cohn: Warrant for Genocide. The Myth of the Jewish World-conspiracy and the Protocols of the Elders of Zion. Eyre & Spottiswoode, London, 1967 (Deutsch: Die Protokolle der Weisen von Zion. Der Mythos von der jüdischen Weltverschwörung. Kiepenheuer & Witsch, Köln u. a. 1969; Neuauflage. Mit einer kommentierten Bibliographie von Michael Hagemeister. Elster-Verlag, Baden-Baden u. a. 1998, ISBN 3-89151-261-9)
  76. Umberto Eco: Fiktive Protokolle. In: Umberto Eco: Im Wald der Fiktionen. Sechs Streifzüge durch die Literatur. Harvard-Vorlesungen (Norton lectures 1992–93). Hanser, 1994, S. 155–184
  77. Daniel Pipes: Verschwörung. Faszination und Macht des Geheimen. Gerling Akademie Verlag München 1998, S. 138.
  78. Helmut Reinalter: Die Weltverschwörer. Was sie eigentlich alles nie erfahren sollten. Ecowin, Salzburg 2010, S. 124.
  79. Will Eisner: The Plot. The Secret Story of The Protocols of the Elders of Zion. WW Norton, New York 2005 (deutsch Das Komplott. Die wahre Geschichte der Protokolle der Weisen von Zion, Deutsche Verlags-Anstalt, München 2005).
  80. Michael Hagemeister: The Protocols of the Elders of Zion. Between History and Fiction In: New German Critique 103 (2008), S. 87 (online, Zugriff am 1. November 2011)
  81. Rezensionsnotizen auf der Webseite Perlentaucher, Zugriff am 6. November 2011
  82. Umberto Eco: Il Cimitero di Praga. Bompiani, Mailand 2010 (deutsch Der Friedhof in Prag. Roman. Übersetzt von Burkhart Kroeber. Hanser, München 2011).
  83. Paul Badde: Eco in der Schusslinie. In: Die Welt. 5. November 2010. Abgerufen am 15. Oktober 2011.
  84. Ist Umberto Ecos neuer Roman „Der Friedhof von Prag“ antisemitisch? auf katholisches.info vom 30. Oktober 2010. Abgerufen am 15. Oktober 2011.
  85. Gustav Seibt: „Der Friedhof in Prag“ von Umberto Eco. In: Süddeutsche Zeitung. 7. Oktober 2011. Abgerufen am 15. Oktober 2011.

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  • Protokolle der Weisen von Zion — Protokọlle der Weisen von Zion,   angebliche Niederschriften einer jüdischen Tagung, die einen Plan zur Zerstörung der bestehenden Staaten und zur Errichtung der jüdischen Weltherrschaft enthalten. Sie fußen auf der von dem französischen… …   Universal-Lexikon

  • Die Protokolle der Weisen von Zion — sind ein seit Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitetes antisemitisches Pamphlet, das eine jüdische Weltverschwörung belegen soll. Es wurde von unbekannten Redakteuren auf der Grundlage der satirischen Schrift Gespräche in der Unterwelt zwischen… …   Deutsch Wikipedia

  • Der Heilige Gral und seine Erben — (englischer Originaltitel The Holy Blood and the Holy Grail) ist ein 1982 erschienenes Buch von Henry Lincoln, Michael Baigent und Richard Leigh, das Pierre Plantards Prieuré de Sion zum Thema hat. Die ursprüngliche Inspirationsquelle war das… …   Deutsch Wikipedia

  • Zion — (hebräisch ציון, gräzisiert Sion) hieß nach 2 Sam 5,7 EU ursprünglich eine Turmburg der Jebusiter an der südöstlichen Stadtgrenze des vorisraelitischen Stadtstaats Jerusalem. Seit deren Eroberung durch König David und dem Bau des ersten… …   Deutsch Wikipedia

  • Der internationale Jude — – 2, deutsche Ausgabe The International Jew (deutsch: Der internationale Jude) ist ein antisemitisches Buch des US amerikanischen Unternehmers Henry Ford in vier Bänden aus den Jahren 1920 bis 1922. Das Buch bezieht sich auf eine ebenfalls… …   Deutsch Wikipedia

  • Der Friedhof in Prag — (OT: Il cimitero di Praga) sechste Roman von Umberto Eco. Die deutsche Übersetzung von Burkhart Kroeber erschien im Oktober 2011 im Carl Hanser Verlag. Der Titel Der Friedhof in Prag bezieht sich auf die Legende, dass der jahrhundertealte… …   Deutsch Wikipedia

  • Ermordung der Zarenfamilie — Von den Bolschewiki ermordete Romanows und Romanow Angehörige (rot umrandet). Der Mord an der Zarenfamilie durch die Bolschewiki im Verlauf des russischen Bürgerkriegs begann am 12. Juni 1918 und endete am 29. Januar 1919. Die Bolschewiki wollten …   Deutsch Wikipedia

  • Protocols of Zion — Die Protokolle der Weisen von Zion sind ein seit Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitetes antisemitisches Pamphlet, das eine jüdische Weltverschwörung belegen soll. Es wurde von unbekannten Redakteuren auf der Grundlage der satirischen Schrift… …   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte der Freimaurer — Meißener Porzellan von 1832 Freimaurer Meister und Geselle Inhaltsverzeichnis 1 Begriff 2 Entstehung …   Deutsch Wikipedia

  • The Protocols of the Elders of Zion — ( Protocols of the wise men of Zion , Library of Congress s Uniform Title; ru. Протоколы сионских мудрецов , or Сионские протоколы ; see also other titles) is an antisemitic tract alleging a Jewish and Masonic plot to achieve world domination. It …   Wikipedia

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