Auguste Crelinger
Auguste Crelinger-Stich als Maria Stuart, Lithographie von Josef Lanzedelli d. Ä.

Auguste Crelinger (verwitwete Stich, geborene Düring; * 7. Oktober 1795 in Berlin; † 11. April 1865 ebenda) war eine deutsch Schauspielerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Crelinger sammelte bereits als Kind erste Bühnenerfahrungen bei der Theatergesellschaft Urania. Anlässlich einer dieser Auftritte macht sie auch die Bekanntschaft der Fürstin Hardenberg (frühere Schauspielerin Langenthal). Diese verwandte sich bei Theaterdirektor August Wilhelm Iffland für Crelinger und nach ihrem erfolgreichem Debüt am 4. Mai 1812 als Margarete („Die Hagestolzen“) wurde sie engagiert und blieb dort bis zu ihrer letzten Vorstellung Mitglied des königlichen Hoftheaters.

1817 heiratete Crelinger den Schauspieler Wilhelm Heinrich Stich (1794–1824) und hatte mit ihm zwei Töchter: Bertha (* 1818) und Klara (1820–1865), die beide ebenfalls zur Bühne gingen.

Crelingers Ehemann starb unter tragischen Umständen. Graf B. hatte am 6. Februar 1823 ein Rendezvous mit Crelinger, da er sich vor einer längeren Reise von ihr verabschieden wollte. Im Treppenhaus traf er auf ihren Ehemann, den er nach kurzem heftigen Streit mit seinem Dolch verletzte. Als Crelinger am 8. Mai desselben Jahres als „Thecla“ wieder auf der Bühne stand, war sie vom Publikum bereits verurteilt und wurde als Ehebrecherin ausgebuht. Um diesem zu entfliehen, reiste sie zusammen mit ihrem Ehemann Anfang 1824 nach Paris, wo sie u.a. François-Joseph Talma besuchte. Nach Aussagen von Ludwig Rellstab (Nothgedrungene Berichtigung) starb der Schauspieler Wilhelm Heinrich Stich an einer verschleppten Milzentzündung. Nach der obligaten Trauerzeit heiratete Crelinger in zweiter Ehe dem Sohn des Bankiers Crelinger in Berlin.

Nachdem Crelingher 1862 ihr 50-jähriges Jubiläum an der Berliner Hofbühne gefeiert hatte, zog sie sich ins Privatleben zurück. Im Alter von beinahe 70 Jahren starb sie am 11. April 1865 in Berlin und fand dort auch ihre letzte Ruhestätte.

Zitat

„Das Spiel war unbefangen, ungezwungen, ohne Angst und Anmaßung. Nichts erlerntes, Nichts geborgtes, Alles lieb und leicht.“

Prof. Samuel Heinrich Catel: Vossische Zeitung

„Eine schöne Gestalt, ein klangvolles Organ, ausdrucksvolle Mimik und echt künstlerisches Studium waren die vornehmsten Eigenschaften dieser geradezu vollendeten Schauspielerin.“

Ludwig Rellstab: aus einer Theaterkritik über Auguste Crelinger

Rollen (Auswahl)

Literatur

  • Joseph Kürschner: Crelinger, Auguste. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 4, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 584–586.
  • Hans Knudsen: Crelinger, Auguste. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 3, Duncker & Humblot, Berlin 1957, S. 406 f.
  • T. A. Entsch (Hrsg.): Bühnenalmanach, Bd. 27. Verlag Heinrich, Berlin 1863, S. 75 f.
  • T. A. Entsch (Hrsg.): Bühnenalmanach, Bd. 30. Verlag Heinrich, Berlin 1866, S. 151 f.
  • Ferdinand Gleich Aus der Bühnenwelt. Biographische Skizzen und Characterbilder. Verlag Merseburger, Leipzig 1866 (2 Bde.; hier speziell Bd. 2, S. 24 ff).

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