Augustinum
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Die Augustinum Gruppe ist ein deutsches soziales Dienstleistungsunternehmen. Das Unternehmen besteht aus 22 Wohnstiften mit ungefähr 7.000 Bewohnern, zwei Kliniken, zwei behütenden Häusern für altersdemente Menschen sowie Schulen und Behinderteneinrichtungen.

Inhaltsverzeichnis

Gründung

Die nach dem Kirchenvater Aurelius Augustinus von Hippo benannte Augustinum Gruppe bekennt sich zu den christlichen Grundwerten und ist Mitglied im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Bayern. Die Gründung ihrer historischen Keimzelle in München durch den evangelischen Pfarrer Georg Rückert und seine Frau Gertrud geht zurück bis in das Jahr 1954, das Jahr des 1600. Geburtstages von Kirchenvater Augustinus.

Struktur

Nach dem Tod des Gründers im Jahr 1988 trat Pfarrer Markus Rückert, der Sohn von Georg Rückert, dessen Nachfolge an. Er hatte Betriebswirtschaftslehre und Theologie studiert, und seine 1988 gefertigte Dissertation behandelte das Thema Finanzierung diakonischer Arbeit. Das Dach der Augustinum Gruppe bildet seit Januar 1999 die Augustinum Stiftung, deren Vorstandsvorsitzender Honorarprofessor Dr. Markus Rückert ist. Von der Augustinum gGmbH wird die Unternehmensführung verantwortet, wobei Vorsitzender der Geschäftsführung seit 1988 ebenfalls Markus Rückert ist. Die Augustinum gGmbH führt als Muttergesellschaft zentral alle nachgeordneten fünf Tochtergesellschaften, in denen die einzelnen Geschäftsbereiche des Augustinum organisiert sind.

Wohnstifte für Senioren

Der Seniorenstift des Augustinum Hamburg in unmittelbarer Nähe zum Museumshafen Oevelgönne.

Schon Ende der 1950er Jahre entstand im Augustinum die Idee des Wohnstiftes für ältere Menschen mit dem Ziel, seinen Bewohnern Unabhängigkeit und Sicherheit zu garantieren. 1962 wurde das erste Haus München-Neufriedenheim bezogen. Die Augustinum Gruppe eröffnete seither weitere 21 Häuser in Deutschland und ist damit zu einem europäischen Marktführer für das gehobene Leben im Alter geworden. Rund 7.000 ältere Menschen leben in den Häusern. Bereits 1980 wurde eine Pflegekostenergänzungsregelung (PER) eingeführt, die als „Solidarfonds“ konzipiert ist und Pflegekosten oberhalb eines monatlichen Selbstbehalts absichert. Die Pflege wird im Bedarfsfall vom hausinternen Pflegedienst in der eigenen Wohnung organisiert, was auf diese Weise für die meisten ein erfüll- und finanzierbares Versprechen darstellt. Rechtlich sind die Wohnstifte als Altenheim zu betrachten, da die individuelle Haushaltsführung von Nahrungszubereitung und hauswirtschaftlicher Zimmerpflege entlastet wird.

Die Standorte der 22 Wohnstifte, in denen ca. 2600 Mitarbeiter für ca. 7000 Senioren sorgen, sind: Aumühle bei Hamburg, Bad Neuenahr, Bad Soden, Bonn, Braunschweig, Detmold, Dießen am Ammersee, Dortmund, Essen, Freiburg im Breisgau, Hamburg, Heidelberg, Kassel, Kleinmachnow bei Berlin, Mölln, München-Hadern, München-Hasenbergl, Roth, Schweinfurt, Stuttgart-Killesberg, Stuttgart-Sillenbuch (auch als Augustinum Stuttgart II bezeichnet) und Überlingen. Das Augustinum plant ein neues Haus in Meersburg am Bodensee: Das 23. Augustinum soll bis etwa 2013 auf dem Gelände der früheren Wiedemann-Parkklinik entstehen (Stand Dezember 2010).

Kliniken

Ein weiterer Unternehmensbereich der Augustinum-Gruppe ist die Klinik Augustinum in München mit 220 Krankenhausbetten. Im April 1962 nahm die Klinik Augustinum München ihre Arbeit auf. Die Herzklinik hat sich seit 1995 in Zusammenarbeit mit der Münchner Uniklinik als eine der ersten Adressen für Herzchirurgie etabliert.

Schulen und Internate für Hörgeschädigte

Die schulische und berufliche Ausbildung hat im Augustinum eine lange Tradition. Im SchulCentrum Augustinum werden ca. 750 Schüler mit Hörschäden oder Lern- und Leistungsstörungen von ca. 150 Mitarbeitern unterrichtet. Zum SchulCentrum gehören:

Die Samuel-Heinicke-Realschule München, die seit September 1971 hörgeschädigte und gut hörende Schüler gemeinsam zur Mittleren Reife führt.

Die staatlich anerkannte Samuel-Heinicke-Fachoberschule in München führt seit 1983 hörgeschädigte und gut hörende Schüler mit mittlerem Schulabschluss zur Fachhochschulreife, wobei das angeschlossene Evangelische Studienheim in München Internat und Tagesstätte vereint.

Im Internat und Landschulheim Elkhofen in Grafing, ein naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium, werden seit 1988 Schüler mit überdurchschnittlicher Begabung sonderpädagogisch gefördert, wenn sie aufgrund von partiellen Lern- und Leistungsstörungen im normalen Schulsystem versagen.

Die Friedrich-Oberlin-Fachoberschule für Sozialwesen und Wirtschaft in München-Pasing führt nach zwei Jahren zur fachgebundenen und nach drei Jahren zur allgemeinen Fachhochschulreife.

Heilpädagogische Einrichtungen für geistig Behinderte

Im Heilpädagogischen Centrum Augustinum (HPCA) in München-Hasenbergl werden über 800 geistig und mehrfach behinderte Menschen jeden Alters begleitet.

Seit 1972 gibt es hier eine Schule für geistig behinderte Kinder und Jugendliche, die Otto-Steiner-Schule.

Eine weitere Einrichtung ist das 1977 gegründete Bildungswerk in Oberschleißheim. Im TIP-Programm werden dort volkshochschulähnliche Kurse für Menschen mit einer geistigen Behinderung angeboten.

Behütende Häuser für Demenzkranke

Zu diesen „Behütenden Häusern“ mit ca. 120 Sanatoriumplätzen für demenzerkrankte, zum Beispiel an Alzheimer erkrankte, ältere Menschen gehören das seit April 1982 bestehende Sanatorium Augustinum Schwindegg sowie das Itzel-Sanatorium in Bonn-Oberkassel seit Oktober 1993.

Literatur

  • Markus Rückert: Diakonie und Ökonomie. Verantwortung, Finanzierung, Wirtschaftlichkeit. Gütersloh 1990
  • Zeiten des Menschen. Festschrift 25 Jahre Collegium Augustinum. München 1979

Weblinks


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