Augustodunum
Autun
Wappen von Autun
Autun (Frankreich)
DEC
Autun
Region Bourgogne
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Autun (Unterpräfektur)
Kanton Autun-Nord
Autun-Sud
Koordinaten 46° 57′ N, 4° 18′ O46.9516666666674.2994444444444306Koordinaten: 46° 57′ N, 4° 18′ O
Höhe 280 bis 642 m
Fläche 61,52 km²
Einwohner
– mit Hauptwohnsitz
– Bevölkerungsdichte
(2006)
14.806 Einwohner
241 Einw./km²
Postleitzahl 71400
INSEE-Code 71014
Website http://www.autun.com/
Rathaus
Rathaus

Autun ist eine Stadt in Burgund in Frankreich. Sie ist Hauptstadt eines Arrondissement im Département Saône-et-Loire und hat 14.806 Einwohner (2006).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Autun gilt als „Tor zum Morvan“. Die dunklen Wälder dieser Region reichen bis fast an den mit buntglasierten Ziegeln gedeckten Chor der Kathedrale Saint-Lazare heran. Autun ist wesentlich älter als der aus dem 12. Jahrhundert stammende Sakralbau der bedeutenden Kathedrale: Kaiser Augustus gründete Augustodunum 10 v. Chr. an der Fernhandelsstraße Via Agrippa und dem Fluss Arroux, nachdem der Widerstand der Gallier endgültig gebrochen war. Das in der Ebene gelegene Augustodunum entsprach dem römischen Stadtmodell im Gegensatz zu dem auf einem Hügel gelegenen Bibracte, das 25 Kilometer entfernt von Augustodunum lag und bisher die Hauptstadt des Stammes der Haeduer gewesen war. Nach Gründung von Augustodunum kam es zur schrittweisen Aufgabe von Bibracte durch Abwanderung. Der Großteil der ehemaligen Einwohner von Bibracte dürfte sich in Augustodunum angesiedelt haben, u. a. ein Teil der haeduischen Oberschicht, die bereits während des Gallischen Krieges prorömisch eingestellt war: Sie registrierten mit Sicherheit die strategische Wichtigkeit der neuen Stadt, die an den Hauptverkehrsachsen lag. Noch vor römischen Zeiten soll ein Druidenheiligtum auf dem Stadtgebiet gelegen haben. Über die antiken Ausmaße (200 ha) ist die Stadt nicht herausgewachsen. Sie wurde einst das „Rom“ Galliens genannt. Die mittelalterliche Stadtmauer, von der 23 Türme erhalten sind, fußt auf antiken Fundamenten (6 km lang, 54 Wehrtürme). Von den vier Haupttoren stehen noch die Porte d'Arroux im NW (Doppelportal mit tonnengewölbten Durchgängen, Obergeschoss mit vorgesetzten kannelierten Pilastern) und die Porte Saint-André im NO: hohe und niedrige Durchgänge wie am ersten Tor, wie dieses mit Sandsteinquadern verkleidet, Ansätze einer Hofanlage auf der Stadtseite. Aus römischer Zeit blieben außerdem nur das Theater, das größte in ganz Gallien, die Pyramide von Couhard, ein Grabmal aus dem 1. Jahrhundert, und außerhalb der Stadt der stark lädierte sog. Janus-Tempel erhalten.[1]

532 fand vor den Toren der Stadt eine bedeutende Schlacht statt, in der die Franken die Burgunden besiegten; deren Reich wurde vom Frankenreich annektiert. Danach fungierte Autun bis zur Plünderung durch die Araber (725/28) als fränkische Hauptstadt. Im Jahre 725 kam der Umayyaden-General Anbassa ibn Suhaym al-Kalbi mit seinem Heer bis Autun. Am 22. August 725 eroberte er die Stadt. Autun war der östlichste Punkt der Expansion der Umayyaden in Europa. Sieben Jahre später wurden die Umayyaden nach der Schlacht von Tours und Poitiers zum Rückzug nach Spanien gezwungen.

Bis zum Ausbruch der französischen Revolution war Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord (später Napoleons Außenminister) Bischof von Autun.

Sehenswürdigkeiten

Vom römischen Theater (Durchmesser 148 m, ca. 15.000 Plätze) sind die Orchestra und einige Stufenreihen freigelegt.
  • mittelalterliche Stadtmauer auf antiken Fundamenten
  • Stadttore Porte d'Arroux und Porte St-André
  • sogen. Janus-Tempel
Dieser Tempel wurde fälschlicherweise dem Gott Janus zugeordnet. Auf einer Schautafel beim Tempel kann man lesen: „Die besondere Form des Tempels, fanum genannt, ist gallischen Ursprungs, nur die Steinmetztechnik ist römisch und datiert aus dem 1. Jh. n. Chr. Der Name Janus wurde falsch mit dem Tempel assoziiert, als im 16. Jahrhundert der Historiker Pierre de Saint-Julien den Namen des Ortes (frz. la Genetoye) interpretierte. Tatsächlich bezeichnete dieser Ortsname eine Lokalität, wo Ginstersträuche (Cytisus Genista) wuchsen. Die Gottheit, die hier verehrt wurde, ist bis heute völlig unbekannt.“ (Übers. aus dem englischen Text der Schautafel)
  • Musée Rolin im Schloss des bedeutenden Kanzlers der Herzöge von Burgund, Nicolas Rolin
  • Das „Lycée Militaire“ (hier waren Napoléon und sein Bruder Joseph Schüler)
  • Passage couvert
  • Ancienne Abbaye Les Ursulines, ehemaliges Ursulinenkloster
  • Croix de la Libération, von dieser südwestlich der Stadt gelegenen Anhöhe bietet sich eine gute Sicht über Autun


Partnerstädte

Persönlichkeiten

Besonderheiten

Eine kulinarische Spezialität der Region sind die Produkte des Morvan, wie Käse, Honig und Produkte der Haselnuss, so beispielsweise die Noisettes du Morvan, ein Nussgebäck in Form der Nüsse und Gros Croquets du Morvan, ein Mandel-Nuss-Gebäck.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Röm. Überreste nach: B. Laule, U. Laule, H. Wischermann: Kunstdenkmäler in Burgund. WB: Darmstadt 1991, S. 359.

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