Aule
Die Aula der Universität Göttingen als Veranstaltungsort der Händelfestspiele 2005

Eine Aula ist ein Versammlungsraum, vor allem in Schulen und Universitäten.

Bei Homer war die Aule (griech. „Hof“) der umbaute, lichte Hofraum eines Hauses. Im 8. Jahrhundert wurde die Aule zum Kern des griechischen Hofhauses, um den sich mehrgeschossig Wohn- und Wirtschaftsräume gruppierten, der Hof selbst war entweder gepflastert oder bestand aus gestampftem Boden. Das um die Aule angeordnete Haus löste bei den Griechen die bis dahin üblichen Formen des Ein- und Zweiraumhauses ab. Im Laufe der Zeit wurden die Raumkombinationen zunehmend vereinheitlicht. Teilweise war die Aule von Säulenstellungen umrahmt und wurde so zur Vorstufe des Peristylhauses, das ab dem 4. Jahrhundert den Hausbau der Wohlhabenden dominierte.

Abgeleitet von der ursprünglichen Bedeutung „Hof“ wurde in hellenistischen Verwaltungsinschriften auch ein landwirtschaftlicher Betrieb als Aule bezeichnet.

Bei den Römern entsprach der Aule funktional das Atrium. Als Aula bezeichnete man ab der römischen Kaiserzeit repräsentative (öffentliche) Hallenräume für zeremonielle Akte, zum Beispiel die Konstantinische Palastaula in Trier. Von diesen führt dann eine direkte Verbindung zur Aula Regia in den Königspfalzen des Mittelalters.

In den altchristlichen Basiliken bezeichnete Aula das für die Laien bestimmte Kirchenschiff.

Schließlich wurde der Name im akademischen Sprachgebrauch auf die großen, zu öffentlichen Versammlungen und Feierlichkeiten bestimmten Säle und Hallen in Universitätsgebäuden, Gelehrtenschulen etc. übertragen.

Literatur

  • Wolfram Hoepfner, Ernst-Ludwig Schwandner: Haus und Stadt im klassischen Griechenland. 2., überarb. Aufl. Wohnen in der klassischen Polis Bd. 1. Deutscher Kunstverlag, München 1994, ISBN 3-422-06024-3
  • Hans Lauter: Die Architektur des Hellenismus. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1986, ISBN 3-534-09401-8. S. 223-227

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