Aurelis
Aurelis Real Estate GmbH & Co. KG
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 2002
Sitz Eschborn
Leitung Dr. Joachim Wieland (Sprecher der Geschäftsführung), Ivo Iven, Dr. Ronald Roos, Thaddäus Zajac und Stefan Wiegand
Mitarbeiter 150[1]
Umsatz 273 Mio. EUR (2009)[2]
Branche Immobilienwirtschaft
Website www.aurelis-real-estate.de

Die Aurelis Real Estate GmbH & Co. KG mit Sitz in Eschborn ist ein Immobilienentwickler und verfügt über ein Grundstücksportfolio von ursprünglich 30,4 Mio Quadratmetern[1] aus dem ehemaligen Besitz der Deutschen Bahn AG; das Unternehmen versteht sich als eine Abwicklungsgesellschaft zu deren Aufgaben die Verwaltung, Vermietung, städtebauliche Entwicklung und der Verkauf von Immobilien, Grundstücken und großflächigen Arealen gehört. Die städtebauliche Neuordnung der Bahnkonversionen - Revitalisierung großer, innerstädtischer Areale - erfolgt aus dem v.g. Portfolio. Der Baukonzern Hochtief und der Immobilienfonds Redwood Grove International sind seit Ende 2007 je zur Hälfte an dem Unternehmen beteiligt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gründung durch die Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn hatte sich Ende 2001 für eine Veräußerung eines Teils der nicht betriebsnotwendigen Immobilien entschlossen. Wesentliche Ziele waren eine Fokussierung auf das Kerngeschäft als Verkehrsunternehmen, eine effiziente Immobilienverwertung und eine zügige Freisetzung der in den Immobilien gebundenen Liquidität, um Kapital für andere Geschäftsbereiche (insbesondere der DB Netz AG) zu gewinnen. Nachdem die Veräußerung über Einzelverkäufe als zeit- und investitionsintensiv galt, wurde eine Gesamtverwertung der in Frage kommenden Immobilien angestrebt.[3]

Das Unternehmen wurde mit Wirkung zum 15. Februar 2002 gegründet. Die Gesellschaft, einschließlich der dazu gehörigen Komplementärin (Aurelis Management GmbH) war dabei eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG. Ihr Gegenstand sind Erwerb, Entwicklung, Optimierung, Vermarktung, Verwaltung und Management von Immobilien. Als Partner für die Immobilienentwicklung wurde die WestLB in die Aktivitäten eingebunden. Die WestLB wurde gleichzeitig mit 39 Prozent ein Teilhaber eines Investorenkonsortiums, dem darüber hinaus die Westdeutsche Immobilienbank AöR (Anteil: 10 %) und Provinzial NordWest Lebensversicherung AG (2 %) angehörten. Dieses Konsortium wurde an der noch immobilienlosen Gesellschaft in Form einer atypischen stillen Beteiligung mit einer Einlage von 130 Mio. Euro beteiligt. An der Komplementärin erwarb das Konsortium ebenfalls einen 51-Prozent-Anteil.[3]

Zum 30. April 2003 veräußerte die DB-AG-Holding ein Portfolio von nicht betriebsnotwendigen Immobilien zum Buchwert an die Aurelis. Der Großteil dieses Paketes war zuvor der DB-AG-Holding zugerechnet worden, ein sieben Prozent der Flächen umfassender Teil war (im Rahmen der 2. Stufe der Bahnreform 1999) auch den Verkehrsunternehmen des Konzerns. Der Grund dafür, dass der Großteil der Immobilien – entgegen den Regelungen der §§ 2, 25 DBGrG – der Konzernholding zugeordnet gewesen war, lag in der fehlenden Betriebsnotwendigkeit dieser Objekte. Insgesamt wurden Flächen im Umfang von rund 30 Mio. m² an die Aurelis verkauft. Der Gesamt-Buchwert der Flächen lag bei rund einer Milliarde Euro. Der Kaufpreis von 2.261 Mrd. Euro orientierte sich an den erwarteten Verkehrswerten. Die Gesellschaft finanzierte den Erwerb durch eine Fremdkapitalaufnahme (1.337 Mio. Euro), einem Gesellschafterdarlehen der DB AG (495 Mio. Euro), einer Kaufpreisstundung (173 Mio. Euro) sowie den Kapitaleinlagen des Erwerberkonsortiums (130 Mio. Euro) und der DB AG (125 Mio. Euro). Die der DB AG zufließende, unmittelbare Liquidität in Höhe von 1,3 Mrd. Euro wurde zur Deckung der Verluste sowie der Erhöhung des Eigenkapitals der DB Netz AG genutzt.[3]

Verkauf an Hochtief und Redwood Grove

Zum 30. April 2006 schied die West LB, aufgrund einer Neuausrichtung ihres Geschäfts, als Gesellschafter aus. Die Aurelis hatte zu diesem Zeitpunkt Umsatzerlöse von 329,8 Mio. Euro generiert. Per Saldo wurden rund 124 Millionen Euro zurückgezahlt. Nach dem Ausstieg der West LB entschied sich die DB AG für den Verkauf der Aurelis. Im Mai 2007 wurde dazu ein Bieterverfahren eingeleitet, bei dem ein rückwirkender Verkauf der Anteile an der Aurelis und der Komplementärin zum 31. Dezember 2006 angeboten wurde. Dabei hatte nur ein Bieter – ein Konsortium von Hochtief Projektentwicklung GmbH und Redwood Grove International LP – ein Angebot vorgelegt. Redwood Grove International ist ein Immobilienfonds der Grove International Partners, die von dem Investor George Soros gegründet wurde.

Nach Verhandlungen verkaufte die DB AG ihre Anteile im September 2007 zu einem Kaufpreis von 1,64 Mrd. Euro. Nach Abzug von konzernexternen Verbindlichkeiten (1.001 Mio. Euro, Restsumme des Fremdkapitals von 1,3 Mrd. Euro), der Auflösung von Rückstellungen (427 Mio. Euro) und dem Abzug von Transaktionskosten in Höhe von 20 Mio. Euro flossen 192 Mio. Euro der DB Station&Service AG zu.[3] Im Rahmen einer zwischen Bund und DB AG vereinbarten Immobilienneuzuordnung wurde die Übertragung des Netto-Transaktionsergebnisses an die DB Station&Service AG festgeschrieben.[3]

Im November 2010 kündigten Hochtief im Rahmen eines feindlichen Übernahmeangebots durch den spanischen Baukonzern ACS die beabsichtigte Veräusserung seines 50% Anteils für 2012 an.[4]

Weblink

Einzelnachweise

  1. a b Webseite des Unternehmens. Abgerufen am 6. September 2011.
  2. Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 (hinterlegt bei www.unternehmensregister.de)
  3. a b c d e Hintergründe des Verkaufs der Aurelis Real Estate GmbH & Co KG durch die Deutsche Bahn AG, Bericht des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) zur Sitzung des Verkehrsausschusses am Deutschen Bundestag vom 10. Oktober 2007
  4. Pressemitteilung der Hochtief AG vom 11. November 2010. Abgerufen am 6. September 2011.

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