Auric Goldfinger
Filmdaten
Deutscher Titel: Goldfinger
Originaltitel: Goldfinger
Produktionsland: Großbritannien
Erscheinungsjahr: 1964
Länge: 109 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16
Stab
Regie: Guy Hamilton
Drehbuch: Richard Maibaum,
Paul Dehn
Produktion: Albert R. Broccoli,
Harry Saltzman
Musik: John Barry
Titellied: Shirley Bassey
Kamera: Ted Moore
Schnitt: Peter R. Hunt
Besetzung

Goldfinger ist ein Roman von Ian Fleming und der dritte Teil der James-Bond-Filmreihe, die auf Flemings Bond-Romanen basiert.

Der Film Goldfinger ist als der am schnellsten Geld bringende Film aller Zeiten in das Guinness-Buch der Rekorde eingegangen, denn er spielte in den ersten zwei Wochen 2,9 Mio. Dollar ein und hatte nach nur drei Wochen seine Produktionskosten wieder eingespielt. Weltweit erwirtschaftete Goldfinger schließlich über 120 Mio. Dollar. Norman Wanstall erhielt 1964 den Oscar in der Kategorie Toneffekte.

Heute wird Goldfinger als ein Inbegriff der Bond-Filme gesehen. Fans betiteln ihn gar als den besten Bond-Film überhaupt. Er war außerdem einer der ersten Filme, für den ein intensives Merchandising betrieben wurde, bevor es dieses Wort überhaupt gab. So ging dem Kinostart eine groß angelegte Werbekampagne voraus, die sich u. a. in Agentenspielzeug mit 007-Pistolen, Aston-Martin-Bausätzen etc. ausdrückte; die Premiere wurde schließlich von Mädchen im knappen Goldanzug begleitet.

Goldfinger war zudem der erste Bond-Film, dessen Titelsong die Charts stürmte. Gesungen von Shirley Bassey kam der Song Goldfinger sofort in die Top Ten, das Album wurde vergoldet.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Die Geschichte erzählt von Auric Goldfinger, einem großen Goldschmuggler, dessen illegale Goldverschiebungen das Währungssystem gefährden. Daher wird Bond auf ihn angesetzt. Bond deckt einen teuflischen Plan von Goldfinger auf. Dieser will mit Unterstützung der Volksrepublik China die gesamten Goldreserven der USA aus dem Fort Knox radioaktiv verseuchen, damit der Wert seiner eigenen Bestände um ein Vielfaches steigt.

Die Truppen, die um Fort Knox stationiert sind, sollen mit einem aus Flugzeugen gesprühten Giftgas getötet werden, damit Goldfingers Leute ungestört in das Lager eindringen können. Doch Goldfingers hauseigene Pilotin Pussy Galore erliegt dem unwiderstehlichen Charme Bonds und lässt über den Soldaten ein harmloses Gasgemisch versprühen. Die Soldaten, die vorher informiert wurden, sinken nur zum Schein nieder und gehen zum Angriff über, nachdem Goldfingers Bande bis zum Tresor vorgedrungen ist. Bond wird während der Auseinandersetzung an die Atombombe gekettet und im Tresor mit Goldfingers Bodyguard Oddjob eingeschlossen. Er kann sich aber befreien und liefert sich mit diesem einen tödlichen Zweikampf. Sieben Sekunden vor der Detonation kann die Bombe entschärft werden (der Countdown-Anzeiger bleibt bei „007“ stehen). Goldfinger nutzt das Getümmel und schafft es, als Soldat verkleidet zu flüchten.

Bond soll für seine Verdienste mit einem Düsenjet zum Weißen Haus gebracht werden, wohin ihn der Präsident eingeladen hat. Doch während des Flugs taucht plötzlich Goldfinger aus dem Cockpit auf. Er möchte sich nach Kuba absetzen und an Bond rächen. Es kommt zum Kampf, in dessen Verlauf sich ein Schuss löst und eines der Kabinenfenster zerstört. Durch den abrupt auftretenden Unterdruck wird Goldfinger aus der Maschine geblasen, Bond kann sich solange festhalten, bis die Druckverhältnisse wieder ausgeglichen sind. Zusammen mit Pussy Galore, die als Pilotin fungiert, schafft er es, sich kurz vor dem Absturz mit einem Fallschirm zu retten.

Spezialausrüstung - Bond-Auto

Aston Martin DB5
  • Aston Martin DB5 - Das berühmteste Bond-Auto wurde erstmals in diesem Film eingesetzt und war mit diversen Extras ausgestattet: Ein ausfahrbares, kugelsicheres Panzerschott an der Heckscheibe, Ölsprüheinrichtung, Nebelwerfer, Maschinengewehre, Dreifach-Wechselkennzeichen (O-Ton Q: „...gültig für alle Länder") und ein Schleudersitz für den Beifahrer. Der Aston Martin ist das bekannteste Bond-Auto und wurde in sechs Filmen verwendet (Goldfinger, Thunderball, GoldenEye, Der Morgen stirbt nie , Casino Royale und in Quantum of Solace). Allerdings wurden in Goldfinger und Feuerball unterschiedliche DB5 verwendet. Der Goldfinger-DB5 ist für 2,09 Millionen Dollar [1] an einen europäischen Sammler versteigert worden.
  • Ortungsgerät - Die Q-Abteilung baute in Bonds Auto ein Gerät ein, das entfernt an die heute verwendeten Navigationssysteme erinnert. Dieses Empfangsgerät ist Bestandteil des Ortungssystem HOMER. Den größeren Signalgeber verwendet Bond, um seine Zielpersonen in sicherer Distanz zu verfolgen. Den zweiten, kleineren Signalgeber erlaubt es dem Geheimdienst MI6, jederzeit über Bonds Aufenthaltsort im Bilde zu sein. Das kleinere Gerät ist in einem Geheimfach in Bonds Schuhabsatz versteckt. Es wird allerdings zerstört, nachdem Bond es in die Tasche eines abgesprungenen Verbündeten von Goldfinger steckte, dieser aber mitsamt seinem Wagen und einer Ladung Gold in einer Schrottpresse landet.

Ersticken durch Goldüberzug

In einer Szene zu Beginn des Films wird eine Gehilfin Goldfingers, Jill Masterson (gespielt von Shirley Eaton), getötet, indem ihr Körper vollständig mit Gold überzogen wird und sie durch eine Unterbrechung der Hautatmung stirbt. Angeblich basiert diese Idee auf der Geschichte eines Models aus der Schweiz, die ihren Körper mit Goldfarbe überzogen hatte und erstickte.

Menschen atmen jedoch hauptsächlich über die Lunge. Die einzigen landlebenden Wirbeltiere, deren Gasaustausch zu einem wesentlichen Teil über die Haut erfolgt, sind einige Amphibienarten.

Eine vollständige Bemalung der Haut könnte insofern gefährlich werden, als die Schweißproduktion und damit die Regulationsmechanismen der Wärmeabgabe beeinträchtigt und es damit durch die Erhöhung der Körperkerntemperatur zu einem Hitzschlag kommen könnte. [2]

In der amerikanischen Serie „Myth Busters“ wurde belegt, dass man durch einen kompletten Überzug mit (Gold-)Farbe nicht ersticken kann, es aber durchaus zu Symptomen wie Hitzewallungen und Kurzatmigkeit kommen kann.

Anmerkungen

  • Das Jumbo-Jet-ähnliche Flugzeug zu Beginn des Films ist eine umgebaute DC-4, welche unter dem Namen Carvair Automobile und Fluggäste beförderte.
  • Goldfingers Privatjet ist eine Lockheed L-1329 JetStar, einer der ersten Businessjets und einer der wenigen mit vier Triebwerken.
  • Ein zuerst verfilmter Wortwechsel bei der ersten Begegnung zwischen Pussy Galore und Bond („I'm Pussy Galore“ - „I know, but what's your name?“) wurde nicht in den endgültigen Film übernommen, da er als „zu sexistisch“ galt. Galore bedeutet „in Hülle und Fülle“ oder „massenweise“.
  • Gert Fröbe berichtet in seiner Biographie, dass er nach den Gagenverhandlungen zu Goldfinger von den Verantwortlichen gefragt wurde, ob er noch einen Wunsch habe. Er sagte, er möchte guten englischen Fußball sehen. Fröbe dachte sich, dass man ihm vielleicht hin und wieder eine Eintrittskarte in die Garderobe legen werde, aber stattdessen stand jeweils am Samstag ein Rolls Royce mit Chauffeur vor seinem Hotel, der ihn dann zu dem Stadion brachte, wo das interessanteste Spiel stattfand.
  • Der Name Auric Goldfinger ist eine Tautologie. Im Vornamen ist bereits das lateinische aurum (Gold) enthalten, welches im Nachnamen wiederholt wird. Auch ist der Nachname Goldfinger ein Hinweis auf den mythischen König Midas, der alles, was er berührte, zu Gold machen konnte. So wird die gesteigerte Gier Goldfingers nach dem Edelmetall noch deutlicher. Auch heißt es im Titelsong: „He's the man, the man with the Midas touch ...“. Darüber hinaus gibt es noch eine weitere Erklärung: Ian Fleming wohnte in der Londoner Willow Road neben dem berühmten Architekten Ernö Goldfinger, dessen Stil Fleming nicht gefiel. Ernö Goldfinger überlegte gerichtliche Schritte gegen Fleming wegen dessen Verwendung seines Namens - man einigte sich auf einen Vergleich.
  • Der Darsteller des Bösewichtes Goldfinger, Gert Fröbe, wurde von den Produzenten ausgewählt, nachdem sie seine Leistung in dem Kriminalfilm „Es geschah am hellichten Tag“ (1958) als manischer Kindermörder Schrott gesehen hatten. Im englischen Original von Goldfinger hört man nicht seine eigene Stimme, sondern die von Michael Collins, da die komplette Rolle nachträglich im Studio nachsynchronisiert wurde. Die Produzenten waren der Meinung, sein Englisch sei zu schlecht und unverständlich für das englischsprachige Publikum.
  • Im Originalroman muss sich Bond nur vor einer einfachen Kreissäge fürchten, während er im Film von einem Laserstrahl bedroht wird. Dessen Einsatz erweist sich jedoch als handlungstragend im weiteren Film.
  • In der deutschen Version tauchen einige Synchronisationsfehler auf. So wird zum Beispiel „billion“ (eine Milliarde) mit einer Billion übersetzt, oder Q von Bond als K bezeichnet. Durch die wörtliche Übersetzung der idiomatischen Wendung ("You like close shaves, don't you?" bedeutet auf Deutsch etwa so viel wie "Sie mögen es riskant, oder?") geht ebenso die Doppeldeutigkeit in der Szene, als Pussy Galore im Flugzeug mit dem Revolver über die Wange von Bond, der sich zuvor frisch rasiert hat, streicht, verloren.

Auszeichnungen

Der Film erhielt bei der Oscarverleihung den Preis für die besten Toneffekte. Außerdem erhielt er den Laurel Award als bestes Action-Drama 1965.

Kritiken

  • „Der dritte Bond-Film ist ein betont jenseits aller Glaubwürdigkeit angesiedeltes Kino-Abenteuer in der hinlänglich bekannten, formal nicht ungeschickten Mischung aus Science Fiction, Erotik und Brutalitäten. Die in ihrer Verschwommenheit und Pauschalität abträgliche machtpolitische Charakterisierung der Konflikte wird durch die Irrealität der Ereignisse nur bedingt ausgeglichen.“ - „Lexikon des internationalen Films“ (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997

Literatur

  • Ian Fleming: James Bond, Goldfinger (Originaltitel Goldfinger). Deutsch von Willy Thaler und Friedrich Polakovics. Scherz, Bern, München und Wien 1999, 169 S., ISBN 3-502-79224-0
  • Michael Marti, Peter Wälty: James Bond und die Schweiz. Basel 2008. ISBN 978-3-905800-20-3
  • Danny Morgenstern, Manfred Hobsch: James Bond XXL. Das weltweit umfangreichste 007-Nachschlagewerk. (Band 1: A - K, 796 S.; Band 2: L - Z, 861 S.). Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 2006, ISBN 978-3-89602-545-6 oder ISBN 3-89602-545-7

Einzelnachweise

  1. http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/4633986.stm
  2. Christoph Drösser: Da irrt James Bond. DIE ZEIT 33/1997

Weblinks


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