5,8,11,14-Eicosatetraensäure
Strukturformel
Allgemeines
Name Arachidonsäure
Andere Namen
  • 5Z,8Z,11Z,14Z-Eicosatetraensäure
  • Eicosa-5,8,11,14-tetraensäure
Summenformel C20H32O2
CAS-Nummer 506-32-1
PubChem 231
Kurzbeschreibung farblose, klare Flüssigkeit [1]
Eigenschaften
Molare Masse 304,46 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

0,922 g·cm−3 [2]

Schmelzpunkt

−49,5 °C [1]

Siedepunkt

169–171 °C (20 Pa) [1]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser [2], gut löslich in unpolaren Lösungsmitteln (Benzen)

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine Gefahrensymbole
R- und S-Sätze R: keine R-Sätze
S: 24/25
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Arachidonsäure (lat. arachis = „Erdnuss“) ist eine vierfach ungesättigte Fettsäure. Im Gegensatz zur vollständig gesättigten Arachinsäure, die aus der Erdnuss isoliert wurde, kommt Arachidonsäure in Pflanzen nicht vor.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen und biologische Bedeutung

Arachidonsäure wird in jedem tierischen Organismus aus der essentiellen Omega-6-Fettsäure Linolsäure über die Zwischenstufen γ-Linolensäure (GLA) und Dihomo-γ-linolensäure (DGLA) synthetisiert oder über die Nahrung aufgenommen. Sie findet sich als Bestandteil von Lipiden, wie etwa Phospholipiden.

Arachidonsäure ist in veresterter (physiologisch inaktiver) Form als Lipidbestandteil vor allem in den Zellmembranen lokalisiert und kann durch die regulierte Aktivität des Enzyms Phospholipase A2 freigesetzt werden. So inhibieren Kortison und Vitamin E die Phospholipase und können so Entzündungsprozesse z.B. bei Gelenkerkrankungen wie der aktivierten Arthrose und weiterer Arthritis-Formen positiv beeinflussen. Eine möglichst geringe Aufnahme oder Synthese von Arachidonsäure scheint in diesem Zusammenhang in den meisten Fällen gesundheitlich sehr wünschenswert zu sein. Bei entzündlichen Autoimmunerkrankungen (v. a. bei multipler Sklerose, aber auch bei Autoimmunthyreopathien und Rheuma) wird oft eine Diät empfohlen, die arm an Arachidonsäure ist.[3]

Metabolisierung

Arachidonsäure hat (vereinfacht) drei Wege weiterer Metabolisierung:

Über diese Wege ist sie unter anderem in die komplexe Regulation von Fieber und Entzündung involviert. Dabei wirkt z.B. eine Verstärkung der Cyclooxygenase-2 fieberauslösend, eine Verstärkung des Cytochrom P450-abhängigen Epoxygenasenweges jedoch auf verschiedenen Wegen direkt und indirekt fieberunterdrückend bzw. begrenzend. Aspirin und Ibuprofen hemmen nicht nur den Cyclooxygenaseweg sondern induzieren auch den Epoxygenaseweg; dessen Stoffwechselprodukte wiederum die Cyclooxygenasen selber stärker hemmen als diese Medikamente selber.[4]

Arachidonsäure in Lebensmitteln

Arachidonsäure findet sich in zahlreichen Lebensmitteln. Besonders hoch ist ihr Anteil in Schweineschmalz (1700 mg pro 100 g), Schweineleber (870 mg pro 100 g), Eigelb (297 mg pro 100 g), Thunfisch (280 mg pro 100 g) und Leberwurst (230 mg pro 100 g). Darüber hinaus kann es bei zuckerreicher Ernährung zu einer verstärkten hormonell gesteuerten Einschleusung in die Zellen kommen. Stark linolsäurehaltige Pflanzenöle und davon abgeleitete Produkte enthalten selbst kaum die reine Arachidonsäure, jedoch tragen die Baustoffe zu deren Bildung bei und unterdrücken zusätzlich natürliche Gegenspieler der Arachidonsäure (z. B. Omega-3-Fettsäuren).

Einzelnachweise

  1. a b c Hermann Römpp, Jürgen Falbe und Manfred Regitz: Römpp Lexikon Chemie. 9. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1992.
  2. a b c Herstellerangaben der Firma Acros Organics, 21. November 2007.
  3. (Quelle?)
  4. Kozak, W. et al. Molecular mechanisms of fever and endogenous antipyresis. Ann N Y Acad Sci. 2000;917:121-134; PMID 11268336.

Weblinks


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