Ausbildungszentrum Schiffssicherung

Das Ausbildungszentrum Schiffssicherung (kurz AzS) ist eine Schule der Deutschen Marine in Neustadt in Holstein. Truppendienstlich untersteht sie der Marinetechnikschule in Parow.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Schule diente bereits im Zweiten Weltkrieg als Ausbildungseinrichtung für U-Bootbesatzungen.
Nach einer kurzzeitigen Nutzung als Marineversorgungsschule [1], wurden ab 1959 wieder deutsche U-Bootbesatzungen an der neu aufgestellten U-Bootlehrgruppe in Neustadt ausgebildet. Im zum AzS gehörenden Marinestützpunkt waren zwischenzeitlich U-Boote, Binnenminensuchboote und Schnellboote beheimatet.
Heute wird das Gelände durch das Ausbildungszentrum Schiffssicherung sowie der Bundespolizei (See) gemeinsam genutzt.

Ausbildung

Das AzS bildet die Besatzungen von seegehenden Einheiten in

aus.

Ziel ist es unter möglichst realistischen Bedingungen die Soldaten auf Situationen in der Schadensabwehr theoretisch und praktisch auszubilden. Diese Ausbildung wird unter anderem als Individualausbildung in der lehrgangsgebundenen Ausbildung durchgeführt, als auch mit gesamten Schiffs- / Bootsbesatzungen. In der sogenannten Schadensabwehr- und Gefechtsausbildung kommen die Boote oder Schiffe zu einer mehrtägigen Ausbildungsphase in die Neustädter Bucht, und werden auf die Aufgaben der Gefahrenabwehr als Team an Bord geschult.

Im Taucherdienst werden die Soldaten zum schiffstechnischen Taucher (Schwimmtaucher (SchwTa) - Tauchereinsatzleiter (TELSchwTa) - Schiffstaucher (SchiTa) - EinsatzleiterSchiffstaucher (EinsLtrSchiTa) ausgebildet, um Arbeiten unter Wasser ausführen zu können. In weiteren Ausbildungsgängen wird die Ausbildung bis zum geprüften Taucher fortgeführt.

Neben Selbst- und Kameradenhilfe werden im Sanitätsdienst auch die spezifischen Anforderungen an Schiffsärzte unterrichtet. Ebenso in der Taucherei beschäftigte Ärzte und Sanitäter in Tauchermedizin geschult und zum Taucherarzt (TaArzt) bzw. Taucherarztgehilfen (TaArztGhf) ausgebildet.

U-Bootbesatzungen werden am AzS im Umgang mit speziell für U-Boote eingeführtem Rettungsgerät trainiert. Zudem kann der Ausstieg ohne Hilfsmittel aus einem gesunkenen U-Boot im Tieftauchtopf (TiTaTo), der mit über 50 m Höhe zugleich das höchste Gebäude Neustadts ist, aus 30 m Tiefe geübt werden[2].

Neben diesen Ausbildungsgängen wird die Schule aufgrund ihrer Kompetenz und den Schulungseinrichtungen auch vielfach von nichtmilitärischen Organisationen zum Sicherheitstraining genutzt.

Ausbildungseinrichtungen

Ausbildungsbedingt sind zahlreiche, infrastrukturell einzigartige Ausbildungseinrichtungen am AzS vorhanden:

  • Brandhalle - Umgang mit Feuerlöschgerät und Atemschutz beim Feuerlöschen
  • Atemschutzgeräte-Übungsanlage - Belastungstraining mit Atemschutzgerät
  • Leckabwehrtorso - Schiffssektion an Land zum Training der Leckabwehr
  • Übungshulk - ehemalige Fregatte Köln für Brandabwehr-, Leckabwehrübungen in realistischer Umgebung, sowie Taucherausbildungseinrichtung der Flotte
  • Tieftauchtopf - Ausstiegstraining für U-Bootbesatzungen
  • Taucherübungsbecken - Tauchtraining
  • Rettungsmittel- und Taucherübungshalle - Tauchausbildung sowie Rettungsmittelausbildung (Rettungsweste und Rettungsinsel) inklusive Wellensimulationsanlage
  • Taucherschulboote "Juist" und "Baltrum" - Tauchausbildung in offenen Gewässern

Einzelnachweise

  1. 50 Jahre Deutsche Marine im S-H-Landtag
  2. Informationen zum Tieftauchtopf

Weblinks


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