Auschwitz-Keule
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Der Begriff Auschwitzkeule oder Holocaust-Keule ist eine rhetorische Wendung in politischen Auseinandersetzungen, die einem politischen Gegner die Argumentationsbasis entziehen soll.

Mit dem Schlagwort wird unterstellt, dass Gegner in plumper Weise (daher die Keule) den Völkermord an den europäischen Juden in der Zeit des Nationalsozialismus als ein Totschlagargument instrumentalisieren – mit der Anspielung auf den dafür exemplarischen industrialisierten Massenmord im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Der verwandte Begriff Faschismuskeule wurde 1993 durch eine Publikation von Hans-Helmuth Knütter geprägt.

Verwendung findet der Begriff häufig in politischen Auseinandersetzungen, in denen Kritikern der Politik Israels im Nahostkonflikt Elemente eines latenten oder manifesten Antisemitismus unterstellt werden.

Ursprung

Wann der Begriff erstmalig verwendet wurde, lässt sich nicht exakt bestimmen; er entstand möglicherweise als popularisierte Variation einiger umstrittener Bemerkungen des Schriftstellers Martin Walser. Dieser hatte anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels am 11. Oktober 1998 in der Frankfurter Paulskirche vor einer angeblichen Instrumentalisierung der „Moralkeule“ Auschwitz gewarnt:

Auschwitz eignet sich nicht dafür, Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschüchterungsmittel oder Moralkeule oder auch nur Pflichtübung.

Diese Rede insgesamt wurde Teil der Antisemitismusdebatte und führte zu heftigen und kontroversen Diskussionen, in deren Verlauf Walser unter anderem Antisemitismus vorgeworfen wurde.

Für die Kurzformel seiner Aussage gelten dieselben Vorwürfe, die er macht: Seine Argumentation kann selbst zum Totschlagargument werden – zumal da der Begriff „Auschwitzkeule“ losgelöst vom ursprünglichen inhaltlichen Zusammenhang verwendet wird und als politischer Kampfbegriff ohne diesen weiter existiert.

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