Ausforschen

Unter Spionage (lateinisch spicari; italienisch spiare, spieia; ahd spheon in der Bedeutung von ausspähen, erspähen[1]) wird ursprünglich das Beschaffen und Erlangen unbekannter Informationen oder geschützten Wissens verstanden. Im weiteren Sinne wird der Begriff Spionage ergänzend für Handlungen durch Staaten, politische Gruppierungen, z. B. Widerstandsbewegungen, und Wirtschaftsunternehmen verwendet. Die erlangten Informationen werden dann im eigenen wirtschaftlichen, politischen oder militärischen Machtbereich verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

Annähernd sämtliche Nationen bedienen sich der Spionage, um insgeheim Informationen in und über andere Staaten (teilweise unabhängig der feindseligen oder freundlichen Einstellung zum eigenen Staat) zu gewinnen und zu erhalten. Die Tätigkeit von Spionen bzw. Agenten, die zumeist von den eigenen Nachrichtendiensten angeworben oder geführt werden, ist nur ein Teilaspekt der nachrichtendienstlichen Tätigkeit. Viele Staaten unterscheiden zudem

  • militärische und zivile (und im weiteren auch polizeiliche) Informationsgewinnung,
  • Nachrichtengewinnung über menschliche Quellen, wie Informanten, angeworbene oder eingeschleuste Spione, neuerdings auch als Human Intelligence bezeichnet, und Spionage mit technischen Mitteln, wie Spionageflugzeuge, Spionagesatelliten, Funkaufklärung, Anzapfen von Fernmeldeleitungen
  • Nachrichtengewinnung, die eigentliche Spionage, und die zugehörigen Abwehrmaßnahmen gegen entsprechende Maßnahmen fremder Dienste, meist auch mit nachrichtendienstlichen Mitteln, siehe Spionageabwehr.

Neben Spionage mit dem Ziel der Gewinnung industrieller und miltärtechnischer Geheimnisse durch Staaten, existieren auf diesem Gebiet auch in Einzelfällen Spionageaktivitäten durch private Organisationen, insbesondere Wirtschaftsunternehmen.

Im Kalten Krieg kam es zu einer erheblichen gegenseitigen Spionage zwischen den USA und ihren Verbündeten einerseits sowie der Sowjetunion und der Volksrepublik China und deren Alliierten auf der anderen Seite. Insbesondere die Geheimnisse um den Bau von Nuklearwaffen und die militärische Aufklärung waren dabei Gegenstand des gegenseitigen Interesses. Die Sammlung von Nachrichten und Informationen durch Diplomaten ist von deren Immunität gedeckt. Soldaten wahren bei nachrichtendienstlichen und Aufklärungsmissionen ihren Kombattantenstatus nur, solange sie dabei in Uniform und nicht in Zivil aufreten.

Wirtschaftsunternehmen, die Spionage betreiben oder Zugriff auf nachrichtendienstlich erlangte Informationen haben, erlangen einen wirtschaftlichen Vorteil gegenüber Konkurrenten, da sie etwa fremde Forschungsergebnisse ausnutzen können, ohne dass eine eigenständige Forschungsarbeit erfolgen müsste. Spioniert wird auch, um zum Beispiel einen Konkurrenten bei Ausschreibungen knapp unterbieten zu können.

Informationssammlungen mit nachrichtendienstlichen Mitteln wurden nach dem Zusammenbruch des Ostblocks vor allem auf die Bekämpfung der Proliferation, des illegalen Drogenhandels und des Terrorismus gerichtet, allerdings gewinnt Wirtschaftsspionage immer mehr an Bedeutung.[2]

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Historisch wurde im Rahmen von Spionage insbesondere militärische Aufklärung und die Einflussnahme und Beobachtung von Entscheidungsvorgängen

Geschichte der Spionage (Japan/Asien;Antike? etc., Mittelalter, Moderne,+++); Mittel und Wege der Spionage, Vorgehensweisen, Funktionsweise; Rolle und Einfluss; tiefgreifende historische Veränderungen, die bekanntermaßen auf Spionage zurückzuführen sind Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst.

In der DDR wurde die Rolle von Mitarbeitern der östlichen Nachrichtendienste als „Kundschafter des Friedens“ propagandistisch von westlichen Spionen abgesetzt und unterschieden[3].

Siehe auch

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Literatur

Gesamtdarstellungen

  • Clifford Stoll: Kuckucksei: Die Jagd auf die deutschen Hacker, die das Pentagon knackten.. Fischer Taschenbücher, ISBN 3-596-13984-8
  • Knopp: Top-Spione. Verräter im Geheimen Krieg. C. Bertelsmann Verlag, München 1994
  • Albrecht Charisius und Julius Mader: Nicht länger geheim – Entwicklung, System und Arbeitsweise des imperialistischen deutschen Geheimdienstes, Deutscher Militärverlag, Berlin-Ost, 1960
  • Markus Mohr, Klaus Viehmann (Hrsg.): Spitzel. Eine kleine Sozialgeschichte. Assoziation A, Berlin, Hamburg 2004
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Deutsch-Deutsche Spionage

Film

  • Krieg in den Wolken – Luftspionage über der DDR. Dokumentation, 2007, 45 Min., ein Film von Jan Lorenzen, Michael Marten, John Goetz und Claudia Schön, Produktion: MDR, Erstsendung: 20. November 2007, Inhaltsangabe des MDR

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Rainer Schlösser: Etymologisches Wörterbuch des Dolomitenladinischen. Buske, Hamburg 1995, ISBN 3-87118-996-0, S. 366.
  2. http://www.verfassungsschutz.de/download/SHOW/vsbericht_2007.pdf
  3. Georg Herbstritt / Helmut Müller-Enbergs (Hg.): Das Gesicht dem Westen zu … DDR-Spionage gegen die Bundesrepublik Deutschland (= Analysen und Dokumente; Bd. 23), Bremen: Edition Temmen 2003, 458 S., ISBN 3-86108-388-4

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  • Ausforschen — Ausforschen, verb. reg. act. durch Forschen oder mehrmahliges Fragen erfahren. Einen Fremden ausforschen, den Ort seines Aufenthaltes erfragen. Alle Mahl, wenn ich ein Geheimniß ausforschen will, ist mir, als wenn ich auf bösen Wegen ginge,… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • ausforschen — ausforschen:1.⇨ausfragen–2.⇨auskundschaften(1)–3.+aufspüren(1) ausforschen→ausfragen …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • ausforschen — V. (Oberstufe) etw. durch Nachforschen herausfinden Synonyme: erforschen, erkunden Beispiel: Die Polizei hat nach langer Suche das Versteck der Bankräuber ausgeforscht. Kollokation: jmds. wahre Absichten ausforschen …   Extremes Deutsch

  • ausforschen — ↑examinieren, ↑explorieren, ↑sondieren …   Das große Fremdwörterbuch

  • ausforschen — nachschlagen; durchstöbern; recherchieren; auskundschaften; ausspähen; suchen; aufspüren * * * aus||for|schen 〈V. tr.; hat〉 1. jmdn. ausforschen ausfragen 2. etwas ausforschen erforschen, erfragen …   Universal-Lexikon

  • ausforschen — aus·for·schen (hat) [Vt] 1 etwas ausforschen etwas durch ständiges Forschen und Suchen herausfinden 2 jemanden ausforschen (A) jemanden (durch die Polizei) suchen lassen und finden || hierzu Aus·for·schung die …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • ausforschen — aus|for|schen (österreichisch auch für ausfindig machen) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • ausfragen — ausforschen, aushorchen, auspressen, ausspionieren, befragen, examinieren, fragen, Fragen stellen, nachfragen, zu erfahren suchen; (bildungsspr.): investigieren; (ugs.): auf den Zahn fühlen, ausholen, ausquetschen [wie eine Zitrone], bohren, die… …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • aushorchen — ausforschen, ausfragen, auspressen, ausspionieren, befragen, examinieren, fragen, Fragen stellen, nachfragen, zu erfahren suchen; (bildungsspr.): investigieren; (ugs.): auf den Zahn fühlen, ausholen, ausquetschen [wie eine Zitrone], bohren, die… …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • nachspionieren — ausforschen, ausfragen, aushorchen, ausspionieren, befragen, belauschen, beobachten, beschatten, bespitzeln, im Auge behalten, nicht aus den Augen lassen, observieren, überwachen, unter die Lupe nehmen, zu erfahren suchen; (bildungsspr.):… …   Das Wörterbuch der Synonyme

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