Auslandseinsätze und -stützpunkte der British Army
British Army
British Army im Ausland

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Geschichte der British Army

Inhaltsverzeichnis

Afghanistan

Im Rahmen der Operation Enduring Freedom und ISAF sind insgesamt 9.500 britische Soldaten in Afghanistan stationiert.

Belize

Nach dem Abzug der britischen Truppen aus der ehemaligen Kronkolonie 1994 blieb nur noch eine kleine Pioniereinheit sowie eine Hubschrauberstaffel in Belize. Sechs mal jährlich finden dort weiterhin größere Manöver der britischen Armee statt. Zudem trainiert der Special Air Service regelmäßig im Dschungel von Belize.

Bosnien

In Bosnien sind noch 10 Soldaten als Teil der EUFOR-Friedenstruppe stationiert (Januar 2009). Vom Beginn des Einsatzes 1996 bis zum Jahr 2000 führte Großbritannien die multinationale Truppe im Alleingang. Inzwischen dienen die Soldaten vorwiegend der Stabilisierung und dem Wiederaufbau des Landes.

Brunei

Brunei ist der letzte große Truppenstützpunkt Großbritanniens in Süd-Ost-Asien. Dort befindet sich das Dschungel-Trainingszentrum der Armee (Training Team Brunei). Zudem ist dort eines der der Gurkha-Bataillone, einer Spezialeinheit aus nepalesischen Söldnern, und die Brunei Police Unit, eine Einheit der Royal Military Police stationiert.[1] Unterstützt werden beide Einheiten von einer Hubschrauberstaffel. Die Soldaten unterstützen die Ordnungskräfte der ehemaligen britischen Kolonie, da diese keine eigenen Streitkräfte besitzt. Das Trainingszentrum spielt eine große Rolle in der Ausbildung der britischen Spezialeinheiten und wird für regelmäßige Manöver genutzt. Insgesamt umfasst die Truppenstärke etwa 900 Mann.

Deutschland

Deutschland ist der größte Standort der britischen Armee außerhalb Großbritanniens, die hier stationierten Einheiten werden als British Forces Germany (BFG) zusammengefasst. Trotz einer deutlichen Reduzierung seit dem Ende des Kalten Krieges sind noch immer etwa 19,100 britische Soldaten in Deutschland stationiert. Bis 2014 soll diese Zahl auf etwa 18.500 Soldaten reduziert werden. Sie konzentrieren sich auf die Standorte Herford (Hauptquartier), Bergen-Hohne, Fallingbostel, Gütersloh, Mönchengladbach-Rheindahlen, Münster, Celle, Hameln und Paderborn. Insgesamt verfügen die in Deutschland stationierten Einheiten über rund 700 schwere Panzer und Artilleriegeschütze. Zu den Einheiten gehört die 1st (UK) Armoured Division, die schlagkräftigste Einheit der British Army, die unter anderem im Irak-Krieg im Einsatz war. Ihr Hauptquartier befindet sich in Herford. Auf dem Flughafen Gütersloh ist nach Abzug der Royal Air Force aus Deutschland mit dem 1st Regiment Army Air Corps die einzig größere fliegende Einheit auf dem europäischen Kontinent dauerhaft stationiert. Zudem stellt die britische Armee einen Großteil der Allied Rapid Reaction Force der NATO, die ihr Hauptquartier auf der britischen Basis Rheindahlen hat.

In Herford hat auch die Deutschlandzentrale des britischen Soldatensenders BFBS ihren Sitz.[2]

Osnabrück war früher die größte Basis der Britischen Armee im Ausland überhaupt. Zeitweise waren dort 10.000 Soldaten stationiert. 2009 zogen die Briten aus Osnabrück ab.

Falklandinseln

Nach dem Falklandkrieg 1982 verstärkte Großbritannien seine Truppen in der fernen Kolonie. Die Soldaten leisteten Hilfe beim Wiederaufbau sowie bei der Räumung von Munition und Minen, die der Krieg hinterlassen hatte. Seit der Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen mit Argentinien wurde die Truppenstärke auf etwa 500 Soldaten reduziert. Dennoch sind zusätzlich auch weiterhin Kampfjets der Royal Air Force sowie Kriegsschiffe der Royal Navy auf den Inseln stationiert.

Irak

Nach dem 2. Golfkrieg 1991 stationierte Großbritannien gemeinsam mit den USA Soldaten in den Nachbarländern des Irak, um die Lage zu überwachen. Nach dem Scheitern aller Verhandlungen und der Uneinigkeit des Sicherheitsrates der UNO griff Großbritannien im März 2003 an der Seite der USA den Irak an (siehe Irak-Krieg). Während des Krieges kamen zeitweise bis zu 45.000 Soldaten der British Army zum Einsatz. Nach dem Sieg wurde der Irak in drei Besatzungszonen unterteilt, von denen die südliche rund um Basra von den Briten verwaltet wird. Im Jahr 2004 war zusätzlich das Black Watch-Infanterie-Regiment zwischenzeitlich mit 850 Soldaten in den Nordirak entsandt worden, um fehlende amerikanische Kapazitäten zu ersetzen. Aufgrund der relativ ruhigen Situation in diesem Bereich des Landes reduzierte Großbritannien seine Besatzungstruppen im Laufe der Zeit.

Am 30. April 2009 wurden im Zuge des Abzugs der britischen Armee die Aufgaben im Südirak an die amerikanischen Verbündeten übergeben und der sechs Jahre dauernde Kampfeinsatz offiziell für beendet erklärt. Seit Beginn des Konflikts im Frühjahr 2003 starben nach offiziellen Angaben 179 britische Soldaten im Irak (Stand: 30. April 2009).[3] Dennoch sind weiterhin etwa 400 britische Soldaten im Irak stationiert, um die irakischen Sicherheitskraefte auszubilden. [4]

Kanada

In der Provinz Alberta befindet sich mit BATUS (British Army Training Unit Suffield)[5] eines der größten Übungsgelände der britischen Armee. Von Mai bis Oktober trainiert jeden Monat eine Battlegroup von etwa 1500 Soldaten, vorrangig mit gepanzerten Fahrzeugen. Zusätzlich ist noch ein Regiment (etwa 350 Soldaten) für diese 6 Monate dort stationiert um die Gegnerdarstellung (OPFOR, Opposing Forces) sicherzustellen. Die Anzahl der ständig in BATUS eingesetzten Soldaten variiert abhängig von der Jahreszeit zwischen 150 und 350 Soldaten. Diese Überwachen entweder die Übungen oder reparieren das eingesetzte Material, unter anderem etwa 30 Challenger 2 Panzer. Während der Wintermonate finden auch Überlebenstrainings in den nahen Skigebieten der Rocky Mountains statt.

Nordirland

Obwohl Nordirland direkt zum Vereinigten Königreich gehört, ist die Stationierung der British Army ein Einsatz außerhalb ihres Hoheitsgebietes, da Nordirland über eine eigene, von der Army abgesonderte Truppe verfügt. Diese wurde jedoch, genau wie die Polizei, von mehreren Einheiten bei ihrer Arbeit unterstützt. Die Soldaten halfen unter anderem bei der Entwaffnung der IRA und schützten die jährlichen Prozessionen der Oranier in Belfast und Derry. Dieser als Operation Banner bezeichnete Einsatz endete offiziell am 31. Juli 2007 nach 38 Jahren. Seit der Waffenruhe mit der IRA 1997 war die Anzahl der britischen Soldaten in Nordirland bereits deutlich reduziert worden; von August 2007 an werden nur noch 5000 Soldaten ohne konkretes Einsatzmandat dauerhaft in Nordirland stationiert sein.

Sierra Leone

Nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges begannen die britischen Streitkräfte im Jahr 2000 mit der Evakuierung von Ausländern. Noch während des Einsatzes erhielt Großbritannien vom UN-Sicherheitsrat das Mandat, direkt in die Kampfhandlungen einzugreifen und Frieden zu schaffen. Nach der erfolgreichen Intervention und dem Ende der Kampfhandlungen, die 2002 noch einmal kurzfristig aufflammten, blieben Einheiten der British Army weiterhin im Land um den Frieden zu sichern. Im Laufe der Zeit werden diese nun durch afrikanische Soldaten, vor allem aus Nigeria, abgelöst.

Zypern

Großbritannien besitzt zwei Sovereign Base Areas auf Zypern, Akrotiri und Dhekelia. Diese militärischen Basen sind britische Hoheitsgebiete und umfassen knapp 100 km². Hier sind sowohl Versorgungs- wie auch Infanterie- und Hubschraubereinheiten stationiert. Die Stützpunkte dienen einerseits als Versorgungsbasen für die britischen Soldaten in Asien und Afrika, aber auch als Hauptquartier der UN-Friedenstruppe (UNFICYP), die seit der Besetzung Nordzypern durch die Türkei 1974 als Ordnungsmacht vor Ort ist. Die British Army stellt hierbei den Großteil der Blauhelmsoldaten. Insgesamt sind zurzeit etwa 7.000 britische Soldaten auf Zypern stationiert. Des weiteren findet hier jährlich ein Teil der Offiziersausbildung statt.

Einzelnachweise

  1. Royal Military Police Units (eng.), British Army.  (Link nicht mehr abrufbar)
  2. BFBS Radio, SSVC.  (Link nicht mehr abrufbar)
  3. Übergabe in Basra. Briten ziehen ab, n-tv.de, 30. April 2009. Abgerufen am 30. April 2009.
  4. Homepage der British Army, 1. Dezember 2010. Abgerufen am 1. Dezember 2010. (Link nicht mehr abrufbar)
  5. BATUS (eng.), BATUS HIVE. 

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