Ausoniusstraße
Römischer Wachturm bei Dill und Niedersohren. Eine Hinweistafel im Turm gibt allerdings an, dass dieser vor wenigen Jahren im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme erbaut wurde, und Türme dieser Art nicht an der Ausoniusstraße gestanden haben.

Die Ausoniusstraße oder der Ausoniusweg (auf Latein Via Ausonia) war eine römische Straße, die von Trier über den Hunsrück nach Bingen am Rhein zur Rheintalstraße und damit weiter nach Mainz (Mogontiacum) führte. Die Strecke ist heute als Wanderweg erschlossen, der vom Hunsrückverein betreut wird. Das Wanderzeichen ist ein weißes AU auf grünem Grund.

Inhaltsverzeichnis

Name und Beschreibung

Der Weg wurde nach dem römischen Dichter und Staatsbeamten Decimus Magnus Ausonius benannt, der zwischen 365 und 368 die Gegend bereiste und beschrieb. Nachdem man auf der im Mittelalter gefundenen Peutingerschen Tafel diese Straße verzeichnet fand, kam der Name auf. Der ursprüngliche Name der schon bei Tacitus erwähnten Strecke ist unbekannt. Der meist gerade Weg wurde von römischen Siedlungen und vermutlich auch Leugensteinen (Meilensteinen) gesäumt, war selbst befestigt und sogar zweispurig ausgebaut. Da teilweise heutige Straßen (zum Beispiel die Hunsrückhöhenstraße und die Bundesstraße 50 und vor Bingen die Landstraße 214) auf der Trasse verlaufen, wird der Wanderweg des öfteren auf parallelen, wandergeeigneten Strecken geführt. Besonders deutlich ist der typische gradlinige Verlauf der Trasse zwischen dem Stumpfen Turm und Kirchberg-Denzen.

Verlauf

Der Ausoniusweg ist ca. 118 km lang und führt heute als Wanderweg meist über Feldwege. Er verbindet das Mittelrheintal (Bingen) mit Trier. Bei einer Wanderung mit einer Tagesleistung von 20 km/d ist eine Einkehr etwa in folgenden Orten empfohlen:


Ein alternativer Aufstieg beginnt in Neumagen-Dhron, identisch mit dem Moselhöhenweg und führt über den Weinplatz bei Horath. Bei Morbach-Elzerath (Heidepütz)trifft diese Originaltrasse auf den über Trier, Pfalzel, Fell, Gräfendhron kommenden Wanderweg. Die Strecke ist, von Trier an gerechnet, sieben Kilometer länger.

Weitere Ortschaften an der Trasse sind die Städte Simmern, Stromberg und die Orte Waldalgesheim und Weiler. Hier wird der Wanderweg aber parallel über Rheinböllen, Erbach am Binger Wald entlang geführt. Die direkte Trasse führte ehemals über Stromberg und von Weiler durch das Tälchen im Bangert auf die damals näher an der Nahemündung situierte römische Nahebrücke zu (→ Drususbrücke).

Aufbau

Der langjährige Direktor des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz, Karl Schumacher beschreibt den von ihm festgestellten Aufbau der Römerstraße wie folgt: Den Unterbau bildet ein 1,50 Meter hoher Damm, dessen Erde den Gräben entnommen ist, die an vielen Stellen noch beiderseits desselben zu sehen sind. Die stark gewölbte Fahrbahn hatte eine Breite von 5 bis 5,50 Meter, die beiderseitige Böschung von je circa 1,50 Meter. Die Steinpackung ist etwa 80 Zentimeter stark und läßt deutlich zwei Straßenkörper übereinander erkennen, die durch eine sogenannte Blätterschicht voneinander getrennt sind. Es ist eine wwahre Lust, auf dem fast schnurgeraden Damm durch Wald und Heide dahinzuwandern...[1]

Literatur

  • Uwe Anhäuser: Die Ausoniusstraße. Ein archäologischer Reise- und Wanderführer. Rhein-Mosel-Verl., Alf, 2006; ISBN 3-89801-032-5
  • Paul Dräger (Hrsg.): Mosella (lateinisch–deutsch); unter anderem: Paulinus-Verlag, Trier, 2001; ISBN 3-87760-167-7

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Zitiert ohne weitere Angaben (und ohne deren heutigen Namen zu nennen) in Rudolf Pörtner: Kelten, Römer, Sarmaten. In Der Hunsrück, Merian Heft 6/XV (1962), S. 68–70

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