5. Königlich Bayerische Reserve-Division

Die 5. Königlich Bayerische Reserve-Division war ein Verband der Bayerischen Armee, die Teil der deutschen Armee im Ersten Weltkrieg war. Die Division wurde im August 1914 als Teil des I. Bayerischen Reserve-Korps aufgestellt und 1919 im Rahmen der Demobilisierung nach Kriegsende aufgelöst. Als Reserve-Division bestand sie zum größten Teil aus mobilisierten Reservisten und Landwehrleuten vorwiegend aus dem Bereich des III. bayerischen Armeekorps (Oberpfalz, Niederbayern, Ober- und Mittelfranken). Der Verband war ausschließlich an der Westfront im Einsatz und wurde von der alliierten Aufklärung als gut zweitklassig eingestuft.

Inhaltsverzeichnis

Gliederung

Gliederung zu Kriegsbeginn

Die ursprüngliche Gliederung zu Kriegsbeginn war (Stand: 2. August 1914):

  • 9. Bayerische Reserve-Infanterie-Brigade
    • 6. Bayerisches Reserve-Infanterie-Regiment
    • 7. Bayerisches Reserve-Infanterie-Regiment
  • 11. Bayerische Reserve-Infanterie-Brigade
    • 10. Bayerisches Reserve-Infanterie-Regiment
    • 13. Bayerisches Reserve-Infanterie-Regiment
  • 1. Bayerisches Reserve-Jägerbataillon
  • 5. Bayerische Reserve-Kavallerie-Regiment
  • 5. Bayerische Reserve-Feldartillerie-Regiment
  • 4. Kompagnie/2. Bayerisches Pionier-Bataillon
  • 1. Reserve-Kompagnie/2. Bayerisches Pionier-Bataillon
  • Reserve-Divisions-Brückentrain 5
  • Reserve-Sanitätskompagnie 5

Gliederung 1918

Die Zusammensetzung der Division änderte sich im Laufe des Krieges mehrfach. An Kavallerie verblieb nur mehr eine Eskadron, während Artillerie und technischen Truppen verstärkt wurden. Die Gliederung am 1. Juni 1918 war:

  • 11. Bayerische Reserve-Infanterie-Brigade
  • 2. Eskadron/3. Bayerisches Chevaulegers-Regiment „Herzog Karl Theodor“
  • Bayerischer Artillerie-Kommandeur Nr. 17
    • 5. Bayerisches Reserve-Feldartillerie-Regiment
  • II. Abteilung/Sächsisches Reserve-Fußartillerie-Regiment Nr. 19
  • Bayerische Leichte Munitionskolonne 102
  • Bayerische Leichte Munitionskolonne 104
  • Bayerische Leichte Munitionskolonne 119
  • Bayerisches Pionier-Bataillon 18
    • Bayerische Reserve-Pionier-Kompanie 2
    • Bayerische Reserve-Pionier-Kompanie 19
    • Bayerische Minenwerfer-Kompanie 205
  • Bayerisches Divisions-Nachrichten-Kommando 405
  • Bayerische Divisions-Fernsprech-Abteilung 405
  • Bayerische Divisions-Funker-Abteilung 103
  • Bayerische Sanitätskompanie 16
  • Bayerisches Feldlazarett 46
  • Bayerisches Feldlazarett 50
  • Bayerisches Pferdelazarett 25
  • Bayerische Divisions-Kraftwagen-Kolonne 751
  • Bayerische Feldpostexpedition 752

Geschichte

1914

Die Division wurde bis 2. August 1914 mobil gemacht. Ihr erster Kommandeur war General der Infanterie Friedrich Freiherr Kreß von Kressenstein. Die Division marschierte im Rahmen der 6. Armee/des I. Reserve-Korps im Westen in zweiter Linie bei Saargemünd auf. Flussaufwärts der Saar folgend erreichte sie bis zum 17. August 1914 Drulingen und war zunächst als Korpsreserve des I. Reserve-Korps eingesetzt, rückte jedoch dann in die erste Linie nördlich Lauterfingen vor, wo es Verbindung mit dem rechten Nachbarn, dem XXI. Armee-Korps sowie mit dem linken Nachbarn, der 1. Reserve-Division, herstellte. Am 20. August 1914 morgens trat die Division von ihrem Bereitstellungsraum westlich Mittersheim an, stieß ostwärts Lauterfingen vorbei und durchbrach die Linien des französischen XVI. Armee-Korps der 2. Armee. Am 21. August morgens wurde Angweiler genommen.

Die Division wurde bis 2. Oktober 1914 nach Nordfrankreich in den Raum Douai transportiert. Sie rückte über Cuincy und Esquerchin in Richtung Arras vor, als die französische 70. Reserve-Division in die Flanke des I. Reserve-Korps aufmarschierte. Die Division entfaltete sich unverzüglich, die eigene rechte Flanke gedeckt vom 5. Reserve-Kavallerie-Regiment, und erreichte bis Abend die Linie westlich der Orte Drocourt - Bois Bernard - Izel. Am 3. Oktober 1914 zerschlug sie die französische Reserve-Division und setzte sich bis 5. Oktober 1914 auf den Vimy-Höhen fest. Am 6. Oktober 1914 nahm die 9. Reserve-Infanterie-Brigade die Loretto-Höhe bei Souchez. Sie grub sich dort ein und verbrachte den Winter in dieser Stellung.

1915

Während der Frühjahrsschlacht von La Bassée - Arras (9. Mai bis 23. Juli 1915) lag die Division zwischen Carency - Ecurie. Das Reserve-Jäger-Bataillon 1 stand als Eckpfeiler bei Carency und hielt Verbindung zum rechten Nachbarn. Das preußische Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 39 war inzwischen der Division unterstellt. Am 9. Mai 1915 wurde sie von 4 französischen Divisionen der 10. Armee angegriffen (Vom französischen XXII. Armee-Korps: Teile 70. Infanterie-Division, 77. Infanterie-Division und die Marine-Division; vom XX. Armee-Korps: 39. Infanterie-Division und 11. Infanterie-Division). Am 14. Mai 1915 ließ die Gefechtsintensität nach und die Division konnte aus der Front gelöst werden. Sie verlor in der Frühjahrsschlacht nahezu 7.000 Mann und acht Geschütze. Am 10. September 1915 wurde Generalleutnant August Ipfelkofer zum Divisionskommandeur ernannt. In der Herbstschlacht von La Bassée - Arras (23. September bis 13. Oktober 1915) war die Division südlich der Scarpe in Stellung gegangen. Hierzu wurde ihr das sächsische Jägerbataillon 13 sowie das I. Bataillon des preußischen Infanterie-Regiments Nr. 133 unterstellt, welches am linken Flügel Verbindung zum preußischen 111. Infanterie-Division hielt. Die Division konnte den Ansturm von französischen Divisionen abweisen. Bei 1.300 Mann eigener Verluste nahm sie 600 Franzosen gefangen

1916

In der Schlacht an der Somme war die Division im Juli 1916 zunächst als Korps-Reserve des I. Reserve-Korps eingesetzt. Am 13. August 1916 löste sie die vorn kämpfende 8. Reserve-Division beiderseits Maurepas ab. Tagelang im Gefecht hielt die Division die Ortschaft fest, die am 24. August endgültig in die Hände der Franzosen fiel. Die Division hatte wieder 4.500 Mann verloren und wurde am 27. August aus der Front gelöst. Am 23. September 1916 wurde die Division dem neu gebildeten XV. Reserve-Korps unterstellt.

1917

Am 16. April 1917 war die Division zur Schlacht an der Aisne im Rahmen des XV. Reserve-Korps links vorn ein gesetzt mit linker Grenze an der Aisne bei Berry au Bac Verbindung haltend mit der preußischen 10. Reserve-Division und rechter Grenze Ostrand Waldstück bei La Ville aux Bois Verbindung haltend mit der 9. Reserve-Division. Der französische Angriff am 16. April 1917 durchstieß schon beim ersten Anlauf die vorderen Linien der Division, welche auf etwa 2km weiter hinten vorbereitete Stellungen in der Tiefe ausweichen musste. Der frontale Gegenangriff der preußischen 50. Infanterie-Division brachte den französischen Einbruch zum Stehen, der Flankenangriff der 213. Infanterie-Division zerschlug die Reste der französischen Angriffstruppen. Am 18. April 1917 wurde die angeschlagene Division nach Verlusten von etwa 3.000 Mann in einen ruhigeren Abschnitt verlegt. Im September 1917 wurde die Division nach Flandern verlegt und sollte als Korps-Reserve eingesetzt werden; sie wurde jedoch kaum eingetroffen gegen die eingebrochenen englischen Kräfte westlich Poelkappelle geworfen und verblieb dort bis 2. Oktober 1917 in Stellung. Anschließend wurde sie als Reserve zurückgenommen. Am 30. September 1917 wurde Generalleutnant Hermann Ritter von Burkhardt zum Divisionskommandeur ernannt. Ende Oktober 1917 wurde die Division vorn zwischen Wallemolen und Poelkappelle, links von ihr lag die 11. Infanterie-Division. Am 30. Oktober 1917 hielt die Division wiederum einem schweren Angriff stand und wird anschließend wieder herausgezogen.

1918

In der Michael-Schlacht (Frühjahrsoffensive 1918) trat die Division im Rahmen des I. Reserve-Korps am 28. April 1918 nördlich der Scarpe bei Gavrelle in Richtung Arras an, traf auf wohl vorbereitete Stellungen des Feindes und kam nicht voran. Nach dieser Schlacht hatte die Division ein Drittel ihrer Truppe verloren. Im September 1918 lag sie am Ostrand der Argonnen. Am 26. September 1918 überrannten im Zuge der Meuse-Argonne-Offensive die US-amerikanischen Truppen die Linien der 117. Infanterie-Division sowie 7. Reserve-Division etwa 5km südlich der Maas bei Brieulles. Die Division warf sich entschlossen gegen den Feind und verunsicherte ihn so sehr, dass die US-Truppen ihren Einbruch nicht weiter nutzten. Am 27. Oktober 1918 konnte sie eine Stellung zwischen Brieulles und Nantillois gegen die amerikanischen Angriffe halten. Den südlichen Flügel musste sie am 28. Oktober 1918 auf Cierges an der Andon zurücknehmen. Am 4. Oktober 1918 wurden die Linien der Division in der Mitte und am rechten Flügel eingedrückt, ein Durchbruch konnte noch verhindert werden. Während sie den Einbruch der Amerikaner am 9. Oktober 1918 bis nach Cunel mit der Divisions-Reserve (7. Reserve-Infanterie-Regiment) zurückschlagen konnte, musste sie am 11. Oktober 1918 den Eckpfeiler der Verteidigung Brieulles aufgeben. Am 21. Oktober 1918 brachen die Amerikaner beim rechten Nachbarn durch. Bis 22. Oktober 1918 wich die Division auf die Stellungen zwischen Cléry an der Andon und Liny ostwärts der Maas aus. Dort stemmte sie sich noch mit der Gefechtsstärke eines Regiments gegen die amerikanische Übermacht. Am 2. und 3. November musste sie ihren rechten Flügel auf die Stellungen ostwärts der Maas zurücknehmen und besetzten die Linie zwischen Lion und Liny. Die Division leistete Widerstand bis zum Waffenstillstand am 11. November 1918. Die Reste der Division marschierten über Diedenhofen und Worms in die Heimat und erreichte Wochen später die Gegend zwischen Heilbronn und Mergentheim.

Siehe auch

Quellen

  • Konrad Krafft von Dellmensingen, Friedrichfranz Feeser: Das Bayernbuch vom Weltkriege 1914-1918, Stuttgart: Chr. Belser AG, Verlagsbuchhandlung, 1930

Literatur

  • Die Bayern im Großen Kriege, Bayerisches Kriegsarchiv, München 1923.
  • Das Bayernbuch vom Weltkriege (1. Band), Stuttgart 1930.
  • Histories of Two Hundred and Fifty-One Divisions of the German Army which Participated in the War (1914-1918), compiled from records of Intelligence section of the General Staff, American Expeditionary Forces, at General Headquarters, Chaumont, France 1919 (1920) (Reprint: London Stamp Exchange, 1989).

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