Randy Rhoads

Randall William „Randy“ Rhoads (* 6. Dezember 1956 in Santa Monica, Kalifornien; † 19. März 1982 in Leesburg, Florida) war ein US-amerikanischer Rock- bzw. Heavy Metal-Gitarrist und spielte für Quiet Riot und Ozzy Osbourne. Durch Ozzy Osbourne erhielt er internationale Bekanntheit und gilt seither als einer der einflussreichsten Heavy Metal- und Neo-Classical Metal-Gitarristen. Er beeinflusste viele Gitarristen, die heute selbst zu den besten ihres Genres zählen. Dazu gehören unter anderen Alexi Laiho, Buckethead, Dimebag Darrell, Paul Gilbert, Yngwie Malmsteen und Zakk Wylde.

1981 erhielt Randy Rhoads den "Best New Talent"-Award des Guitar Player-Magazins.

2010 wurde ein Randy Rhoads Museum in Corona, Kalifornien nahe seines Grabes eröffnet.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Randall William Rhoads wurde am 6. Dezember 1956 im St. John's Hospital in Santa Monica, Kalifornien geboren. Sein Eltern hatten sich sehr früh getrennt, als Rhoads 17 Monate alt war, hatte sein Vater, der Klarinettenlehrer war, die Familie verlassen. Randy Rhoads besuchte die First Lutheran Day School bis zur sechsten Klasse. Schließlich kam er auf die Burbank High School, wo er sich jedoch mehr der Musik als der Schulbildung widmete. Mit der Hilfe und Zustimmung seiner Mutter Dolores Rhoad wechselte er auf eine Abendschule. Somit konnte er sich tagsüber mit dem Studieren von Musik beschäftigen und abends seinen Schulabschluss nachholen.

Die Begeisterung für Musik wurde durch seine Mutter geweckt. Sie gründete 1949 die Musonia School of Music, eine Musikschule mit einem kleinen Musikladen, in Burbank. Nach ihrem Bachelor-Abschluss in Musik an der UCLA, hatte Dolores Rhoads in Los Angeles Trompete gelehrt, bevor sie eine Weile als Berufmusikerin spielte und schließlich die Musikschule eröffnete. Als Randy Rhoads älter war, unterrichtete er auch selbst an der Musikschule seiner Mutter.

Randy Rhoads erhielt von Kindheit an eine solide musikalische Grundausbildung. Mit sechseinhalb Jahren bekam er eine gebrauchte Gibson „Army-Navy“ Akustikgitarre, die seinem Großvater gehörte. Er erhielt außerdem Klavier- und Musiktheorieunterricht von seiner Mutter und Gitarrenunterricht von einem lokalen, rockorientierten Gitarrenlehrer, der auch in Musonia tätig war. In jungen Jahren spielte Randy Rhoads in einer kleinen Band der Musikschule, die wie ein kleines Schulorchester organisiert war und die von seiner Mutter geleitet wurde. Im Alter von 14 Jahren gründete er mit seinem Bruder Kelle Rhoads die Band Violet Fox. Der Name stammte vom Mittelnamen seiner Mutter: Violet.

Bisher spielte Randy Rhoads hauptsächlich Folk, Klassik und manchmal Pop. Als er jedoch 1971 ein Alice Cooper-Konzert besuchte, stand fest, dass er Rockmusiker werden wollte. Im Jahr 1975 gründeten Randy Rhoads und Kevin DuBrow die Band Quiet Riot, die sich zu einer erfolgreichen, lokalen Band im Raum Los Angeles mit regelmäßigen Auftritten, eigenem Manager und Plattenaufnahmen entwickelt hat.

1979 war Ozzy Osbourne auf der Suche nach einem Lead-Gitarristen für sein neues Soloprojekt. Nachdem er in New York erfolglos war, kam er nach Los Angeles. Ein lokaler Bassist machte ihn auf Randy Rhoads aufmerksam und meinte, er solle sich ihn einmal anhören. Ozzy rief Randy an, der an dem Tag bis 22:30 Uhr in der Schule seiner Mutter unterrichtete. Randy war zunächst unsicher und meinte zu seiner Mutter, dass aus dem Vorspielen sowieso nichts werden würde. Schlussendlich konnte sie ihn aber davon überzeugen, es wenigstens einmal zu versuchen. Er nahm seine Gitarre und seinen kleinen Übungsverstärker und machte sich nach seiner letzten Unterrichtsstunde, gegen 22:45 Uhr, auf den Weg.

Beim Vorspielen angekommen, brauchte er etwa zwei Minuten Aufwärmübungen auf der Gitarre um Ozzy Osbourne von seinem Potential zu überzeugen und sich mit einem "You've got the job!" seitens Ozzy einen Platten- und Tourvertrag zu sichern. Die nächsten und letzten drei Jahre seines Lebens war Randy Rhoads nun die meiste Zeit mit Aufnahmen und Konzert-Touren beschäftigt. Während der Touren durchsuchte Randy oft die Yellow Pages um nach lokalen Dozenten für klassische Gitarre zu suchen und Unterrichtsstunden bei ihnen zu nehmen. Darunter war auch ein Professor der University of London. Zu dem Zeitpunkt war es kein Geheimnis mehr, dass er einen Master-Abschluss im Studiengang Klassikgitarre in Europa anstrebte.

Er gab aber auch den Gitarristen der Supportbands Nachhilfe und lehrte sie eine bessere, schnellere Technik. Osbourne meinte in einem Interview kurz nach Rhoads' Tod, er sei „der vielleicht beste Gitarrist unter vielen tollen Saitenzauberern, mit denen ich bisher zu tun gehabt habe, und eine riesige Inspirationsquelle, die mich aus meinen Depressionen gerissen hat!“

Einflüsse

Große musikalische Einflüsse für Randy Rhoads waren Mick Ronson, der Gitarrist von David Bowie und Glen Buxton, der Gitarrist von Alice Cooper.

Jackson Guitars

1980 wurde Grover Jackson, der Besitzer von Charvel Guitars, von Randy Rhoads kontaktiert, um gemeinsam ein neues E-Gitarren-Modell zu entwerfen. Noch vor Weihnachten 1980 kam es zu einem Treffen und die beiden entwarfen eine asymmetrische Flying V mit durchgehendem, eingeleimten Hals. Die Concorde. Grover Jackson platzierte statt Charvel, seinem Firmennamen und üblichen Logo auf seinen Gitarren, "Jackson". Da die Concorde ein gewagtes Projekt wegen des futuristischen Aussehens war, wollte man einen möglichen Misserfolg, der dann auf Charvel zurückzuschließen wäre, nicht riskieren.

Nach dem überraschenden und tragischen Tod von Randy Rhoads, entwickelte sich das Modell jedoch zum Erfolg und ist seither unter dem Namen Jackson Rhoads oder Rhoads bekannt und ist die erste Gitarre, die unter dem Markennamen von Jackson Guitars vertrieben wurde.

Tod

Auf einer Busfahrt zum nächsten Konzert der Ozzy Band („Saturday's Rock Superbowl XIV“ Eröffnungsshow in Orlando, Florida) legte der Tourbus am 19. März 1982 gegen 8 Uhr morgens eine Pause in Leesburg, Florida, dem Wohnort des Busfahrers, Andrew Aycock, ein, um die Klimaanlage des Tourbusses zu reparieren und um dort seine Ex-Frau Wanda abzusetzen. Aycock bewohnte die Flying Baron Estates, welche aus einem Gebäudekomplex, einem Flugzeughangar und einer Landebahn bestehen.

Während einige Bandmitglieder im Bus weiterschliefen und andere sich die Füße vertraten, nahm sich Aycock unerlaubterweise eine 1955er Beechcraft Bonanza-Propellermaschine aus der Halle (die einem Bekannten von ihm gehörte) und lud einige Businsassen auf einen Rundflug ein. Aycock besaß zwar einen Pilotenschein, dieser war aber wegen eines zu diesem Zeitpunkt abgelaufenen medizinischen Eignungszertifikats ungültig, was er jedoch verschwieg. Außerdem war er bereits sechs Jahre zuvor in einen tödlichen Hubschrauberabsturz involviert gewesen.

Als erstes flogen der Tourkeyboarder Don Airey und der Tourmanager ein paar Runden mit, danach gingen Randy Rhoads (trotz seiner Flugangst) und die Stylistin der Band, Rachel Youngblood, mit an Bord. Aycock überflog mehrere male im Tiefflug den Tourbus, bis er beim letzten Überflug schließlich zu tief kam, und mit der Tragfläche das Dach des Busses streifte, in dem Ozzy und seine zukünftige Frau Sharon Arden, Drummer Tommy Aldridge und Bassist Rudy Sarzo noch schliefen. Dabei riss die Tragfläche ab, das Flugzeug streifte ein paar Bäume, und stürzte in eine dahinter liegende Garage wo es explodierte. Alle drei Insassen kamen ums Leben. Im gerichtsmedizinischen Bericht stand später, Aycock stand zum Zeitpunkt des Unfalls unter dem Einfluss von Kokain.

Don Airey stand währenddessen vor dem Bus und konnte das Geschehen beobachten. Die Passagiere im Bus wurden durch den Einschlag geweckt und dachten zunächst, sie wären in einen Verkehrsunfall geraten.

Weitere Konzerte der Band wurden abgesagt und Rhoads wenige Monate später (obwohl Ozzy Osbourne die Band auflösen wollte) durch den irischen Gitarristen Bernie Tormé ersetzt. Rhoads wurde in San Bernardino in Kalifornien beerdigt.

Ausrüstung

Gitarren

Randy Rhoads hatte während seiner Zeit mit Ozzy Osbourne vier Gitarren, die er am häufigsten benutzte. Darunter waren seine weiße 1974 Gibson Les Paul Custom (die er vom Besitzer der Proberäume zu Quiet Riot-Zeiten geschenkt bekommen hatte), eine schwarze Flying V mit weißen Polkadots (eine Kundenanfertigung von Karl Sandoval) und seine zwei eigenen Modell-Prototypen von Jackson Guitars.

Verstärker

Auf der Bühne benutzte Randy Rhoads ausschließlich Verstärker und Boxen von Marshall Amplification. 1980 besuchte Randy Rhoads die Fabrik von Jim Marshall in Bletchley, Milton Keynes und bestellte einen weißen 100 Watt Super Lead Head mit einer speziellen und unüblichen Modifikation, die auf einer Kaskadierung der beiden Hälften der ersten Vorstufenröhre basiert. Somit führt das kaskadieren zu einer Signalanhebung von 36dB und erzeugt eine zusätzliche Übersteuerung in den nachfolgenden Stufen.

Effektgeräte

Sein Pedalboard bestand hauptsächlich aus einem MXR 10-Band Graphic EQ, einem MXR Distortion+, einem MXR Flanger, einem MXR Stereo Chorus und einem VOX V847A Wah. Delay-Pedale benutzte Randy Rhoads verschiedene. Darunter waren die Korg Echo Unit, das Roland Tape Echo und das Yamaha Analog Delay.

Für die Aufnahme von Blizzard Of Ozz und einige Auftritte benutze Randy ein angefertigtes Pedalboard von Pete Holmes.

Diskographie

Mit Quiet Riot

  • Quiet Riot (1977)
  • Quiet Riot II (1978)
  • The Randy Rhoads Years (1993)

Mit Ozzy Osbourne

  • Blizzard Of Ozz (1980)
  • Diary Of A Madman (1981)
  • Tribute (1987)

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