Aussetzung des Allerheiligsten
Das in der Monstranz ausgesetzte Allerheiligste auf dem Tabernakel

Die Eucharistische Anbetung oder Aussetzung des Allerheiligsten ist eine liturgische Gebetsform in der römisch-katholischen Kirche, in deren Mittelpunkt der in Realpräsenz gegenwärtige Leib Christi – das sogenannte Allerheiligste – in Form einer gewandelten Hostie anbetend verehrt wird. Höhepunkt und Abschluss dieser Form des Gottesdienstes ist der sakramentale Segen.

Gewandelte Hostien werden üblicherweise in dem von außen nicht einsehbaren Tabernakel aufbewahrt. Bei der Aussetzung des Allerheiligsten setzt der Priester oder der Diakon eine Hostie in ein besonderes Behältnis ein, die Monstranz (von lat. monstrare, „zeigen“) und stellt diese auf den Altar, wo das Allerheiligste von den Gläubigen durch Gebete, Hymnen oder in stiller Anbetung verehrt wird.

„Während der Messfeier darf im selben Raum der Kirche oder Kapelle keine Aussetzung des Allerheiligsten stattfinden.[1]

Genauso wenig ist es erlaubt, das Allerheiligste nur zum Zweck des Segnens auszusetzen. Der eucharistische Segen ist vielmehr der Abschluss einer solchen Zeit der Anbetung, denn sie allein bereitet zum fruchtbaren Empfang dieses besonderen Segens.

Die bisher größte Eucharistische Anbetung mit ca. einer Million Gläubigen fand während der Vigil anlässlich des XX. Weltjugendtages in Köln unter Anwesenheit von Papst Benedikt XVI. statt. Papst Johannes Paul II. hatte das Jahr 2005 zum Jahr der Eucharistie ausgerufen.

Das Hochfest des Leibes und Blutes Christi heißt Fronleichnam und wird alljährlich am Donnerstag nach Trinitatis mit Sakramentsprozessionen begangen; in den überwiegend katholischen Bundesländern Deutschlands, Österreichs und der Schweiz ist es ein gesetzlicher Feiertag.

Siehe auch

Weblinks

Anmerkungen

  1. Can. 941 CIC § 2; Webseite des Vatikan.

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