Aussichtsturm Erbeskopf
Erbeskopf
Blick vom Erbeskopf

Blick vom Erbeskopf

Höhe 816,32 m ü. NN
Lage Rheinland-Pfalz, Deutschland
Gebirge Hunsrück
Geographische Lage 49° 43′ 46″ N, 7° 5′ 20″ O49.7294444444447.0888888888889816.32Koordinaten: 49° 43′ 46″ N, 7° 5′ 20″ O
Erbeskopf (Rheinland-Pfalz)
DEC
Erbeskopf
Besonderheiten höchste Erhebung in Rheinland-Pfalz und höchster Berg im Hunsrück

Der Erbeskopf ist mit 816 m ü. NN die höchste Erhebung in Rheinland-Pfalz. Er ist gleichzeitig höchster Berg im Mittelgebirge Hunsrück und der höchste deutsche linksrheinische Berg. Am 17. Januar 2008 wurde vom Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz eine Neuvermessung vorgenommen; mittels zweier unabhängiger Messungen wurde die exakte Höhe des Erbeskopfes mit 816,32 m ü. NN ermittelt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Erbeskopf liegt an der Nahtstelle von Schwarzwälder Hochwald, zu dem er morphologisch gerechnet wird, und Idarwald. Die Gemarkung gehört zur Ortsgemeinde Hilscheid in der Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf.

Geschichte

Während eines Manövers 1892 errichteten Pioniersoldaten einen hölzernen Aussichtsturm. Der Verein für Mosel, Hochwald und Hunsrück (heute Hunsrückverein) beschloss 1894 den Bau eines steinernen Kaiser-Wilhelm-Turms. Der 24 m hohe Turm wurde 1901 eingeweiht, 111 Treppenstufen führten zur Aussichtsplattform empor. Am Turmeingang wurde 1933 ein Kiosk angebaut und hoch oben eine Klimamessstation eingerichtet.

Ende August 1939 wurde der Turm für zivile Benutzer gesperrt, um drei Stockwerke erhöht, mit militärischen Funkanlagen ausgerüstet und diente als Funksendezentrale einer Richtstrahlverbindung von Berlin zur Atlantikküste. Die Klimastation wurde zur Wetterwarte.

Amerikanische Truppen besetzen am 17. März 1945 den Erbeskopf. Sie erweiterten die militärische Nutzung erheblich und überwachten den gesamten militärischen Flugverkehr bis tief ins Gebiet der damaligen Sowjetunion. Drei große Radartürme sowie der nach 1960 unter den Südhang des Erbeskopfes erbaute „Bunker Erwin“ mit dem Kriegshauptquartier Europa Mitte dienten der NATO–Strategie als multinationale Gefechtsstelle im Kalten Krieg. Der Turm wurde am 18. August 1961 gesprengt, weil er den militärischen Radarrundblick behinderte.

Aussichtsturm

Außerhalb des Sperrgebietes wurde 1971 ein 12 m hoher hölzerner Aussichtsturm erbaut.

Im Zuge der politischen Entspannung zwischen der NATO und den so genannten Ostblockstaaten ging die Bedeutung der Lauschapparate und elektronischen Alarmanlagen auf dem Erbeskopf rasch zurück. Ein halbes Jahrhundert nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zogen die US–Truppen ab und überließen ihre Radaranlagen der Bundeswehr unter NATO–Verwaltung.

Bis August 2004 war das Gipfelplateau ein stark umzäuntes Sperrgebiet. Seit der Beseitigung des Stacheldrahtes ist der größte Teil des Gipfels wieder frei zugänglich.

Jahrhunderte lang krönte den Erbeskopf ein Gipfelschopf aus mächtigen Buchen. In früheren Jahren wurde er auch als „Heiliger Hain“ bezeichnet, obwohl nichts darauf hindeutet, dass er einst eine Kultstätte gewesen sein könnte. Nach der Sprengung des Kaiser-Wilhelm-Turmes und großflächigen Rodungen bewahren spärliche Reste nur noch einen schwachen Eindruck der einstigen Urwüchsigkeit.

Infrastruktur und Wirtschaft

Der Aussichtsturm auf dem Gipfel ermöglicht den Rundblick über das Rheinische Schiefergebirge, welches außer dem Hunsrück noch Eifel, Westerwald und Taunus umfasst. Neben dem Aussichtsturm befindet sich eine Wetterstation der Meteomedia AG.

Am Erbeskopf befindet sich ein Freizeit- und Wintersportzentrum. Im Winter sind dort drei Skilifte in Betrieb, im Sommer eine Rodelbahn. Die Skipiste wird im Sommer als Streckenabschnitt des Erbeskopf Mountainbike Marathons verwendet.

Das Hunsrückhaus am Fuße des Berges genießt überregionale Bedeutung als Umweltbildungsstätte. Es bietet unter anderem eine interaktive Ausstellung zur Natur des Hunsrücks, einen Waldspielplatz und einen Sinneserfahrungsweg, einen Klimamessgarten und ein Umweltlabor sowie einen Tagungsraum mit moderner Medientechnik.

Besonderheit

Gottlob am Erbeskopf

Früher führte ein Pfad von der Mark Thalfang ins Birkenfelder Land. An der höchsten Stelle des Weges ganz in der Nähe des Erbeskopfgipfels pflegten die Reisenden ein Gebet zu sprechen. Dort ist auf einem Findlingsstein die Inschrift Gottlob eingemeißelt.

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