Reallexikon der germanischen Altertumskunde

Das Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA) ist ein Fachlexikon und akademisches Standardwerk zur frühen Geschichte und Kultur der germanischen Völker und Stämme, sowie der mit ihnen in Kontakt stehenden Kulturen. Das Werk wird in seiner zweiten Auflage von der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen betreut. Der Name wurde aufgrund der Annahme der älteren Forschung gewählt, historisch belegte Völker bis in die frühe Vorzeit verfolgen zu können.[1]

Die erste, vierbändige Ausgabe wurde von dem Anglisten Johannes Hoops 1911–1919 besorgt. Die zweite Auflage, deren aktuelle Herausgeber Heinrich Beck, Dieter Geuenich und Heiko Steuer sind und die beim Verlag Walter de Gruyter (Berlin-New York) 1968/73–2008 erschienen ist, stellt eine völlig neu bearbeitete Fassung des alten Reallexikons dar.

Das Reallexikon berücksichtigt alle Gebiete, in denen germanische Völkerschaften ansässig waren, und es erfasst den Zeitraum von den frühesten Zeugnissen im 1. Jahrtausend v. Chr. bis in die frühchristliche Zeit. Für das erst spät christianisierte Skandinavien erstreckt sich der behandelte Zeitraum bis zum Ende der Wikingerzeit, also bis zum 11./12. Jahrhundert, für den Kontinent endet er bereits im karolingischen Frühmittelalter. Das RGA stellt bezüglich dieses Zeitraums ein wichtiges Nachschlagewerk für die Geschichte Mittel-, Ost-, West- und Nordeuropas dar. Neben der Geschichte und der Kultur der Germanen werden beispielsweise auch Kelten, Hunnen und das Römische Reich berücksichtigt. Auch der Rezeptionsgeschichte wird teils breiter Raum zugestanden.

Die Artikel wurden vielfach von herausragenden Fachwissenschaftlern erstellt. Der Forschungsstand wird umfangreich dokumentiert; Literaturangaben sind am Ende des jeweiligen Artikels zu finden. Der 35. und letzte Band ist 2007 erschienen. Es schlossen sich zwei Registerbände an: Band 1 (2008) mit Autoren-, Stichwörter- und Fachregister sowie einem Abkürzungsverzeichnis; Band 2 (2008) mit einem alphabetischen Register. Zusätzlich wurden einzelne Sonder- bzw. Ergänzungsbände herausgegeben.

Ausgaben

  • 1. Auflage: Johannes Hoops: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. 4 Bände. K. J. Trübner, Straßburg 1911–1919
  • 2. Auflage: Hrsg. von Herbert Jankuhn, Heinrich Beck u.a., 35 Bände. Walter de Gruyter, Berlin-New York 1968/73–2007, ISBN 311016227X (u. w.) sowie zwei Registerbänden (erschienen 2008).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vgl. Hans Grünert: Gustaf Kossinna, vom Germanisten zum Prähistoriker. Rahden 2002, S. 140.

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