Regentalbahn AG

Regentalbahn AG
Siemens Desiro, VT19a, in Bad Brambach.

Die Regentalbahn AG (RAG, Markenname Die Länderbahn) betreibt Eisenbahninfrastruktur sowie Personenregional- und Schienenfernverkehr in Bayern und Sachsen mit Verbindungen in die Tschechische Republik; außerdem deutschlandweiten Schienengüterverkehr. Das Unternehmen ist im niederbayrischen Viechtach ansässig und gehört über seine Muttergesellschaft Arriva Deutschland GmbH zum europaweit tätigen Transportkonzern Arriva.

Zur Regentalbahn AG gehören die Konzernteile „Regental Bahnbetriebs-GmbH“ (RBG, mit den Marken Oberpfalzbahn und Waldbahn), die „Vogtland Bahnbetriebs-GmbH“ (mit Vogtlandbahn, Vogtland-Express und alex), Regental cargo (Güterverkehr) und die Regentalwerke.


Inhaltsverzeichnis

Entstehung der Regentalbahn AG

Am 9. Mai 1889 wurde auf Grund der „Konzession zur Herstellung und zum Betriebe einer normalspurigen Lokalbahn von Gotteszell nach Viechtach“ vom 28. April 1889 die AG Lokalbahn Gotteszell–Viechtach ins Leben gerufen.

Ab 10. November 1890 fuhren schon Güterzüge von Gotteszell nach Teisnach und am 20. November 1890 wurde der Gesamtverkehr auf dieser Eisenbahnstrecke bis Viechtach eröffnet. Die Gesellschaft erwarb 1903 die „Granitwerke Teisnach AG“ mit dem Steinbruch Prünst, der bis heute Schotter für den Streckenbau liefert.

Am 1. Januar 1928 kam noch die „Lokalbahn Deggendorf–Metten AG“ dazu, die mit der sich nun „Regentalbahn AG“ nennenden Lokalbahn Gotteszell–Viechtach fusionierte.

1924/25 wurde der Neubau der Strecke von Viechtach nach Blaibach in Angriff genommen, auf der am 2. Januar 1928 der Güterverkehr und am 1. Februar 1928 der Personenverkehr eröffnet wurde.

Zum 1. Januar 1973 übernahm die Regentalbahn AG ferner die ebenfalls über achtzigjährige „AG Lokalbahn Lam–Kötzting“.

Im Jahre 2002 etablierte man für die RAG den Markennamen Die Länderbahn, der deutlich machen soll, dass die Bahngesellschaft in Bayern, Sachsen, Thüringen sowie in der Tschechischen Republik tätig ist.

Die Regentalbahn ist Mitglied im Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland (TBNE).

Gründung von Tochtergesellschaften

Seit den 1970er Jahren ist die Zeit von Modernisierung und Rationalisierungsmaßnahmen geprägt, eine große Anzahl Triebwagen wurde angeschafft (zunächst gebrauchte, seit den 1980er Jahren auch neue) und verschiedene Unternehmensbereiche in Tochtergesellschaften ausgegliedert.

1980 wurde das Granitwerk Prünst in eine GmbH eingebracht, an der die Regentalbahn mit 50 % beteiligt war. Diese Beteiligung wurde 2005 veräußert.

Daneben entstanden unter dem Dach der Regentalbahn AG folgende 100%-ige Tochtergesellschaften:

  • 1979 die Regental Kraftverkehrs GmbH (RKG)
  • 1988 die Regental Bahnbetriebs-GmbH (RBG)
  • 1989 die Regental Fahrzeugwerkstätten GmbH (RFG)
  • 1998 die Vogtlandbahn GmbH (VBG)

Zum 1. Januar 2004 wurde die Regentalbahn Kraftverkehrs GmbH aus wirtschaftlichen Gründen aufgelöst. Die Fahrzeuge und die Angestellten übernahm das Busunternehmen Regionalbus Ostbayern GmbH, das die Omnibuslinien von Viechtach und Lam aus weiter betreibt.

Seit 1997 betreibt die Regental Bahnbetriebs-GmbH alle Strecken der Bayerischen Waldbahn im Auftrag der Deutschen Bahn (DB Regio Bayern) unter dem Markennamen Waldbahn. In deren Auftrag befährt sie seit 2001 unter dem Markennamen Oberpfalzbahn nicht nur die eigene Strecke Bad Kötzting–Lam, sondern auch die Strecken Schwandorf–Cham–Furth im Wald, Cham–Waldmünchen und Cham–Bad Kötzting. Außerdem gehört zur Regental Bahnbetriebs-GmbH die Güterverkehrssparte Regental Cargo, die bundesweit Güterzüge fährt. Sie hat ihren Betriebsmittelpunkt in Neuenmarkt-Wirsberg (mit einer Außenstelle in Zwickau) und ist in das Güterwagen-Netzwerk Eccocargo eingebunden.

Die am 1. Januar 1998 gegründete Vogtlandbahn übernahm die der RBG in Sachsen übertragenen Verkehrsleistungen. Seit 2005 bietet sie als eigenwirtschaftlichen Fernzug den Vogtland-Express, der einmal täglich das Vogtland mit Berlin verbindet.

Seit 2007 betreibt die Vogtlandbahn den ALEX. Im Dezember 2003 startete man als Ersatzverkehr für die eingestellte Interregio-Linie 25 in Zusammenarbeit mit der EuroThurbo GmbH (seit Anfang 2005 SBB GmbH) den Allgäu-Express (ALEX) zwischen München und Oberstdorf. Nachdem die Regentalbahn im Dezember 2005 die Ausschreibung für die nächste, längere Ausschreibungsperiode gewonnen hatte, ist sie seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2007 für den Fernverkehr nicht nur auf der Strecke von München nach Oberstdorf, neu mit Zugteil nach Lindau, verantwortlich, sondern auch auf den Strecken München–Regensburg–Hof und München–Regensburg–Furth im Wald-Prag. Verhandlungen über eine Verlängerung über Hof nach Leipzig und Berlin laufen. Die Marke ALEX wurde beibehalten, wird aber nunmehr als Arriva-Länderbahn-Express gedeutet; der Verkehr wird von der Vogtlandbahn abgewickelt.

Die Regental Fahrzeugwerkstätten GmbH betreibt Werkstätten für alle Bahnen der Länderbahn: Eine am Stammsitz Viechtach im Bayerischen Wald, eine weitere in Neumark im Vogtland und die jüngste in Schwandorf. Sie wurde an der Strecke nach Furth im Wald neu gebaut und am 22. Dezember 2007 eingeweiht. Dort werden die Shuttle-Triebwagen der Oberpfalzbahn und die Lokomotiven und Wagen des Alex gewartet.

Aus der im Sommer 2006 veröffentlichten Ausschreibung der Regionalbahn-Leistungen auf der Bahnstrecke Freilassing–Berchtesgaden ging im Oktober desselben Jahres die Berchtesgadener Bahn, ein Konsortium aus der Regentalbahn und der Salzburg AG, als Sieger hervor, die den Verkehr zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 übernehmen wird.

Neue Eigentumsverhältnisse

Die Aktien der Regentalbahn AG waren auf zahlreiche Eigentümer aufgeteilt. Dazu gehörten 1940 das Deutsche Reich, das Land Bayern, die Bayerische Staatsbank und die Deutsche Reichsbahn. Bis zum Jahre 1982 hatte der Freistaat Bayern 76,9% der Aktien erlangt. Der Rest verteilte sich auf Städte und Gemeinden, die Benediktinerabtei Metten und Privatpersonen. Im Herbst 2004 verkaufte der Freistaat die Aktienmehrheit an das europaweit tätige britische Verkehrsunternehmen Arriva. Dessen deutsches Tochterunternehmen Arriva Deutschland GmbH erhöhte durch weitere Zukäufe seinen Anteil an der Regentalbahn bis Mai 2006 auf 100 Prozent.

Literatur

  • Andreas Fried, Klaus-Peter Quill: Regentalbahn. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1999, ISBN 3-922138-72-1.
  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen - Band 7: Bayern. EK-Verlag, Freiburg 2002, ISBN 3-88255-666-8.
  • Tobias Richter (Regentalbahn AG): Perspektiven für den Schienenverkehr in Ostbayern aus Sicht der Regentalbahn / Vogtlandbahn, in: IHK Regensburg und Niederbayern (Hrsg.): Schienenverkehrskonferenz, Perspektiven für den Schienenverkehr in Ostbayern, Weiden, 11. Juli 2006 (PDF, 2,6 MByte), S.15–19.

Weblinks


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