Autobianchi
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Autobianchi [autoˈbi̯aŋki] war eine italienische Automobilmarke, die von 1955 bis 1982 existierte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Mailänder Firma Bianchi, die Ende des 19. Jahrhunderts von Eduardo Bianchi gegründet worden war und seit 1905 auch Automobile produzierte, die Automobilherstellung aus finanziellen Gründen nicht alleine wieder aufnehmen. 1955 gründete Bianchi deshalb zusammen mit Fiat und Pirelli die Firma Autobianchi.

Bereits im Jahr 1958, in dem der Vertrieb des ersten Autobianchi-Modells Bianchina gestartet wurde, musste Bianchi seine Firmenanteile an die Partnerunternehmen abtreten.

Bekannt wurde Autobianchi in den 1960er Jahren mit der Primula und der Giardiniera, einem Kombi auf Basis des Fiat Nuova 500.

Ab 1967 war Autobianchi eine vollständige Tochter von Fiat. Fiat benutzte die Marke Autobianchi, um die neue Technik des Frontantriebs mit Quermotor und meistens auch Heckklappe in kleinen Serien am Markt auszuprobieren, ohne den Ruf der Marke Fiat zu gefährden. Die Primula war das erste Auto aus dem Fiat-Konzern, die mit dieser Technik ausgestattet war. Außerdem wurden die Autobianchi immer etwas edler gestaltet und ausgestattet als ihre Vettern von Fiat. Sie bedienten einen Nischenmarkt und waren folglich auch teurer.

Später kamen der A111 und der A112. Der A111 war eine dem Fiat 124 ähnliche viertürige Limousine, die ebenfalls mit Quermotor und Frontantrieb, aber ohne Heckklappe ausgestattet wurde, und formal dem Fiat 128 ähnelte. Der A112 besaß die gleiche Technik wie der spätere Fiat 127, nur dass er etwas kürzer (323 statt 359 cm) gestaltet wurde. Der A112 wurde zum erfolgreichsten Modell der Marke und über 16 Jahre lang gebaut. Seine Nachfolger konnten niemals an seine Popularität anknüpfen. Der A112 wurde vom traditionsreichen Turiner Tuner Carlo Abarth verfeinert (58 und 69 PS) und erschien als A112 Abarth HP58 bzw. später als A112 Abarth HP70. Während dessen Entwicklungsphase erreichten Prototypen über 100 PS. Diese kleinen Boliden hätten aber die gesetzten Preisgrenzen überschritten, so dass Carlo Abarth sich anfangs mit eher moderaten 58 PS begnügen musste.

Zumindest außerhalb des heimischen italienischen Marktes war der A112 das letzte Modell, welches den Namen Autobianchi trug, bis er ab 1982 unter der Marke Lancia vertrieben wurde. Aus Sicht der Konzernleitung eine logische Entscheidung, da Lancia und Autobianchi die gleiche Kundschaft bedienten, nur dass Lancia keinen Kleinwagen im Programm hatte. Die Marke Autobianchi wurde somit sukzessive aufgegeben und fand ihre Nachfolge im Lancia Y10, der in Italien noch einige Zeit als Autobianchi Y10 vermarktet wurde, dem Lancia Y und dem Lancia Ypsilon.


Zeitleiste der Lancia- und Autobianchi-Modelle von 1945 bis heute
Typ Lancia, bis 1969 unabhängig 1969 von Fiat gekauft, seitdem Typennummernkreis von Fiat
Autobianchi, JV zwischen Bianchi, Fiat und Pirelli ab 1967 100 % Teil des Fiat-Konzerns im Ausland als Lancia, in Italien als Autobianchi
1940er 1950er 1960er 1970er 1980er 1990er 2000er 2010er
5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2
Kleinstwagen Bianchina Giardinera
Kleinwagen A112 Y10 (156) Y (840) Ypsilon (843) Ypsilon (846)
Kompaktklasse A111 Delta I[2] (831) Delta II (836) Delta III (844)
Mittelklasse Primula Prisma (831) Dedra (835) Lybra (839)
Ardea Appia Fulvia Beta / Trevi (828) Flavia
Obere Mittelklasse Flavia 2000 Gamma (830) Thema (834 / Y9) Kappa (838) Thesis (841) Thema
Coupé / Cabrio Stellina
Fulvia Coupé/Sport Beta Coupé[1] / Spider / Montecarlo (828)
Aurelia Flaminia Gamma Coupé/GT (830) Kappa Coupé
(838)
Sportwagen Stratos
Minivan Musa (350)
Van Zeta (220) Phedra (179) Grand Voyager

[1] auch bei Seat in Spanien gebaut
[2] auch als Saab Lancia 600 in Skandinavien verkauft

  • Unter der Marke „Autobianchi“ vertrieben
  • In Italien unter der Marke „Autobianchi“, im Ausland als „Lancia“ vertrieben
  • Lancia-Modelle, gemeinsam mit PSA entwickelt und bei SEVEL auch als Peugeot, Citroën und Fiat gebaut
  • Lancia-Modelle, aus der Kooperation mit Chrysler, als Lancia in Europa vertrieben



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