Autologie

Der Ausdruck Autologie (von griechisch autos ‚selbst‘ und logos ‚Wort‘) hat unterschiedlichste Verwendungen, in früherer Umgangssprache etwa für eine eitle, übermäßige Rede einer Person von sich selbst, oder auch wertneutral für Selbstbeschreibung, Autobiographie oder einfach auf die eigene Person bezogener Rede.

Daneben kann Autologie fachsprachlich seit dem 17. Jahrhundert das Studium des Ich, des Selbst bzw. des Menschen (Anthropologie) meinen – im Unterschied etwa zu anderen Gegenständen der speziellen Metaphysik wie Gott oder Körper. Seit dem 19. Jahrhundert findet sich eine Abgrenzung von Autologie und Heterologie im Sinne von wörtlicher versus übertragener Redeweise. In jüngerer Literatur kann Autologie auch diverse Varianten von Selbstreferenz bzw. Selbstreferentialität meinen. Ein Sonderfall ist die Verwendung für homologische sprachliche Ausdrücke, die eine Eigenschaft beschreiben, die dieser Ausdruck selbst besitzt, wie z. B. das Wort achtzehnbuchstabig selbst 18 Buchstaben aufweist. Ein derartiger Selbstbezug tritt z. B. in der Grelling-Nelson-Antinomie auf.


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