Automatic Dependent Surveillance
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Automatic Dependent Surveillance (ADS), zu Deutsch etwa Automatische bordabhängige Überwachung, ist ein System der Flugsicherung zur Anzeige der Flugbewegungen im Luftraum. Die Luftfahrzeuge bestimmen selbständig ihre Position, beispielsweise über Satellitennavigationssysteme wie GPS und EGNOS. Die Position und andere Flugdaten, wie Flugnummer, Flugzeugtyp, Zeitsignal, Geschwindigkeit, Flughöhe und geplante Flugrichtung, senden sie auf Anforderung. Das System heißt dann ADS-C (contract) oder auch ADS-A (adressed). Werden die Daten kontinuierlich – typischerweise einmal pro Sekunde – und ungerichtet abgestrahlt, bezeichnet man das Verfahren als ADS-B (broadcast), genauer als ADS-B out für output.

Die Flugkontrolle empfängt die Daten aller Verkehrsteilnehmer (als ADS-B out) und bereitet sie grafisch auf. Diese Informationen sind denen, die aus Bodenradarbeobachtungen abgeleitet werden, deutlich überlegen. Werden die gesamten Verkehrsdaten über ADS-B in (in für input) an die Flugzeuge übermittelt, verfügen Piloten und Fluglotsen über dieselbe Übersicht über den Flugverkehr, das sogenannte Cockpit Display of Traffic Information (CDTI). Die Reichweite der ADS-B-Ausstrahlung beträgt bis zu 200 nautische Meilen (370 km).

Inhaltsverzeichnis

Nutzung

Primär wird ADS-B von der Flugsicherung eingesetzt zur Ortung und Überwachung von Luftfahrzeugen zur Erhöhung der Sicherheit durch verbesserte Informationen für den Piloten über die Flugzeugumgebung. ADS-B verursacht dabei geringere Kosten als konventionelles Radar und erhöht die Qualität der Ortung von Luftfahrzeugen durch eine im Vergleich zum Radar höhere Update-Rate. ADS-B wird heute in Regionen eingesetzt, in denen es keine flächendeckende Radarüberwachung gibt, z. B. Alaska oder Australien. Ein weiterer Einsatzbereich ist die Verwendung als Ersatz für das Bodenradar zur Überwachung der Luftfahrzeuge auf dem Vorfeld und den Rollbahnen von Flughäfen.

Bei vielen neu ausgelieferten Verkehrsflugzeugen gehören ADS-B-Transponder zur Standardausrüstung.

Zeitplan der Einführung von ADS-B

Der Zeitplan der Einführung wird bestimmt durch die Ausrüstung von ADS-B Transpondern in den Luftfahrzeugen, Kosten für die Ausrüstung, angenommenen Nutzen und die Regularien der Luftfahrtbehörden. Die Kosten der Ausrüstung von Luftfahrzeugen mit ADS-B-Transpondern ist relativ gering und bietet eine Reihe von Vorteilen für die Flugsicherung und die Luftraumnutzer.

Kurzfristige Entwicklungen (2006–2008) In den nächsten Jahren werden ADS-B-Feldversuche fortgesetzt und eine zunehmende Anzahl älterer Verkehrsflugzeuge mit ADS-B-Avionik nachgerüstet.

  • Schweden. Die schwedische Luftfahrtbehörde baut derzeit ein flächendeckendes Netz von 12 Bodenstationen aus.
  • Australien. Australien führt Feldversuche in Queensland durch, um die Machbarkeit von ADS-B als Alternative zu radargestützten Überwachungssystemen zu testen. Es wird erwartet, dass durch ADS-B Kosteneinsparungen und erhöhte Sicherheit besonders in den Gebieten erreicht werden, die bisher nicht vollständig durch Radar abgedeckt sind.

Mittelfristige Entwicklungen (2008–2012) Neben der weiteren Verbreitung von ADS-B-Transpondern bei Verkehrsflugzeugen, ist zu erwarten, dass eine größere Anzahl von Bodenstationen in Betrieb genommen sein wird.

Langfristige Auswirkungen (ab 2012)

  • Eine nahezu vollständige Ausrüstung der Flotten der Luftverkehrsgesellschaften wird es ermöglichen, die Vorteile von ADS-B in größerem Umfang zu nutzen.
  • Durch eine größere Genauigkeit der Luftraumüberwachung könnte es möglich werden, geringere Staffelungsminima einzuführen und dadurch die Kapazität des Luftraums zu erhöhen.

Verwandte Systeme

Sprachbasierte UKW-Funksysteme für das Air Traffic Management erreichen in naher Zukunft ihre Kapazitätsgrenze. Das EU-Projekt SESAR trifft unter anderem eine Auswahl von datenbasierten Systemen. So könnte das Traffic Alert and Collision Avoidance System ausgebaut werden. Die Erweiterung des Sekundärradars durch Mode S Extended Squitter (ES) wird wahrscheinlich in Zukunft zugunsten von VDL Mode4 im Self Organising TDMA-Verfahren (STDMA) nicht weiter verfolgt werden.

Speziell für die Bedürfnisse der Kleinfliegerei (hohe Flugzeugdichte, häufige Flugwegänderungen, kostengünstig, platz- und energiesparend) wurde ein ADS-B-Konzept namens FLARM umgesetzt. Es hat sich seit der Einführung 2004 rasant weltweit verbreitet, obschon es auf einem proprietären Funkprotokoll aufbaut. Per Ende 2009 waren annähernd 14000 Systeme im Einsatz. Die geringe Reichweite von FLARM (< 5km) erlaubt aber keine größere Übersicht über den Luftraum. Außerdem gibt es (aus diesem Grund) auch keine Bodenstationen, die einen Überblick z.B. außerhalb des Platzverkehr bieten könnten. FLARM ist von der Konzeption her ein Kollisionswarngerät, ursprünglich gedacht für Segelflugzeuge.

In der Schifffahrt heißt ein dem CDTI ähnliches System Electronic Chart Display and Information System.

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