Automatisierte Liegenschaftskarte
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Die Automatisierte Liegenschaftskarte (ALK) (in Bayern Digitale Flurkarte, kurz DFK) ist der digitale Nachfolger der analogen Liegenschaftskarte/Flurkarte, Liegenschaftskarte/Stadtgrundkarte und Liegenschaftskarte/Schätzungskarte in den Katasterämtern Deutschlands.

Die automatisiert geführte Liegenschaftskarte bildet als bildlicher Teil zusammen mit dem Automatisierten Liegenschaftsbuch (ALB) das Liegenschaftskataster.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Mit dem Fachkonzept Automatisierte Liegenschaftskarte (ALK) stellte die Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) in den 70er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts ein durchgängiges Konzept zur Automatisierung der Nachweise der Liegenschaftskarte, der Vermessungs- und Grenzpunkte, der Punkte der Grundlagenvermessung und der bei Liegenschaftsvermessungen anfallenden Messungselemente (Winkel, Strecken usw.) auf. Völlig neu an dieser Konzeption war die stark ausgeprägte Sachbezogenheit der Datenmodellierung. Obwohl der Begriff Automatisierte Liegenschaftskarte suggeriert, dass hier Computergrafik modelliert wird, war die grafische Ausprägung der modellierten Daten von vornherein nur als eine Ausgabeform vorgesehen. Stattdessen wurden die Daten als Fachobjekte entsprechend der Realwelt modelliert. Mit diesem Ansatz stellte das Konzept sehr hohe Anforderungen an die damals verfügbare Hard- und Software.

Die Realisierung erfolgte im Wesentlichen originär durch Eigenprogrammierung der Vermessungsverwaltungen der beteiligten Bundesländer (hier vor allem durch Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, mit weiterer Beteiligung von Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz). Teilaufgaben wurden auch an namhafte Softwarefirmen vergeben (z.B. ADV/Orga, MBB, IABG). Schwerpunkte der Arbeiten waren der ALK-Datenbankteil (realisiert durch Niedersachsen) und der ALK-GIAP (= grafisch interaktiver Arbeitsplatz, realisiert durch Nordrhein-Westfalen). Erst später wurden entsprechende Softwaresysteme auch von kommerziellen Firmen angeboten. Die Freigabe des ALK-Datenbankteils zur Praxisanwendung erfolgte erst 1986 und zunächst auch nur für den Teilbereich Punktdatei. Auf eine Realisierung der Datei der Messungselemente wurde verzichtet, weil eine Nutzen-Kosten-Untersuchung zeigte, dass diese wegen des hohen Erfassungsaufwandes nicht wirtschaftlich eingesetzt werden könnte.

Datenstruktur

Logische Datenstruktur der ALK-Grundrissdatei

Die Datenstruktur der Automatisierten Liegenschaftskarte wird durch die Logische Datenstruktur der Teildateien des ALK-Datenbankteils definiert. Alle Teildateien (Punktdatei, Grundrissdatei, Attributdatei, Datei der Messungselemente, Auftragsbuch usw.) verfügen über eine hierarchische Datenstruktur. Als Beispiel hierfür ist hier exemplarisch die Logische Datenstruktur der Grundrissdatei angegeben. Die Datenstruktur wurde dabei aus der Originaldokumentation in die Datenbeschreibungssprache UML überführt.

Datenaustausch

Für den Datenaustausch wurde eine standardisierte Schnittstelle, die so genannte EDBS (einheitliche Datenbankschnittstelle) entwickelt. Bei der Ausgabe in EDBS wird die Datenstruktur der auszugebenden Teildatei in linearisierter Form in eine sequentielle Textdatei geschrieben.

Die Automatisierte Liegenschaftskarte sollte bis 2010 zusammen mit dem ALB als Bestandteil im Automatisierten Liegenschaftskatasterinformationssystem (ALKIS) abgelöst werden. Dies ist jedoch nicht flächendeckend erfolgt. Während Hessen ALKIS bereits im Februar 2010 eingeführt hat und Rheinland-Pfalz Bis Anfang 2011 umgestellt sein sollte, wird für Berlin eine Umstellung "voraussichtlich nicht vor Ende 2012" erfolgen.

ALK 2

Die Automatisierte Liegenschaftskarte als digitalisierte Form von der analogen Liegenschaftskarte, soll durch die ALK 2 im ALKIS ersetzt werden. Die Grafik besteht dann aus gerechneten Strecken und koordinierten Punkten (aus der Punktdatei), die nicht mehr den Nachteil einer grafischen Digitalisierung hat.

Siehe auch

Weblinks


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