Automobiles Darracq S.A.
Darracq Coupé Chaffeur SS 20/28, 1907, 4 Zylinder, 28,5 PS, 4728 ccm, 70 km/h, Cité de l’Automobile – Musée National – Collection Schlumpf, Mulhouse, Frankreich
Darracq 1924
alte Aktie von Darracq Spanien

Automobiles Darracq S.A. war ein französisches Unternehmen zur Herstellung von Motorfahrzeugen, das 1896 von Alexandre Darracq gegründet wurde.

Mit Hilfe eines Teils des beachtlichen Profits, den er durch den Verkauf seiner Gladiator Fahrrad-Fabrik erworben hatte, begann Alexandre Darracq seine neue Arbeit in dem Pariser Vorort Suresnes. Der Betrieb startete mit der Produktion von elektrisch betriebenen Motor-Laufwagen. Im Jahr 1900 wurde das erste Fahrzeug mit internem Verbrennungsmotor produziert. Nach Schwierigkeiten erwarb er 1901 Lizenzen von dem französischen Automobilpionier Léon Bollée. Das Darracq-Automobil-Unternehmen florierte; der 1904 produzierte „Flying Fifteen“ war ein Auto äußerster Güte und half dem Unternehmen, zehn Prozent des französischen Marktes für sich zu gewinnen.

Im Jahre 1902 unterzeichnete Alexandre Darracq einen Kooperationsvertrag mit der Adam Opel AG, um in Deutschland Fahrzeuge unter dem Markennamen Opel Darracq zu fertigen. Die Kooperation hielt bis 1907, als die Produktion des 8/9 PS eingestellt wurde. Drei Jahre darauf expandierte Darracq nach England und gründete dort die A. Darracq Company (1905) mit einem Kapital von 650.000 Pfund Sterling. 1906 expandierte das Unternehmen nach Portello, einem Vorort von Mailand in Italien. Durch eine Lizenz mit Ugo Stella, einem Aristokraten aus Mailand, gelang es, die Societa Italinana Automobili Darracq (SIAD) zu gründen. Das Geschäft lief allerdings nicht besonders gut; Darracq schloss es bereits 1909 wieder. Eine neue Partnerschaft mit dem Namen Anonima Lombardo Fabbrica Automobili (ALFA) eignete sich jedoch die Produktion an und wurde einige Jahre später unter dem Namen Alfa Romeo bekannt.

1907 gründete Darracq in Vitoria, Spanien die Sociedad Anonima Espanola de Automoviles Darracq mit einem Kapital von 4.000.000 Pesetas.

Das Unternehmen begann, an Autorennen teilzunehmen, da auf diese Weise eine große Öffentlichkeitswirkung erzielt werden konnte. Paul Baras stellte mit einem Darracq in Ostende, Belgien, am 13. November 1904 mit 167,248 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Landfahrzeuge auf. Am 30. Dezember 1905 setzte erneut ein Darracq-Fahrzeug eine neue Marke: Viktor Héméry fuhr in Arles, Frankreich, mit seinem V8 Special eine Geschwindigkeit von 175,44 km/h. Wie man auf einem britischen Poster sehen kann, wurde ein Darracq 1906 mit einer Geschwindigkeit von 197,06 km/h gemessen. Darracq-Automobile gewannen 1905 und 1906 den Vanderbilt Cup auf Long Island sowie das Rennen von Kuba in Havanna. Erwähnenswerte Fahrer dieser Zeit waren u. a. Vincenzo Florio, der zwei Jahre später die Targa Florio gründete, Louis Chevrolet, Viktor Héméry und Louis Wagner.

1913 verkaufte Alexandre Darracq aufgrund britischer Finanzinteressen, als Owen Clegg in das Pariser Hauptquartier als Geschäftsführer wechselte. Während des ersten Weltkriegs produzierten die Darracq-Werke verschiedene kriegswichtige Güter. Am Ende des Krieges, 1919, übernahm Darracq die englische Firma Talbot. Die Modelle wurden sodann als Talbot-Darracq vermarktet. 1920 wurde das Unternehmen umorganisiert und Teil des Sunbeam-Talbot-Darracq (STD)-Zusammenschlusses. 1935 wurde es von der Rootes Group gekauft.

1953 handelte der von dem Regisseur Henry Cornelius gedrehte Film Genevieve in der Hauptsache von einem 1904er Darracq. Der äußerst erfolgreiche Film begründete in der Folgezeit ein hohes Interesse an der Restauration alter Autos.


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