Rhinophym

Rosazea/Rosacea, veraltete Bezeichnung auch Akne rosacea, (lat. für Kupferfinnen oder Rotfinnen) ist eine meist im fünften Lebensjahrzehnt beginnende akneähnliche Hauterkrankung des Gesichts mit fleckförmigen, teils schuppenden Rötungen sowie entzündlichen Papeln und Pusteln, später auch knollenartige Wucherungen der Nase, Rhinophym (v. griechisch ῥίς, ῥινός „Nase“ und φῦμα „Geschwür, Gewächs“) oder Knollennase, Pfundsnase und Kartoffelnase genannt.

Rosazea

Inhaltsverzeichnis

Auslöser

Die Ursache der Rosazea ist bislang weitgehend unklar. Diskutiert wird neben einer Regulationsstörung der Gefäßversorgung des Gesichts, eine Beteiligung der Haarbalgmilben und eine neurogene Entzündung. Die Krankheit tritt selten vor dem 30. Lebensjahr, meistens erst ab dem 40. Lebensjahr auf. Frauen wie Männer sind gleichermaßen betroffen (eventuell mit leichtem Überhang bei Frauen). Kaffee-, Tee- oder Alkoholgenuss können ebenso wie scharfe Gewürze und Sonnenbäder eine Verschlechterung bewirken.

Symptome und Formen

Rhinophym in der Kunstgeschichte
Gemälde von Domenico Ghirlandaio (1488). Es wurde nach dem Tode des Großvaters gemalt; so wird erklärt, daß die Nase nicht gerötet ist.

Bei der erythematös-teleangiektatischen Form (→ Couperose) finden sich recht unscheinbare Hautrötungen, die wie Sonnenbrand wirken. Kleine Papeln können vorkommen.

Schwerer betroffene Patienten mit einer papulopustulösen Form der Rosazea entwickeln akneartige eitrige Pusteln und Quaddeln, die aber anders als bei der Akne nicht vom Haarfollikel herrühren.

Eine Sonderform stellt das Rhinophym dar: bei Männern kann es zu Veränderungen der Nase mit knolliger Verdickung durch Wucherung von Talgdrüsen und Bindegewebe kommen.

Sind auch die Augen betroffen, spricht man von der okulären Form: Veränderungen an den Augen wie Bindehaut- und Lidrandentzündungen, Trockenheit der Augen und im ungünstigsten Fall Hornhautentzündung.

Rosazea beginnt meist unscheinbar mit Hautrötungen, insbesondere bei Hitze, Kälte und emotionalen Stress-Situationen. Die feinen oberflächennahen Blutgefäße sind deutlich erweitert, die Haut wirkt sonnenbrandartig gerötet. Diese erste Form der Erkrankung bezeichnet man als „Couperose“.

Im zweiten Stadium treten Pusteln, Knötchen sowie Schwellungen auf, die sich im nächsten Stadium entzünden und eitrig degenerieren können. Die Haut ist geschwollen, gerötet und großporig. Der Verlauf der Erkrankung ist phasisch und kann sich über Jahre hinziehen. Die Ähnlichkeit mit Akne führt manchmal zu Fehldiagnosen.

Behandlung

  • Meidung der Auslösefaktoren (s.o.)

Grundlage der täglichen Behandlung zuhause ist die Reinigung der Haut mit milden Mitteln. Beim Abtrocknen sollte das Rubbeln des Gesichts vermieden werden. Gute Erfolge erzielt man mit Gesichtsmassagen. Dabei wird das Gesicht morgens und abends mit leichten, kreisförmigen Bewegungen mit Hilfe eines Gleitmittels massiert. Fetthaltige Cremes sollten vermieden werden. Sonnenschutz ist obligatorisch.

  • Medikamente

Die Standardbehandlung erfolgt mit Antibiotika (Minocyclin) sowie zur äußerlichen Anwendung Azelainsäure (Skinoren®) und Metronidazol. Die letzteren wirken offensichtlich gegen anaerobe Keime und Protozoen, die Entzündungsherde auslösen. Der wahrscheinliche Wirkmechanismus von Metronidazol ist jedoch nicht seine antibiotische Wirkung, sondern ein direkter Einfluss auf die Gefäßempfindlichkeit bei der Rosazea. Ein weiterer hochwirksamer Wirkstoff ist Isotretinoin, ein Vitamin-A-Säure-Derivat, das Nebenwirkungen – insbesondere Reizungen der Haut, Schleimhaut und Bindehaut, Kopfschmerzen sowie Leberfunktionsstörungen, möglicherweise auch Depressionen – verursacht und bei Frauen wegen seiner embryotoxischen Wirkung nur bei absolut sicherem Ausschluss einer Schwangerschaft verwendet werden darf. Kortisonhaltige Medikamente dürfen nicht verwendet werden, da sie die Symptome verstärken.

  • Operative Entfernung

Das Rhinophym (Knollennase) kann durch chirurgische Abtragung z. B. durch Abschleifen oder mit dem CO2-Laser behandelt werden.

  • Augenvorsorge

Die Rosazea kann auf das Auge übergreifen und zu dauerhaften Augenschäden (Hornhauttrübung) führen. Deshalb ist eine regelmäßige ärztliche Kontrolle notwendig.

Quellen

  • Duale Reihe Dermatologie, Ingrid Moll, 6. Auflage, Georg Thieme Verlag 2005

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