Autostop
Anhalterinnen in Neuseeland

Trampen, gelegentlich auch Autostopp oder per Anhalter fahren (englisch hitchhiking) ist die in der Regel kostenlose Mitreise in einem fremden Kraftfahrzeug. Die Mitfahrt selbst bezeichnet man als Lift (britisches Englisch) oder Ride (amerikanisches Englisch).

Inhaltsverzeichnis

Prinzip

International bekannte Geste, um mitgenommen zu werden

Der Anhalter signalisiert seinen Mitfahrwunsch am Straßenrand in der Regel durch einen nach oben gestreckten Daumen. Oft werden vorbeifahrenden Kraftfahrzeugen auch beschriftete Schilder mit dem gewünschten Reiseziel entgegengehalten. Jedoch auch die Kraftfahrer können dem Tramper gewisse Informationen übermitteln; befindet sich der Tramper noch innerorts und deutet der Kraftfahrer mehrfach auf sein Lenkrad, so bedeutet das, dass er nicht aus dem Ort herausfährt. Eine weitere Möglichkeit für die Mitnahme ist es, die Fahrer der Kraftfahrzeuge bei passenden Gelegenheiten direkt anzusprechen; dies kann beispielsweise bei Tankstellen oder auf Autobahnraststätten erfolgen. In den Niederlanden gibt es spezielle, durch Schilder ausgewiesene Stellen für Tramper, die Liftershalte, die mit einer Haltebucht versehen sind und so problemloses Halten ermöglichen.

Neben dem Trampen per Auto hat auch das Schiffstrampen eine gewisse Verbreitung gefunden.[1]

Geschichte

Tramperin 1977
Trampen 1982, Florida Keys

In den 1960er und 1970er Jahren war das Trampen in vielen Ländern als preisgünstige Möglichkeit des Reisens vor allem unter jungen Menschen der Hippie-Generation besonders weit verbreitet. Das gewisse Abenteuer dieser Reiseform hatte dabei nicht selten einen Anteil an ihrer Attraktivität.

Die Zahl der Tramper an den Autobahnen und Fernstraßen scheint seitdem (insbesondere aber seit der zweiten Hälfte der 1990er Jahre) stark zurückgegangen zu sein, obwohl das Trampen zur Überwindung kurzer Strecken, wie beispielsweise von einem Dorf in die nächstgelegene Stadt, immer noch häufig genutzt wird.
Der Rückgang von Trampern in Deutschland ist auf eine höhere Verbreitung von Autos bei Heranwachsenden, die Einführung von Wochenendticket, Anrufsammeltaxis, Online-Mitfahrzentralen und Billigairlines, aber auch den stärkeren Drang nach Sicherheit zurückzuführen. Dies schließt sowohl körperliche Unversehrtheit als auch die Gewissheit pünktlicher Ankunft mit ein. Zum Teil dürfte dies auch auf die Anfang der Neunziger Jahre aufkommenden neuen Versicherungsmodelle zurückzuführen sein, bei denen die möglichen Fahrzeuginsassen schon vorher festgelegt werden müssen. Trotzdem funktioniert das Trampen in Deutschland noch ziemlich gut, weil viele Autofahrer, die Anhalter mitnehmen, das Trampen aus ihrer Jugend kennen. Besonders in der DDR war das Trampen verbreitet und als normale Reiseform angesehen. In anderen Ländern ist das Trampen bis heute noch eine verbreitete Reiseform. Zum Teil ist auch eine Beteiligung an den Fahrtkosten üblich. In Rumänien geben Tramper dem Fahrer als eine Geste der Freundlichkeit ein bisschen Geld, was heutzutage in keinem Verhältnis mehr zu Transportpreisen von Zug oder Bus steht. In Zentralasien ist es sogar die Regel, dass Autofahrer durch die Mitnahme von Fahrgästen etwas dazuverdienen.

Die Deutsche Autostop Gesellschaft, Abgefahren e. V., erregte im August 2007 reges Medieninteresse.[2] Der Verein will das Trampen vom "Hippie-Mief" mit Hilfe des Internets befreien und das Trampen wieder populärer machen. Der Verein unterstützt diverse Projekte rund ums Thema Trampen und veranstaltet regelmäßig Trampertreffen und -wettbewerbe in Deutschland.

Umweltfreundliches Reisen

Da das Fahren per Anhalter nur geringfügig zusätzliche Abgase erzeugt, ist diese Form des Reisens sehr umweltfreundlich. Durch das Trampen werden vorhandene Kapazitäten besser genutzt. Wenn in allen Autos alle Sitzplätze gefüllt wären, dann wäre die Zahl der Autos auf den Straßen deutlich geringer. Die Fahrzeuge, die genutzt werden, fahren in der Regel ohnehin. Somit entstehen durch das zusätzliche Gewicht des Trampers und seinem Gepäck nur wenig weitere Schadstoffe und Treibhausgase.

Zum Wort

Die englische Sinnentsprechung zum deutschen trampen ist das Verb to hitchhike. Mit einem Tramp meint man auf Englisch eher einen Wanderarbeiter.

Kommerzielle mediale Nutzung

In mehreren europäischen Ländern wurde eine Reality TV-Programmreihe namens Peking Express ausgestrahlt, in der sich die von der Kamera begleiteten Teilnehmer schnellstmöglich als Tramper von Europa nach Asien bewegen sollen und ohne lokale Sprachkenntnisse und Wörterbücher auskommen mussten. Dabei musste sie auch Unterkunft und Essen kostenlos organisieren.

Siehe auch

Weblinks

Quellen

  1. wdr.de Per Anhalter auf Deutschlands Flüssen, 17. Juli 2008
  2. Trampen soll wieder populärer werden, Tagesschau.de, 28.08.2007

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