Autotransporter (Schiff)
Wallenius Wilhelmsen Autotransporter „TAMESIS“

Ein Autotransporter ist eine Sonderform des RoRo-Schiffes.

Von außen zeichnet sich dieser Schiffstyp durch eine besonders klobige Form aus. Im Laderaum ist besonders auffällig, dass ein Großteil der Decks nur sehr niedrig ist (Autohöhe), um eine möglichst große Anzahl von Fahrzeugen (meist Pkw) laden zu können. Ein Autotransporter hat normalerweise zwei Öffnungen/Rampen, um ein schnelles Be- und Entladen sicherzustellen: Eine auf der Steuerbordseite und eine große Wickelheckrampe. Durch die hohen Aufbauten ist insbesondere bei starkem Wind die Gefahr einer großen Abdrift gegeben.

Die Kapazität der großen, für den Überseedienst gebauten Schiffe beträgt bis zu 6400 Fahrzeuge. Ein Großteil dieser Flotte weist eine Länge über Alles von 200 Metern und eine Breite von 32,2 Metern aus, einige wenige liegen darüber, wie beispielsweise die vier Schiffe der „Tamesis“-Klasse mit 242 Metern. Seit 2004 gibt es Pläne für 270 Meter lange Autotransporter. Kleinere Schiffe, die teils nur wenige hundert Fahrzeuge fassen, werden in der Regel im sogenannten „Feederdienst“ (Zubringerdienst) eingesetzt und transportieren die Fahrzeuge von den großen Hauptumschlagshäfen weiter.

Das Be- und Entladen dieser Schiffe ist eine äußerst personalintensive Angelegenheit, da jedes einzelne Fahrzeug mit eigener Kraft an oder von Bord gebracht wird.

In den Häfen werden Autotransporter oft an speziellen Autoterminals wie Oakland abgefertigt, die speziell für die Autologistik eingerichtet sind. Europas größter „Autohafen“ ist Bremerhaven mit 2 Mio. umgeschlagenen Fahrzeugen und 1500 Anläufen von Autotransportern pro Jahr (Stand: 2008).

Höegh-Ugland Autotransporter „HUAL TRANSPORTER“ verlässt den Hamburger Hafen

Die größten Flotten an RoRo-Carriern besitzen

  • Wallenius-Wilhelmsen (Schweden/Norwegen)
  • Hoegh-Autoliners (Norwegen)
  • EUKOR Car Carriers (Südkorea), Hyundai Merchant Marine Car Carrier Flotte wurde 2003 von Wallenius Lines AB 40 %, Wilh. Wilhelmsen ASA 40 % und zu 20 % von Kia Motors Corporation und Hyundai Motor Company übernommen
  • Kawasaki Kisen (Japan)
  • NYK Line (Japan)
  • Mitsui O.S.K. Lines (Japan)

Entwicklung

Wallenius Wilhelmsen Autotransporter „TOURCOING“ beim Passieren einer Schleuse im Panamakanal

Vor der Entwicklung dieser modernen Autotransporter wurden Autos früher mit normalen Frachtschiffen befördert. Die Nachteile dabei waren, dass sie so zwischen der Stückgutladung bei Schlechtwetter leicht beschädigt werden konnten. Das Laschen erfolgte dabei mit der Spanischen Winsch. Anfang 1960 kamen kombinierte Autotransporter in Fahrt. Dabei wurde auf „M/S Constantia“ (Reederei Chr. F. Ahrenkiel, Hamburg) das von Blohm + Voss entwickelte Hängedecksystem eingebaut. Das waren an Drähten bis zu fünf übereinander aufgehängte Gitterdecks, die eine auf Basis des VW-Käfers standardisierte optimale Raumausnutzung erlaubte. Das Schiff konnte damit - noch mit dem normalen Stückgutgeschirr - bis zu 1180 VWs laden. Wenn diese im Bestimmungshafen, welches vorwiegend die Ostküste der Vereinigten Staaten und die Große Seen waren, gelöscht waren, wurde das Schiff von der Besatzung in kurzer Zeit auf Getreideladung umgerüstet. Die Gitterdecks wurden dazu unter das Hauptdeck hochgezogen, die Pontons aus dem Lukenschacht an Deck gelagert. Das Schiff konnte dann für die Rückreise nach Europa in wenig mehr als einem Tag mit rund 17.000 Tonnen Getreide beladen werden. Auf beiden Wegen eine sehr gewinnbringende Ausnutzung des Schiffes.

Das derzeit größte Schiff (2006) ist die M/V Asian Empire der Reederei EUKOR.

Autotransporter Binnenschifffahrt

Autotransporter Waterways 3 auf dem Rhein

Seit 1982 werden in der Binnenschifffahrt Autotransporter eingesetzt. Erste Schiffe fuhren für die Ford-Werke, Köln. Ihr Fahrgebiet geht von Wörth am Rhein bis nach Rotterdam, Amsterdam, Antwerpen und Vlissingen.

Die Schiffe verfügen über bis zu fünf Decks und werden über eine Bugrampe, manchmal auch über eine Seitenrampe be- und entladen. Sie können bis zu 600 mittlere Personenwagen transportieren. Die neuesten Schiffe, wie die Waterways 1, 2 und 3, haben folgende Abmessungen: Länge 110 Meter, Breite 11,40 Meter und einen maximalen Tiefgang von 3,20 Metern. Die über dem Rumpf liegenden Decks sind 12,5 Meter breit. Die gesamte Stellfläche beträgt 3.580 m². Der Laderaum ist 81,30 x 10,10 x 5,20 Meter groß.

Die Decks zwei und vier sind in der Höhe verstellbar, Deck fünf ist leicht demontierbar, um auch auf Gewässern mit niedrigeren Brückendurchfahrten eingesetzt werden zu können. Der Laderaum ist belüftet und die Luft wird 20 mal in der Stunde erneuert. Das Ruderhaus kann acht Meter angehoben werden. Diese Schiffe sind auch für den Transport von Lastkraftwagen, Baumaschinen und Containern geeignet. Das größte Schiff ist die Forens mit 135 m Länge. Sie verfügt aber nur über drei Decks, kann dafür aber bis zu 550 Klein-LKW laden.

Der Antrieb erfolgt mit zwei Motoren je 955 kW auf zwei Fünfblatt-Propeller mit Düsen. Im Bug ist eine Vierkanal-Bugstrahlanlage mit 448 kW eingebaut. Für die Stromversorgung sind zwei Dieselgeneratoren je 120 kVA und einer mit 50 kVA eingebaut. Da die Ladung bei weitem nicht die Tragfähigkeit des Schiffes erreicht, wird durch Aufnahme von Ballastwasser ein Tiefgang von 2,50 Meter erreicht, dieser kann aber je nach Gegebenheit bis auf 3,70 Meter gehen.

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