Autsch
Angela Autsch (1900–1944)

Angela Autsch, eigentliche Vornamen Maria Cäcilia, (* 26. März 1900 in Röllecken bei Attendorn; † 23. Dezember 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau) war eine Ordensschwester des Trinitarier-Ordens in Mötz in Tirol, der damals einzigen deutschsprachigen Niederlassung des Ordens.

Die als fünftes Kind geborene Tochter eines Steinbrucharbeiters wuchs in Bamenohl auf und erlernte in Finnentrop den Beruf der Verkäuferin. Nachdem sich ihr Verlobter 1930 erhängte, musste sie „mit Schimpf und Schande“ den Ort verlassen und verzog nach Heinsberg, wo sie in Kontakt zum Trinitarier-Orden kam und um Aufnahme bat. 1933 begann ihre Postulatszeit in der Tiroler Ordensniederlassung Mötz. Ein Jahr später erhielt sie das Ordenskleid und den Ordensnamen „Schwester Angela Maria vom heiligsten Herzen Jesu“. 1938 legte sie ihre ewigen Gelübde ab.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten hatten diese versucht, das Mötzer Kloster zu beschlagnahmen. Angela Autsch rettete das Kloster, indem sie juristisch zwingend argumentierte, das Tiroler Kloster sei spanisches Eigentum. Sie kontaktierte den spanischen Konsul in Wien, was schließlich dazu führte, dass die Nationalsozialisten von der Enteignung des Klosters absahen.

Diese Aktivitäten lenkten die Aufmerksamkeit der Gestapo auf Angela Autsch; der unmittelbare Grund für ihre Verhaftung waren dann kritische Bemerkungen, die sie über Hitler verlautbaren ließ. Aufgrund einer anonymen Denunziation wurde sie vom Ortsgruppenleiter von Mötz angezeigt. Wegen „Führerbeleidigung und Wehrkraftzersetzung“ wurde sie am 12. August 1940 von der Gestapo verhaftet, in das Innsbrucker Gefängnis gebracht, später nach Rosenheim überstellt und am 29. August 1940 in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück deportiert. Sie trug den roten Winkel der politischen Gefangenen. Wo immer sie konnte, stand sie ihren Mitgefangenen hilfreich zur Seite. Am 26. März 1942 wurde Schwester Angela ins KZ Auschwitz überstellt. Am 16. August 1942 kam sie nach Auschwitz-Birkenau, wo man sie der Krankenabteilung zuteilte. Nach über vier Jahren Lagerhaft starb sie bei einem Bombenangriff in Auschwitz-Birkenau.

Am 8. März 1990 leitete das Erzbistum Wien den Seligsprechungsprozess ein.

Literatur

  • Gaston Vélez de Mendizabal: Verzehrendes Feuer: Sr. Angela Maria Autsch, der Engel von Auschwitz; Maria Roggendorf, 1997
  • Hermann Multhaupt: Engel NR. 512. Schwester Angela Autsch. Ein Stück Himmel in Auschwitz; Aachen: Bergmoser und Höller, 1989
  • Paul Tigges: Die Nonne von Auschwitz; Iserlohn: Mönnig, 1992

Weblinks


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