Rinteln
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rinteln
Rinteln
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rinteln hervorgehoben
52.1905555555569.081388888888956
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Schaumburg
Höhe: 56 m ü. NN
Fläche: 109 km²
Einwohner:

26.879 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 247 Einwohner je km²
Postleitzahl: 31737
Vorwahl: 05751
Kfz-Kennzeichen: SHG
Gemeindeschlüssel: 03 2 57 031
Stadtgliederung: 19 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Klosterstr. 19
31737 Rinteln
Webpräsenz: www.rinteln.de
Bürgermeister: Karl-Heinz Buchholz (SPD)
Lage der Stadt Rinteln im Landkreis Schaumburg
Nordrhein-Westfalen Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Nienburg/Weser Region Hannover Ahnsen Apelern Auetal Auhagen Bad Eilsen Bad Nenndorf Beckedorf Bückeburg Buchholz (bei Stadthagen) Hagenburg Haste Heeßen Helpsen Hespe Heuerßen Hohnhorst Hülsede Lauenau Lauenhagen Lindhorst Lüdersfeld Luhden Meerbeck Messenkamp Niedernwöhren Nienstädt Nordsehl Obernkirchen Pohle Pollhagen Rinteln Rodenberg Sachsenhagen Seggebruch Stadthagen Suthfeld Wiedensahl WölpinghausenKarte
Über dieses Bild
Blick auf Rinteln (von Norden)

Rinteln ist eine Stadt im Weserbergland an der Weser, Landkreis Schaumburg, Niedersachsen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Rinteln wird im Süden von den Höhen des Lippischen Berglandes, im Norden vom Wesergebirge und im Osten vom Süntel sowie den Fischbecker Bergen eingebettet. Die ehemalige Universitätsstadt (1621–1806) gehört landschaftlich zum Naturpark Weserbergland Schaumburg-Hameln. Das „Rintelner Becken“ wird landschaftlich prägend und weithin sichtbar von der Burg Schaumburg, dem ehemaligen Stammsitz der Schaumburger Grafen, auf dem Nesselberg im Wesergebirge beherrscht. Rund 15 km flussabwärts durchbricht die Weser bei Porta Westfalica die Westfälische Pforte und tritt ein in die Norddeutsche Tiefebene. Dieser markante Einschnitt im Zuge des Weser- und Wiehengebirges ist von der Rintelner Weserbrücke aus ebenso zu sehen wie die Schaumburg und die gesamte Wesergebirgskette bis zum Süntel.

Auf Rintelner Stadtgebiet wird seit vielen Jahrzehnten an mehreren Stellen großflächig Sand, Kies und Gestein abgebaut. Bereits ausgebeutete Flächen werden renaturiert und teilweise zu Freizeit- und Erholungsflächen ausgebaut. Ein Beispiel dafür ist der Doktorsee westlich der Altstadt, der heute eine wichtige Rolle im Campingtourismus des Weserberglandes spielt. Die Ausweisung weiterer Abbauflächen ist ökologisch und politisch umstritten, da mit ihr ursprüngliche Natur- und Kulturflächen verschwinden und damit wichtige Grundlagen für Landwirtschaft und Tourismus dauerhaft zerstört werden.

Stadtgliederung

Die Stadt umfasst neben der Kernstadt 18 weitere Ortsteile:

Diese sind in zehn Ortsräte gruppiert: Ahe-Engern-Kohlenstädt, Deckbergen-Schaumburg-Westendorf, Exten, Hohenrode-Strücken, Krankenhagen-Volksen, Möllenbeck, Rinteln, Steinbergen, Taubenberg (Friedrichswald, Goldbeck, Uchtdorf, Wennenkamp), Todenmann.

Geschichte

Mittelalter

Klosterkirche Möllenbeck
Klosterkirche Möllenbeck

Die Anfänge der Stadt Rinteln lassen sich zurückverfolgen bis in das späte 11. Jahrhundert. Bereits im Jahre 896 wurde ein Benediktinerinnen-Stift, das Kloster Möllenbeck, in den Weserauen angesiedelt. Auf dem rechten, nördlichen Weserufer hatte sich in Höhe einer Überfahrt das kleine Dorf Rentene (später: Alt-Rinteln) entwickelt. Um 1230 gründete Graf Adolf IV. von Holstein und Schaumburg (Regierungszeit von 1225 bis 1239, gestorben am 8. Juli 1261 als Mönch in Kiel) Neu-Rinteln auf dem gegenüber liegenden, also südlichen Weserufer. 1239 wurden die Stadtrechte verliehen.[2] Durch das Recht, Wegezoll zu erheben (1391), und das Messeprivileg (1392) stieg Rintelns Bedeutung auch für das Umland. Die günstige Verkehrslage an einer Weserbrücke unterstützte den Aufschwung. Bald nach Gründung der Stadt wurde mit dem Bau einer Stadtmauer begonnen. Die Menschen zogen aus den Siedlungen vor den Toren Rintelns in den Schutz der Befestigungsanlagen und bewirtschafteten von hier aus als Ackerbürger ihre Felder.
siehe auch Hünenburg (Rinteln) Hohenrode

Vor allem die Lage an der Weser förderte den Handel. So genannte „Bremer Waren” kamen mit den Schiffen flussaufwärts: Tabak, Butter, Stockfisch, Kolonial- und Haushaltswaren. Für Frachten mit dem Ziel Rinteln richtete die Stadt einen Zollschuppen ein. Stromab befördert wurden Holz, Steinkohle und Getreide, ebenso wie der in der Nähe abgebaute Obernkirchener Sandstein. Auch das Handwerk mit seinen verschiedenen Zünften hatte seinen Anteil am Aufschwung der Stadt, die bis ins 17. Jahrhundert hinein eine wirtschaftliche Blütezeit erlebte. Als 1625/1626 durch die Pest fast ein Drittel der Rintelner Bevölkerung starb, war das ein verheerender Rückschlag für die Stadt.

Neuzeit

Dass sich Rinteln trotzdem recht zügig davon erholte, lag u. a. an der 1621 gegründeten Universität Rinteln. An ihr lehrten rund 12–15 Professoren in vier Fakultäten (Theologie, Jura, Medizin und Philosophie). Bis zu 100–130 Studenten waren eingeschrieben. Der Hochschulbetrieb mit Sitz im Kollegiengebäude, dem früheren Jakobskloster, verfügte über zwei Hörsäle, eine „Kommunität” (Studentenwohnheim), ein „Konviktorium“ (Mensa), eine Bibliothek, ein Instrumentenzimmer, eine Buchdruckerei, eine Apotheke, einen Botanischen Garten, eine Propstei (Güterverwaltung), ein „Anatomicum“, sowie ab 1762 eine regelmäßig erscheinende Zeitung. Zu den so genannten „Universitätsverwandten” gehörten Tanz- und Fechtmeister, Reit- und Französischlehrer. Die Universitätskommisse war Herberge und Schanklokal der Akademie: Hier konnten Professoren und Studenten unbehelligt vom städtischen Schankmonopol zu niedrigen Preisen Bier und Wein trinken.

Universitätskommisse

1640 wurde die alte Grafschaft Schaumburg zwischen den Grafen zur Lippe (nun Grafschaft Schaumburg-Lippe) und den Landgrafen von Hessen-Kassel (nun Grafschaft Schaumburg) aufgeteilt. Als Folge wurde Rinteln 1651 hessische Garnisonsstadt und 1665 bis 1680 zu einer Festung ausgebaut.

Trotzdem ergab sich die Stadt während des Siebenjährigen Krieges und in den napoleonischen Kriegen (1806) kampflos einer französischen Übermacht und wurde jeweils für mehrere Jahre besetzt. Am 13. November 1806 befahl Napoleon, die Festungsanlagen zu schleifen. Ein weiterer Rückschlag war die Schließung der Rintelner Universität Ostern 1810[3] durch Jérôme, den jüngsten Bruder Napoléons und König des neu gegründeten Königreichs Westphalen (mit Kassel als Hauptstadt).

Nach dem Ende der napoleonischen Besetzung wurde die hessische Grafschaft Schaumburg wieder Exklave der Landgrafschaft Hessen-Kassel. 1866 wurde sie, wie die gesamte Landgrafschaft, von Preußen annektiert und zum Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau gemacht, wo sie ab 1904 als Landkreis Grafschaft Schaumburg mit Sitz in Rinteln bis 1977 geführt wurde.

Im Jahre 1865 wurde in Rinteln eine der ältesten Freiwilligen Feuerwehren Norddeutschlands gegründet. Sie ging aus einer zwei Jahre zuvor gegründeten Freiwilligen Turner-Feuerwehr hervor. 1865 stellte man einen Organisationsplan auf und richtete an die Stadt ein Gesuch, Gelder für die Geräte zur Verfügung zu stellen. Die Wehr bestand aus einem Hauptmann, dem ein Adjutant beigegeben war, 12 Steigern, 15 Rettungsmannschaften und 24 Mann für die Bedienung der Spritzen; sie war also 53 Mann stark. Am 26. November 1865 wurden die Statuten, die nach dem Muster der Hamelner Wehr aufgestellt waren, dem Rat zur Genehmigung vorgelegt.[4]

Mitte des 19. Jahrhunderts ging es mit der Stadt wieder aufwärts. Vor allem förderte die Eröffnung der Löhne–Vienenburger Eisenbahn durch die Hannover-Altenbekener Eisenbahngesellschaft (1875) und die dadurch günstige Verbindung in die großen Wirtschaftszentren Berlin und Köln die Ansiedlung von Industriebetrieben. So entstand unter anderem eine Glashütte. Weitere Bahnstrecken verbanden die Stadt mit Stadthagen (Rinteln-Stadthagener Eisenbahn) und ab Ende der 1920er Jahre mit Barntrup (Extertalbahn). Die Strecke Bünde/LöhneHamelnHildesheim/Bodenburg, heute als Weserbahn bezeichnet, wird heute im Stundentakt durch die Eurobahn befahren.

1933 bis 1945

1924 gründete sich in Rinteln die erste Ortsgruppe der NSDAP. Immer wieder kam es ab diesem Zeitpunkt zu Zusammenstößen zwischen Nationalsozialisten, Sozialdemokraten und Kommunisten, die zwischen 1930 und 1933 massiver wurden. Bei der Reichstagswahl am 5. März 1933 erreichte die NSDAP in Rinteln 1.991 Stimmen, die SPD 959 Stimmen und die KPD nur noch 294 Stimmen. Am 12. April 1933 verlieh die Stadt Rinteln Adolf Hitler das Ehrenbürgerrecht. Es wurde am 28. März 1946 widerrufen. Wie überall dienten die Jahre nach 1933 der Machtfestigung der Nationalsozialisten und waren auch in Rinteln durch einen immer stärker werdenden Druck und eine lückenlosere Überwachung der Bevölkerung gekennzeichnet. Sozialdemokraten und Kommunisten wurden vielfach verhaftet und teilweise in Konzentrationslager verbracht (hauptsächlich KZ Moringen). 1933 waren in Rinteln 73 jüdische Bürger gemeldet, von denen einigen die Auswanderung oder die Flucht noch rechtzeitig gelang. Manche verübten unter dem wachsenden seelischen Druck Selbstmord. 1940 wurden noch 29 Rintelner Juden gezählt, von denen 25 zwischen März und Juli 1942 in die Gartenbauschule Ahlem (Sammelstelle für Juden aus den Regierungsbezirken Hannover und Hildesheim) verbracht und später in Konzentrationslager deportiert wurden. Insgesamt sind 34 jüdische Bürger Rintelns während der nationalsozialistischen Herrschaft umgekommen. Heute erinnern lediglich der jüdische Friedhof in der Ostertorstraße und eine kleine angebrachte Tafel (am ehemals jüdischen Betsaal in der Bäckerstraße) an die jüdische Gemeinde Rintelns. Seit 1960 ist in Rinteln kein jüdischer Bürger mehr gemeldet. Einige der nationalsozialistischen Führer Rintelns hatten sich kurz vor Kriegsende das Leben genommen, waren gefallen oder geflohen und untergetaucht. Von allen Rintelner Partei- und Organisationsführern ist keiner nach Kriegsende gerichtlich zur Rechenschaft gezogen und verurteilt worden.

1945 bis heute

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges, den Rinteln als Lazarettstadt für mehrere tausend Verwundete erlebte, verdoppelte sich die Einwohnerzahl vor allem durch Vertriebene aus Schlesien. Der hessische Kreis Grafschaft Schaumburg wurde 1946 Bestandteil des Landes Niedersachsen. Durch die Eingliederung von 18 benachbarten Gemeinden in die Stadt am 1. März 1974 wurde Rinteln zur größten Kommune des 1977 gebildeten Landkreises Schaumburg. Nach der Aufnahme Rintelns in das Städtesanierungsprogramm des Landes Niedersachsen 1979 konnte mit einer umfangreichen Sanierung der Altstadt begonnen werden, die mit der Einrichtung einer Fußgängerzone im Jahr 2003 beendet war.

Sagen

Die Zwerge im Erbsenfelde

Ein Bauer bei Rinteln hatte ein schönes Erbsenfeld. Als es aber zur Ernte ging, wurden die Schoten leer und leerer. Wenn sich der Bauer heimlich am Erbsenfelde aufstellte, um den Dieb zu fangen, hörte er es zwar rascheln, sah aber niemand.

Da dachte er, dass wohl Zwerge die Erbsen holten. Nun nahm er seinen Knecht mit aufs Feld. Er ließ ihn das eine Ende eines Strickes anfassen und nahm selbst das andere Ende in die Hand. So liefen sie das Feld hinauf und hinunter und rissen mit dem Strick den Zwergen die Nebelkappen ab.

Da waren die Zwerge gefangen. Sie wollten ihre Nebelkappen wieder haben und mussten dafür dem Bauern die Erbsen teuer bezahlen. Dann verschwanden sie eilig und kamen nicht wieder.[5]

Politik

Kommunalwahl 2006
Wahlbeteiligung: 47,77 %
 %
50
40
30
20
10
0
47,2%
34,3%
10,5%
4,8%
3,2%
WGS Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2001
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+1,5%
-4,9%
+2,7%
+0,3%
+0,4%
WGS Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
Blick auf den Marktplatz mit der St.-Nikolai-Kirche
Marktplatz vom Turm der St.-Nikolai-Kirche

Die Stadt Rinteln besitzt den Status einer selbstständigen Gemeinde.

Stadtrat

Der Stadtrat von Rinteln setzt sich aus 37 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

SPD CDU WG Schaumburg Grüne FDP Gesamt
2006 18 12 4 2 1 37 Sitze

Stand: Kommunalwahl am 10. September 2006

Bürgermeister

Bei der Kommunalwahl am 10. September 2006 fielen 67,5 % der Stimmen auf den SPD-Kandidaten Karl-Heinz Buchholz, der somit die absolute Mehrheit erlangen konnte.

Wappen

Blasonierung; „Über einem blau-silbernen Fluss im Schildfuß eine dreitürmige silberne Burg im roten Felde, im Tor auf Rot ein silbernes Nesselblatt.“[6]

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Archivhäuschen
Prinzenhof
Katholische Kirche St. Sturmius

Die Stadt liegt landschaftlich reizvoll und besitzt eine sehenswerte Fachwerkaltstadt. Mittelpunkt ist der in den 1980er Jahren sanierte Marktplatz mit der evangelisch-lutherischen Stadtkirche St. Nikolai und dem Ratskeller, einem Bau aus der Zeit der Weserrenaissance.

Sehenswürdigkeiten sind auch

Sport

Tischtennis

Der Verein VTT Rinteln hatte in den 1970er und 1980er Jahren eine erfolgreiche Tischtennis-Damenmannschaft. Nach fünfjähriger Zugehörigkeit zur 1. Bundesliga erfolgte 1983 der Abstieg in die 2. Bundesliga. Ein Jahr später gelang der sofortige Wiederaufstieg.[7]

Musik

In Rinteln wird die traditionelle sowie konzertante Blasmusik seit vielen Jahren durch ein städtisches Orchester, welches bei der Freiwilligen Feuerwehr beheimatet ist (Blasorchester Feuerwehr Rinteln), gepflegt. Nachdem am 31. Dezember 1998 die Auflösung des alten Musikzuges gemeldet werden musste, wurde bereits im Jahre 2003 ein neues Orchester unter der Leitung von Klaus Diebietz ins Leben gerufen und ein regelmäßiger Probenbetrieb eingeleitet.[8] Es ist damit auch das einzige Blasorchester einer Feuerwehr im Landkreis Schaumburg, da sich alle anderen musikalischen Formationen als Musikzug betiteln.
Das Orchester ist bereits überregional so bekannt, dass es zu Auftritten bis nach Büsum eingeladen wurde, um dort die Rückkehr der Feuerland musikalisch zu untermalen.
Des Weiteren gibt es seit 1986 das Jugendblasorchester Rinteln, kurz JBO Rinteln. Nur wenige Jahre später wurde eine Bläserklasse an der Hauptschule in Rinteln eingerichtet, welche zusammen mit der Kreisjugendmusikschule betreut wird. Dieses unterstreicht die Wichtigkeit der musikalischen Tätigkeiten in der Stadt Rinteln.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen
  • Die Discounter-Firma Aldi-Nord ist mit einer ihrer Regionalniederlassungen in Rinteln ansässig, zuzüglich eines großflächigen Zentrallagers.
  • Auch weltweit agierende Firmen wie die „Hubert Stüken GmbH“ sind seit langer Zeit in Rinteln ansässig. Zurzeit ist eine Erweiterung des Betriebs im Industriegebiet Süd in Planung.
  • Größter Arbeitgeber in der Stadt ist die Firma RiHa, die Fruchtsäfte und Mineralwasser produziert.
  • Weitere bedeutende Unternehmen sind u. a. die Glashütte der Firma Owens-Illinois, die Firma Weserwaben und Firma Rolec, die Gehäusesysteme vertreibt.

Verkehr

Straßenverkehr

Rinteln liegt nahe der Bundesautobahn 2 (Europastraße 30) mit der Anschlussstelle Bad Eilsen. Die Bundesstraßen 83 und 238 – letztere auf einer Umgehungsstrecke – führen um das Zentrum der Stadt herum. In Rinteln endet auch die von Barntrup kommende Extertalstraße.

Eisenbahnverkehr
Triebwagen der Extertalbahn AG auf der Weserstraße (1939)

Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Bünde-Löhne-Hameln-Hildesheim-Bodenburg (Weserbahn), die im Stundentakt (am Wochenende 2-Stundentakt) von der Eurobahn betrieben wird. Bei Fahrten in Richtung NRW gilt der Verbundtarif „Der Sechser“ (OWL Verkehr GmbH).

Am Bahnhof Rinteln Süd endet die mittlerweile stillgelegte Extertalbahn, die früher durch die Altstadt und über die Weserbrücke bis zum Bundesbahnhof führte. Außerdem mündet die stilllegungsbedrohte Rinteln-Stadthagener Eisenbahn, auf der Museumsfahrten angeboten werden, in den Bahnhof der Bundesbahn.

Schiffsverkehr

Frachtschifffahrt auf der Weser findet kaum noch statt. Rinteln ist Ziel für die touristische Fahrgastschifffahrt zwischen Minden-Vlotho-Hameln.

Flugverkehr

In Rinteln gibt es einen kleinen Flugplatz (EDVR) für kleine Sportflugzeuge.

Marktplatz mit Nikolai-Kirche

Öffentliche Einrichtungen

  • Standort Rinteln des Klinikums Schaumburg
  • Außenstelle der KFZ-Zulassungsstelle des LK Schaumburg
  • Niedersächsische Steuerakademie
  • Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften Hameln, Katasteramt Rinteln

Bildungswesen

Bekannte Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt
Ehrenbürger

Reinhold Tüxen (1899–1980) ist der bisher einzige Ehrenbürger der Stadt Rinteln. Prof. Tüxen, weltweit durch seine Vegetationskartierungen bekannter Pflanzensoziologe, organisierte in Rinteln internationale Symposien und holte Wissenschaftler aus aller Welt in die Weserstadt. Die Stadt Rinteln verleiht seit 1987 den Tüxen-Preis an verdiente Wissenschaftler. Der erste Preisträger war der polnische Professor Dr. Władysław Matuszkiewicz.

Bedeutende Männer und Frauen, die in Rinteln gewirkt haben
  • Franz von Dingelstedt (1814–1881) dichtete in Rinteln sein Weserlied. Die Anfangszeilen soll er mit einem Schaumburger Diamanten in eine Fensterscheibe eines Gasthauses im heutigen Ortsteil Todenmann geritzt haben. Im Rintelner Heimatmuseum, in der „Eulenburg“, erinnert ein eigenes Zimmer an Dingelstedt.
  • Johanna Elberskirchen (1864–1943) lebte von 1884 bis 1891 in Rinteln und arbeitete dort als Buchhalterin. 1887 schrieb sie in Rinteln u. a. ihren ersten (bekannten) Text: ein Beitrag u. a. über Ausbildung und Lohnarbeit von Frauen für die Allgemeine Frauen-Zeitung, ein Organ der österreichisch-ungarischen Frauen-Vereine.
  • Josua Stegmann (1588–1632) hielt 1621 anlässlich der Eröffnung der Rintelner Universität die Predigt in der St.-Nikolai-Kirche. Der in Sülzfeld geborene evangelische Theologe und Kirchenlieddichter („Ach bleib mit Deiner Gnade“, erschienen erstmals 1630 in Stegmanns Buch „Erneute Herzensseufzer“) bemühte sich um die Universität als einen Ort der lutherischen Lehre. Bereits 1630 wurde er aber des Hauses verwiesen: Aufgrund des so genannten Restitutionsedikts übernahmen katholische Benediktiner das Kloster.

Literatur

  • Kurt Klaus: Rinteln unterm Hakenkreuz, Bösendahl: Rinteln 1989
  • Ullrich Künkel: Stadt Rinteln Lexikon, Merkur Verlag: Rinteln 2001, ISBN 3-8120-0010-5
  • Andreas Michelbrink: Rinteln. In Herbert Obenaus: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Band 1 und 2, hrsg. in Zusammenarbeit mit David Bankier und Daniel Fraenkel. Göttingen 2005, S. 1309–1315. ISBN 3-89244-753-5
  • Franz Carl Theodor Piderit: Geschichte der Grafschaft Schaumburg und der wichtigsten Orte in derselben. Rinteln 1831, S. 164 ff.
  • Verschönerungsverein Rinteln (Hrsg.): Rinteln an der Weser, in Wort und Bild, ein Heimatbuch und Führer durch Rinteln und Umgebung, mit 23 Bildern nach Originallithographien, Aquarellen und Sepiazeichnungen von Ernst Höfer-Minden, Bösendahl, Rinteln 1925.
  • Hans-Wilhelm Hube & Ulrich Wöhler (Hg.): 750 Jahre St. Nikolai-Kirche Rinteln 1238–1988. Hube & Wöhler: Rinteln 1988.

Weblinks

 Commons: Rinteln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Rinteln – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
  2. Die Urkunde ist abgebildet bei: Blazek, Matthias, Die Grafschaft Schaumburg 1647–1977, ibidem, Stuttgart 2011, S. 12, ISBN 978-3-8382-0257-0.
  3. Friedrich Arnold Brockhaus (Hrsg.): Literarisches Conversations-Blatt für das Jahr 1823, Bd. 2, Brockhaus, Leipzig 1823, S. 1021
  4. Ausführlich: Blazek, Matthias, Feuerwehrwesen im Landkreis Schaumburg im 19. Jahrhundert, 2., aktualisierte und ergänzte Auflage, Adelheidsdorf 2002, S. 6 ff.
  5. Heimatsagen aus der Grafschaft Schaumburg, ausgewählt und bearbeitet von einem Arbeitsausschuss des Kreislehrervereins, für den Schulgebrauch genehmigt durch das Niedersächsische Kultusministerium vom 15. Februar 1951, C. Bösendahl, Rinteln, S. 9; „dass“ und „mussten“ in der Vorlage mit Eszett.
  6. § 2 Abs. 1 der Hauptsatzung.
  7. Zeitschrift DTS, 1984/6, S. 32.
  8. Blasorchester Feuerwehr Rinteln, Geschichte: http://www.feubori.de/Item/Geschichte.html.

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