Robert Schöffmann
Robert Schöffmann vor seinem Atelier in Vorderberg

Robert Schöffmann (* 8. Juni 1963 in Villach) ist ein österreichischer Maler. Er ist ein Vertreter des Realismus und sein zentrales Thema stellt immer wieder der Akt dar. Im Lauf von 25 Jahren hat er zahlreiche Werke geschaffen und im Jahr 2005 in einem Buch zusammengefasst. Derzeit lebt und arbeitet Robert Schöffmann in Vorderberg im Kärntner Gailtal.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Zeitleiste

  • 1963 geb. in Villach
  • 1979 Beginn mit der Malerei
  • 1982 Matura am BG/BRG Perau in Villach, 3 Monate Studium an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien
  • 1983 bis 1986 Illustrationen für das Magazin trend
  • 1985 Ausstellung in der „Galerie an der Stadtmauer“ in Villach
  • 1986 Ausstellung mit Prof. Rudolf Hausner im Schloss Senftenegg in Niederösterreich
  • 1988 Zivildienst
  • 1990 Atelier in St.Michael/Villach
  • 1991 Sechsmonatiger Studienaufenthalt in der Volksrepublik China
  • 1993 Ausstellung des 120-teiligen Mauerzyklus im Schloss Treffen
  • 1994 Produktion des Kunstbuches „das alpha“ im Eigenverlag
  • 1998 Atelier in Vorderberg im Gailtal/Kärnten
  • 2005 Produktion des Kunstbuches „Ein Kunstbuch“

Kindheit und Jugend

Seine Kindheit erlebt Robert Schöffmann in einem Einfamilienhaus in Mallenitzen, einem Dorf im Rosental. Schon im Alter von zwei Jahren verliert er auf tragische Weise seinen Vater durch eine schwere Krankheit. Sein Mutter muss ab diesem Zeitpunkt die Familie als Alleinerzieherin erhalten. Während ihrer Ausbildung zur Kindergartenleiterin wird Robert in der Familie einer Bekannten aufgenommen und verbringt einen anderen Teil seiner Zeit bei seiner Großmutter. Im Spannungsfeld und der fürsorglichen Obhut dieser drei Frauen gewinnt Robert unterschiedliche Blickwinkel auf seine Welt. Die künstlerische Ader treibt schon in dieser Zeit den Papierverbrauch in der Familie Schöffmann in die Höhe und lässt Robert in seine Fantasiewelt abtauchen.

Die ländliche, katholisch fromme Umgebung seiner Kindheit prägt den kleinen Künstler in besonderer Art und Weise. Ein übermächtiger, strenger Gott verwandelt sich erst allmählich in einen differenzierten Begleiter, dessen sich der Zweifler Schöffmann in seinem Werk immer wieder einmal annimmt. 1979, im Alter von 16 Jahren schließlich, Robert besucht zu dieser Zeit das Bundesgymnasium Perau in Villach, beginnt sein eigentliches künstlerisches Schaffen. Obwohl erste Aksitzungen mit Schulkameradinnen noch mit Badeanzug oder Bikini gehalten werden, zeichnet sich schon zu dieser Zeit sein Hang zum Realismus und zu seiner eigenen, besonderen Art der Perfektion ab. Im letzten Schuljahr kümmert sich Robert weniger um die Vorbereitung auf die Matura, als vielmehr um die Gestaltung der Maturazeitung „Die Curiositäten“, die er selbst als seine eigentliche Abschlussarbeit bezeichnet. Nach einer intensiven Lernphase von drei Monaten besteht Schöffmann dann doch die Reifeprüfung und damit steht einem Studium an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien nichts mehr im Wege.

Die Zeit in Wien

Das rote System

Schon nach drei Monaten bricht Robert Schöffmann sein Studium desillusioniert ab. Er verbringt seine Zeit nun als Illustrator beim trend-profil Verlag und hält sich mehr schlecht als recht über Wasser. Eine Einladung führt ihn für kurze Zeit nach Nürnberg. Der Ortswechsel wirkt wie ein „Dosenöffner“ fürs Hirn, die „Nürnberger Akte“ entstehen. Bei einer Ausstellung im Niederösterreichischen Schloss Senftenegg lernt er Rudolf Hausner kennen und gewinnt wieder Boden unter den Füßen. Schöffmann erhält Aufträge aus der Musik- und Filmbranche. Doch die „krawattentragende“ Gesellschaft behagt ihm nicht, und so verlässt er die Stadt.

Zivildienst

Im Jahr 1988 absolviert Robert Schöffmann seinen Zivildienst beim Roten Kreuz in Villach. Wieder werden neue Eindrücke und Aspekte gewonnen, insbesondere der immer gegenwärtige Tod lässt neue Gebilde in Schöffmanns Bildern entstehen. In dieser Zeit entsteht eine Serie von Elfenbildern, fantastische Wesen in fantastischen Welten.

China

Anfang 1991 verschlägt es Robert Schöffmann für sechs Monate in die Volksrepublik China, seiner Partnerin und Geliebten Claudia folgend. Wieder völlig neue Eindrücke, neue Wege und eine neue Signatur. Ein vertikaler chinesischer Schriftzug gesellt sich zum schon vorhandenen und ergänzt ihn. Doch die Lebensumstände in China, die schlechte Qualität der Materialien und die enorme Luftfeuchtigkeit bei Temperaturen um 30°C setzen nicht nur dem Maler sondern auch seinen Werken zu. Schimmelpilze überziehen und zerstören neue Aquarelle und führen schließlich zu einem Arbeitsstopp. Die letzten zwei Monate in China werden für Reisen genutzt.

Villach

Akt ohne Titel

Zurück in Kärnten beginnt Robert Schöffmann wieder mit Bleistift Akte auf Papier zu malen. Die Körper werden dabei möglichst plastisch herausgearbeitet, wie es sonst nur in seinen Öl- und Acrylbildern der Fall ist. 1993 erfolgt seine zweite große Werkschau. Nach einem dreiviertel Jahr Vorbereitung wird der 1985 begonnene, und inzwischen auf 120 Tafelbilder angewachsene Zyklus „Die Mauer“ im Schoss Treffen ausgestellt. 1994 entsteht das Kunstbuch „das alpha“ mit einer Auswahl von Aktzeichnungen. Im Sommer desselben Jahres tritt die Friedhofsgemeinschaft von Zauchen mit der Bitte, eine Pietà in der örtlichen Leichenhalle anzufertigen, an Robert Schöffmann heran. Die geschätzte Arbeitszeit von vierzehn Tagen, für eine, in relativ groben Zügen zu malende Fläche von drei mal drei Metern, weitete sich auf ganze zweieinhalb Monate aus. Statt grober Pinselstriche fanden auch hier wieder Präzision und Perfektion Einzug in ein Werk des Künstlers. Die Pietà selbst stellt Maria in drei Lebensabschnitten, als Kind, als schwangere Frau und als gealterte, um ihren Sohn trauernde Frau dar. Jesus flach auf dem Rücken liegend bildet mit seinem Leichentuch und der zentral dahinter stehenden Maria ein Kreuzzeichen.

Vorderberg

Im Jahr 1998 ziehen Robert Schöffmann und seine Partnerin nach Vorderberg in ein ehemaliges Gasthaus, direkt an der Gail und der Gailtalbahn gelegen. In den folgenden Jahren widmet er sich dann fast ausschließlich dem Akt. In verschiedenen Techniken arbeitet der Künstler immer wieder neue Zugänge zu diesem Thema heraus. Im Jahr 2005 entsteht nach monatelanger Arbeit „Ein Kunstbuch“. In diesem Werk versucht der Künstler nicht nur eine Zusammenfassung der Arbeit von 25 Jahren zu präsentieren, sondern auch eine Standortbestimmung. Somit bildet das Buch ein buntes Kaleidoskop seines Lebens und seines Schaffens in seiner ganz eigenen künstlerischen Art und Weise. Derzeit (2006) lebt und arbeitet Robert Schöffmann nach wie vor in Vorderberg.

Hauptwerke

Neben seinen vielfältigen Arbeiten in verschiedenen Techniken, wozu nicht nur Bilder sondern auch Skulpturen aus unterschiedlichen Materialien gehören, prägen ein paar besondere Werke bzw. Zyklen die Geschichte seines Schaffens. Hier sei exemplarisch „Die Mauer“ hervorgehoben, die sich als eigenständiger roter Faden über viele Jahre in Robert Schöffmanns Leben und Arbeiten hinzieht. Begonnen wurde „Die Mauer“ im Jahr 1985. Die akribische Umsetzung einer so alltäglichen Oberfläche - einer Betonstruktur - in die künstlerische Gestaltung eines Bildes lässt Robert Schöffmann seit dieser Zeit nicht mehr los. Beinahe fotorealistisch, von manchen Galeristen sogar mit einer Computergrafik verwechselt, bietet die gemalte Mauerstruktur Platz für die verschiedensten Ausprägungen. Mal ist es die Mauer selbst, die als Labyrinth, als Fensterrahmen oder als Durchbruch herhalten muss. Dann sind es die Gegenstände, die die Mauer als Untergrund, als Träger, als Begrenzung oder als Gegenspieler nutzen. Die Unerschöpflichkeit der Kombinationsmöglichkeiten drückt sich durch die inzwischen auf über 120 Werke angewachsene Sammlung von Mauerbildern aus. Seit nun über zwei Jahrzehnten kehrt der Künstler immer wieder zu diesem Sujet zurück. Neben diesem beeindruckenden Werk stellt der Akt in vielfältigen Ausprägungen den zweiten Hauptthemenkreis Robert Schöffmanns dar. Dabei kommt wieder seine Liebe zum Detail und seine faszinierende Genauigkeit voll und ganz zur Geltung. Akte in Bleistift, Rötel, Acryl und Öl sind der zweite rote Faden aus dem sich die Lebensader dieses Künstlers aufbaut.

Publikationen

Robert Schöffmann, Ein Kunstbuch
  • Ein Kunstbuch, Hermagoras Mohorevja, Klagenfurt 2005, ISBN 3-7086-0178-5

Weblinks


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