1-Phenyl-2-propanon
Strukturformel
Strukturformel Phenylaceton
Allgemeines
Name Phenylaceton
Andere Namen
  • 1-Phenyl-2-propanon
  • Benzylmethylketon
  • P2P
Summenformel C9H10O
CAS-Nummer 103-79-7
Eigenschaften
Molare Masse 134,2 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,01 g·cm−3 (20 °C)[1]

Schmelzpunkt

−15 °C[1]

Siedepunkt

216 °C[1]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine Gefahrensymbole
R- und S-Sätze R: keine R-Sätze
S: keine S-Sätze
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Phenylaceton ist eine farblose bis schwach gelbe Flüssigkeit mit einem starken, charakteristischen Geruch, die in der chemischen und pharmazeutischen Industrie Verwendung findet.

Inhaltsverzeichnis

Verwendung

Phenylaceton wird zur Synthese von Pestiziden und Pharmaka gebraucht. Beispiele sind Diphacinon (ein Rattengift), Phenylamin (zur Herstellung von Farben, Plasten und Arzneimitteln) oder Amphetamin. Aufgrund der möglichen Verwendung bei der Synthese verschiedener Amphetamine erfordert die Herstellung sowie der Verkauf eine Genehmigung.

Darstellung

Phenylaceton (4) lässt sich auf unterschiedlichste Art und Weise darstellen. Am wirtschaftlichsten erscheint Methode I, d. h. die Dakin-West-Reaktion von Phenylessigsäure (1) und Essigsäureanhydrid (2) unter Basenkatalyse. Das Enolat des gemischten Anhydrids attackiert ein weiteres Molekül 2, spaltet Acetat ab und die resultierende β-Ketosäure 3 decarboxyliert zu 4. Eine andere Methode (II) verwendet als Acetylquelle die Acetate zweiwertiger Metalle, v. a. des Bleis. Die Reaktion von Methyllithium mit dem Lithiumsalz der Phenylessigsäure stellt einen weiteren eleganten Zugang zu 4 dar (III), wenn auch hierbei die Hälfte des MeLi für die Deprotonierung von 1 aufgewandt werden muss.


Weitere Synthesen, die ohne die überwachte Substanz Phenylessigsäure auskommen, sind zwar möglich, aber auf Grund des Preises oder der Toxizität einzelner Ausgangsstoffe oder aufgrund geringer Ausbeuten nur im Labormaßstab durchführbar. U. a. besteht die Möglichkeit, Benzol mit Chloraceton in einer Friedel-Crafts-Acylierung umzusetzen (IVa) oder Aceton selbst radikalisch mit Benzol zu verbinden (IVb); das hierfür benötigte Mangan(III)-acetat ist das limitierende Reagens. Ketone lassen sich durch die Reaktion metallorganischer Reagenzien mit Nitrilen darstellen: Für unseren Fall heißt dies, man kann entweder Methylaluminium (oder auch Methlymagnesiumhalogenid) auf Benzylcyanid einwirken lassen (Va) oder andererseits Benzylmagnesiumbromid auf Acetonitril (Vb); in beiden Fällen gibt die Hydrolyse des intermediären Imins das Keton 4. Interessant ist auch die Oxidation von α-Methylstyrol mit Thallium(III)-Salzen in Methanol (VI): Nach der Addition an die Doppelbindung spaltet sich Tl(I) ab und am intermediären Carbocation kommt es zu einer sigmatropen Umlagerung. Das resultierende Dimethylketal wird dann unter Säurekatalyse hydrolisiert.


Rechtliches

Aufgrund seiner Eignung als Ausgangsstoff in der Methamphetaminsynthese gehört Phenylaceton in Deutschland, Schweiz und der EU zur Kategorie I der überwachten Chemikalien nach dem Grundstoffüberwachungsgesetz. Das bedeutet die Herstellung, der Handel sowie Ein- und Ausfuhr ohne Genehmigung sind strafbar.

Quellen

  1. a b c d e Eintrag zu CAS-Nr. 103-79-7 in der GESTIS-Stoffdatenbank des BGIA, abgerufen am 09.01.2008 (JavaScript erforderlich)

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