Aviatik B-Typen
Aviatik B.I.

Die Aviatik B-Typen waren Militärflugzeuge der deutschen Fliegertruppe und der k.u.k. Luftfahrtruppen im Ersten Weltkrieg.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung

Robert Wild, der Konstrukteur der Automobil und Aviatik AG in Mülhausen/Elsass, entwickelte bereits vor dem Krieg 1913 als Kopie eines französischen Rennflugzeugs den zweisitzigen Doppeldecker P.14, von dem 98 Stück geliefert wurden und als Aviatik B auch von der Fliegertruppe verwendet wurde.

1914 wurde die Produktion des leicht modifizierten Flugzeugs fortgesetzt. Mit seinem 100 PS-Motor wurde es als Aviatik B.I [1] klassifiziert. Da keine Waffe zu bedienen war, saß der Pilot hinten. Das Fahrwerk besaß einen Hecksporn[2]. Auch die österreichische Tochtergesellschaft Österreichische Flugzeug Fabrik Aviatik baut den B.I in Lizenz für die k.u.k. Luftfahrtruppen. Der B.I trug ihren Kühler auf der linken unteren Tragfläche, die 1915 erscheinende B.II [3] erhielt dagegen einen Seitenkühler am Rumpf, kürzere Tragflächen, ein verstärktes Seitenleitwerk und einen auf 120 PS verstärkten Motor.

Einsatz

Der unbewaffnete B.I „Kavalleriedoppeldecker“ wurde bereits zu Kriegsbeginn 1914 an der Front eingesetzt, gefolgt von der B.II Anfang 1915. Beide Flugzeuge wurden 1915/1916 aus den Fronteinheiten abgezogen, aber noch lange weiter als Schulflugzeuge verwendet.

Weiterentwicklung

Die B.II war auch die Basis für die Aviatik C.I, den ersten bewaffneten deutschen Zweisitzer.

Die Österreichische Aviatik entwickelte den B.I eigenständig zur B.II weiter, der in einer kleinen Serie für die österreichisch-ungarische Fliegertruppe geliefert wurde. Auch diese B.II wurde als bewaffnete Version B.III an die k.u.k. Luftfahrtruppen geliefert, wurde jedoch wegen ihrer aufgrund der Zusatzbelastung unsicheren Flugeigenschaften im Fliegerjargon als "Gondel" bezeichnet und war bei den Besatzungen daher wenig beliebt.

Technische Daten

Kenngröße B (P.14) B.I (P.15A) B.II (P.15B)
Einsatz;   1913 1914 1915
Länge:    8,70 m 7,93 m 7,10 m
Flügelspannweite:    14,50 m 14,00 m 12,49 m
Höhe:    3,20 m 3,05 m
Flügelfläche:    45,0 m² 43,0 m²
Leergewicht:  650 kg 668 kg 700 kg
Startgewicht:  970 kg 1.090 kg 980 kg
wassergekühlter 6 Zyl.-Reihenmotor Mercedes D.I, 105 PS Mercedes D.I, 105 PS Mercedes D.II, 120 PS
Höchstgeschwindigkeit:  100 km/h 100 km/h 110 km/h
Steigzeit auf 800 m:  10 min
Steigzeit auf 1.200 m:  15 min (1.000 m)
praktische Gipfelhöhe: 
Reichweite:  540 km 800 km 400 km
maximale Flugdauer: 
Bewaffnung (MG):  keine
Besatzung:    2 2 2

Quellen

Einzelnachweise/Anmerkungen

  1. Werksbezeichnung P.15B
  2. AERO Heft 16, S.442
  3. Werksbezeichnung P.15A

Literatur

  • Enzo Angelucci, Paolo Matricardi: Die Flugzeuge. Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Falken-Verlag, Wiesbaden 1976, ISBN 3-8068-0391-9, (Falken-Handbuch in Farbe).
  • Reinhard Keimel: Österreichs Luftfahrzeuge. Weishaupt-Verlag, Graz 1981, ISBN 3-900310-03-3.
  • Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910 – 1918. Lohse-Eissing, Wilhelmshaven 1977, ISBN 3-920602-18-8.
  • Karl R. Pawlas: Deutsche Flugzeuge. 1914 – 1918. Eine Dokumentation. Pawlas, Nürnberg 1976, ISBN 3-88088-209-6, (Luftfahrt-Dokumente 20), S. 63-65.
  • Michael Sharpe: Doppeldecker, Dreifachdecker & Wasserflugzeuge. Gondrom, Bindlach 2001, ISBN 3-8112-1872-7.

Weblinks

Siehe auch

Liste von Flugzeugtypen


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