Rockenau
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Eberbach
Eberbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Eberbach hervorgehoben
49.4666666666678.9833333333333134Koordinaten: 49° 28′ N, 8° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rhein-Neckar-Kreis
Höhe: 134 m ü. NN
Fläche: 81,16 km²
Einwohner: 15.258 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 188 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 69412
69434 (Brombach)
Vorwahl: 06271
Kfz-Kennzeichen: HD
Gemeindeschlüssel: 08 2 26 013
Stadtgliederung: 10 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Leopoldsplatz 1
69412 Eberbach
Webpräsenz:
Bürgermeister: Bernhard Martin (CDU)
Lage der Stadt Eberbach im Rhein-Neckar-Kreis
Karte
Neckarpartie in Eberbach

Die Stadt Eberbach liegt im Norden Baden-Württembergs, 33 km östlich von Heidelberg und gehört zum Rhein-Neckar-Kreis.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Eberbach liegt in einer Aufweitung des Neckartals am Fuße des Katzenbuckels, der mit 626 m die höchste Erhebung im badischen Odenwald darstellt. Es liegt im Naturpark Neckartal-Odenwald und an der romantischen Burgenstraße.

Stadtgliederung

Zu Eberbach gehören die Stadtteile Neckarwimmersbach, Brombach, Friedrichsdorf, Lindach, Rockenau, Igelsbach, Gaimühle, Unterdielbach, Badisch Schöllenbach und Pleutersbach mit der Stadt Eberbach und 38 weiteren Dörfern, Weilern, Höfen und Häusern.[2]

→ Siehe auch: Liste der Orte im Rhein-Neckar-Kreis

Die Kernstadt und die meisten der Ortsteile befinden sich nördlich des Neckars. Neckarwimmersbach (früher nur Wimmersbach, zur Unterscheidung von Waldwimmersbach wie dieses umbenannt), Rockenau und Pleutersbach liegen südlich des Neckars im sogenannten Kleinen Odenwald. Neckarwimmersbach liegt direkt am der Kernstadt gegenüberliegenden Neckarufer und ist seit dem Bau der Neckarbrücke 1899 nach Eberbach eingemeindet und mit diesem zusammengewachsen, so dass sein ursprünglich auf einer Anhöhe oberhalb des Neckarufers liegender historischer Ortskern heute praktisch keine Bedeutung mehr hat.

Durch Igelsbach verläuft die Landesgrenze zu Hessen. Daher gehört das nordöstliche „Badisch Igelsbach“ zu Eberbach, die südwestliche Hälfte „Hessisch Igelsbach“ hingegen zum hessischen Hirschhorn. Ähnliche Gegebenheiten sind in Schöllenbach, dessen größerer Teil zur hessischen Gemeinde Hesseneck zählt.

Geschichte

Ein Adelsgeschlecht der Herren von Eberbach wird erstmals 1196 erwähnt, ebenfalls bestand bereits im hohen Mittelalter die Burg Eberbach des Bistum Worms. Die Burg wurde 1227 erstmals erwähnt, als sie Heinrich VII., ein Staufer, zu Lehen erhielt. Auf ihn geht vermutlich auch der Ausbau des Ortes zur Stadt zurück. 1235 wurde die Burg reichsunmittelbar. 1297 wurde die Burg an verschiedene Pfandherren verpfändet. 1321 wurde neben der Burg die Stadt erstmals erwähnt. 1330 wurden Burg und Stadt an die Pfalzgrafen bei Rhein verpfändet, die 1361 noch das Patronatsrecht erhielten und bis zum 16. Jahrhundert den Übergang der Reichsstadt zur Kurpfalz erwirkten. Seit 1360 ist eine Zent in Eberbach nachgewiesen, der Schultheiß der Stadt war der Amtmann der kurpfälzischen Kellerei. Nach 1402 wurde die Burg durch Hans von Hirschhorn geschliffen. Eberbach war wichtiger Haltepunkt des Thurn und Taxis´schen Postunternehmens, der über Knittlingen und Cannstatt die Niederlande mit Italien verband.

Zwischen 1528 und 1555 verlegte die Universität Heidelberg wegen der dort herrschenden Pest mehrfach ihren Sitz nach Eberbach. Als Teil der Kurpfalz wurde Eberbach im 16. Jahrhundert reformiert, im Zuge der Gegenreformation kam es im 17. Jahrhundert dann jedoch zur Glaubensspaltung. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt nur gering beschädigt, freilich hatte auch hier die Bevölkerung zu leiden und es gab große Armut. Die Bevölkerung fand ihren Erwerb in Holzwirtschaft und -verarbeitung, Fischerei und Schifffahrt.

1803 fiel Eberbach an das Fürstentum Leiningen, seit 1806 zählte die Stadt zu Baden und war dort bis 1924 Sitz eines Bezirksamtes. Es gab ab 1838 ein Postamt, ab 1841 eine Bezirksforsterei und ab 1857 ein Amtsgericht, außerdem wurde 1849 die Neckartalstraße gebaut. In den Jahren von 1845 bis 1855 hatte Eberbach unter der in ganz Europa vorherrschenden Agrarkrise zu leiden. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert stellte sich im Neckartal eine Phase der wirtschaftlichen Prosperität ein, die in Eberbach außer durch die Gewerbefreiheit ab 1862 und die Eingliederung in die Strukturen des Deutschen Reiches insbesondere auch durch die 1879 eröffnete Neckartalbahn und die um dieselbe Zeit aufgenommene Kettenschlepperei auf dem Neckar begünstigt wurde. Im späten 19. Jahrhundert wandelte sich die örtliche Erwerbsstruktur. Beginnend mit einer Zigarrenfabrik, später auch mit zwei Rosshaarspinnereien, einem Hammerwerk, Drahtwaren- und Maschinenfabriken nahm die Industrie im örtlichen Erwerbsleben allmählich einen festen Platz ein. 1895 gab es zwar nur sieben Fabriken, doch boten diese am einzigen Industriestandort unter den umliegenden Orten bereits so viele Arbeitsplätze, dass um 1900 etwa 100 Einpendler gezählt wurden. Zur Blüte kam die Industrie in Eberbach nach dem Ersten Weltkrieg, als sich industrielle Großbetriebe im Itter- und Gammelsbachtal ansiedelten. Die Eberbacher Neckarbrücke wurde im Jahr 1900 vollendet. Die Stadt wuchs von 2400 Einwohnern im Jahr 1800 auf 6000 um das Jahr 1900 an. 1899 wurde Neckarwimmersbach eingemeindet, 1925 der badische Teil von Igelsbach.

Im Rahmen der Neckarkanalisation erfolgte um 1930 der Bau einer Staustufe und die Anlage eines Stückguthafens. 1935 konnte nach Vollendung von elf Staustufen zwischen Mannheim und Heilbronn der Schiffsverkehr auf dem Neckar aufgenommen werden.

Zu Beginn der NS-Zeit versuchte der Sozialdemokrat Adolf Knecht die Hakenkreuzfahne vom Rathaus zu entfernen und wurde dabei von SA-Männern erschossen. Die Nationalsozialisten bezeichneten Eberbach als Hochburg der Bewegung[3], die Bürgerschaft ehrte Knecht später mit einem Straßennamen. Die jüdische Gemeinde der Stadt, die sich erst seit dem 19. Jahrhundert entwickelt hatte und um 1900 ihre Blüte mit einer Gemeindegröße von 138 Personen erlebt hatte, war insbesondere im Zuge der Weltwirtschaftskrise der 1920er Jahre durch Abwanderung in die Städte bis 1933 auf eine Gemeindegröße von nur noch 38 Personen geschrumpft, von denen in den Folgejahren noch mehreren Personen die Auswanderung gelang. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge der jüdischen Gemeinde an der Einmündung Adolf-Knecht-Straße/Brückenstraße zerstört, woran heute ein Gedenkstein erinnert.[4] Die letzten 17 in Eberbach lebenden Juden wurden 1940 im Zug der Deportation deutscher Juden in Konzentrationslager verschleppt, wo alle bis auf drei den Tod fanden.

Im Zweiten Weltkrieg wurden Teile der Altstadt durch Fliegerbomben zerstört und die Neckarbrücke gesprengt. Die Brücke war als erste Neckarbrücke im Mai 1946 bereits wiederaufgebaut. Generell gab es in Eberbach in der Nachkriegszeit aufgrund des vorherrschenden Wohungnsmangels eine rege Bautätigkeit. Die Stadt dämmte das zeitweise planlose Siedlungswachstum 1954/55 mit einem umfangreichen Generalbebauungsplan, der noch bis in die 1970er Jahre Bestand hatte. 1966 hatte sich der Wohnungsbestand gegenüber dem Vorkriegsstand verdoppelt. Gleichzeitig war Eberbach auch von einem wirtschaftlichen Umbruch geprägt. Während die zuvor vorherrschende Industrie auf der Basis natürlicher Rohstoffe einen nahezu völligen Niedergang erlebte, siedelten sich bis 1960 mehrere elektrotechnische, metallverarbeitende und chemisch-pharmazeutische Betriebe an. Ebenso erhöhte sich im 1961 durch die Neckaruferstraße künftig vom Verkehr entlasteten Innenstadtbereich zunächst die Anzahl von Einzelhandelsunternehmen, bevor eine großflächige Umgestaltung der Innenstadt in den 1960er Jahren insbesondere Dienstleistungsbetriebe anzog. Die Modernisierung der Innenstadt stand auch in Zusammenhang mit Plänen, in Eberbach mit den wiederentdeckten Heilquellen den Kurbetrieb aufzunehmen. Jedoch fielen viele Sanierungsbestrebungen insbesondere der frühen 1970er Jahre, darunter der Abriss mehrerer historisch bedeutsamer Gebäude, rückblickend eher ungünstig aus, so dass der Altstadtkern ab 1977 erneut in ein Altstadtsanierungsprogramm des Landes Baden-Württemberg aufgenommen wurde, bei dem es auch Missgriffe der Vorjahre zu beseitigen galt. Ab 1983 wurden Teile der Innenstadt zur Fußgängerzone ausgewiesen.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1973 wurden Lindach und Friedrichsdorf eingemeindet, am 31. Dezember 1973 Pleutersbach. Brombach und Rockenau folgten am 1. Januar 1975. Die Teilorte teilen überwiegend die Geschichte der Stadt, waren also bereits im Mittelalter erwähnt, ab dem 14. Jahrhundert kurpfälzisch und nach 1803 badisch, im Falle der größeren Dörfer als selbstständige Gemeinden.

Politik

Rathaus in Eberbach

Gemeinderat

Der Gemeinderat der Stadt Eberbach hat seit der letzten Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 insgesamt 22 Mitglieder. Sie gehören folgenden Parteien an:

Gemeinderat 2004
Partei Sitze
CDU 8
SPD 7
FWV (Freie Wählervereinigung) 5
AGL (Alternative Grüne Liste) 2
Wahlbeteiligung: 52,9 %

Bürgermeister

Als Bürgermeister wurde Bernhard Martin (CDU) gewählt. Seine Amtszeit läuft bis 31. Dezember 2014.

Wappen

In Silber (Weiß) auf erniedrigtem blauen Wellenbalken ein schreitender schwarzer Eber (Wildschwein-Keiler) (als „redendes“ Bild für den Ortsnamen). - Flagge: Blau-Weiß (Blau-Silber). Als Reichsstadt dürfte Eberbach ursprünglich den Reichsadler im Wappen geführt haben. Der Reichsadler befand sich an der Stadtmauer am oberen Tor, ein Foto, 1909 aufgenommen, ist ebenso wie der Wappenstein, der heute im Stadtmuseum zu sehen ist, erhalten. Das jetzige Wappen ist als Siegelabdruck seit 1387 nachzuweisen. Allerdings unterscheidet sich das Aussehen des Ebers sehr deutlich von der heutigen Form, die 1976 angenommen wurde.

Wappentext: (Quelle: Archiv der Stadt Eberbach, Dr. Rüdiger Lenz Archivleiter)

Städtepartnerschaften

Mit Thonon-les-Bains (Genfersee, Frankreich) und Ephrata (Lancaster County, Pennsylvania, USA) werden Partnerschaften gepflegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Eberbach liegt an der romantischen Burgenstraße, die von Mannheim bis nach Prag führt und in diesem Abschnitt des Neckartals besonders reich an Burgen und Sehenswürdigkeiten ist.

Die historische Altstadt, die heute größtenteils Fußgängerzone ist, weist vier gut erhaltene Türme der mittelalterlichen Stadtbefestigung auf: Der Pulverturm wurde im 15. Jahrhundert als zweiflügeliger Eckturm auf die ältere Eckbefestigung der mittelalterlichen Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert aufgesetzt und bildet deren nordwestliches Ende. Die Turmuhr des Turms wurde 1766 vom Eberbacher Uhrmacher Jakob Braun gebaut. Der Blaue Hut aus dem 14. Jahrhundert mit seinem markanten, blau schimmernden Schieferdach markiert das südwestliche Ende der Altstadt. Das Erdgeschoss des aus dem 14. Jahrhundert stammenden Haspelturms am Lindenplatz war zeitweilig das Stadtverlies und konnte nur vom Obergeschoss aus mittels einer Seilwinde (Haspel) erreicht werden. Heute ist ein Zinnfiguren-Museum in dem Turm. Der Rosenturm ist der einzige runde Turm der Stadt und der älteste. Das Gebäude mit seinen 2 Meter dicken Mauern stammt vermutlich aus dem 13. Jahrhundert vom Beginn der Stadtbefestigung und hieß ursprünglich Roßbrunner Turm. Außerdem sind Reste der Stadtmauer und das spätromanische Bettendorfsche Tor erhalten.

Das Alte Rathaus von 1823 am Marktplatz zählt zu den gelungensten Werken des kraftvollen Weinbrenner-Stils (dem Klassizismus in Baden). Als Baumeister bewährte sich Johann Thierry, einer der talentiertesten Schüler von Friedrich Weinbrenner. Das Gebäude, das am historischen Alten Markt liegt, beherbergt heute ein Museum und war bereits das dritte Rathausgebäude an dieser Stelle. Das erste Rathaus wurde 1480 abgebrochen, ihm folgte ein Nachfolgebau, der bis 1814 Bestand hatte und aufgrund von Baufälligkeit dem jetzigen Gebäude wich. Das Ensemble am Marktplatz wird durch weitere historische Gebäude ergänzt. Das historische „Hotel Karpfen“ zeigt auf seiner dem Markt zugewandten Fassade in Sgraffito-Technik ausgeführte Szenen und Personen der Stadtgeschichte. Weitere Sgraffiti mit alten regionaltypischen Berufen sind am Gasthaus „Krabbenstein“ zu sehen.

Das älteste Steingebäude ist das Thalheimsche Haus beim Pulverturm, die frühere kurpfälzische Amtskellerei, später fürstlich Leiningensches Jagdschloss und dann Rathaus, heute Informationszentrum des Naturpark Neckartal-Odenwald.

Die evangelische Michaelskirche von 1836 wurde an Stelle einer spätestens seit dem 15. Jahrhundert bestehenden Marienkapelle errichtet. Die katholische Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk wurde von Ludwig Maier von 1884 bis 1887 als dreischiffiger Bau mit zwei Türmen im Stil der italienischen Renaissance erbaut. Im Jahr 2005 wurde der Neubau der Neuapostolischen Kirche fertiggestellt. Der moderne Bau des renommierten Stuttgarter Architekten Helmut Dasch ist im Stil der gegenwartlichen Moderne erbaut.

Die Stadt ist reich an historischen Fachwerkhäusern. Die schmuckvollsten sind die aus dem frühen 16. Jahrhundert stammenden Eberbacher Hof (früheres kaiserliches Stadtschloss) und gegenüberliegend Bettendorfsches Haus. Das Alte Badhaus geht auf eine mittelalterliche Badstube mit Kreuzgewölbe zurück, das benachbarte Spohrsche Haus beim Haspelturm weist einen schmucken Erker auf.

Im gesamten Ort befinden sich zahlreiche historische und moderne Brunnen, darunter ein Ortsbrunnen vor dem neuen Rathaus sowie der Kurpfalzbrunnen und der Neckarfischerbrunnen beim Thalheimschen Haus. Beim Rathaus befindet sich auch ein imposantes historisches Denkmal für die Kriegsteilnehmer 1870/71. Längs der Neckarpromenade befinden sich verschiedene weitere Denkmäler, u.a. eine Erinnerungstafel an den von Eberbach ausgewanderten amerikanischen Komponisten Conrad Beissel, die Reifschneider-Skulptur zum Gedächtnis des früher hier verbreiteten Berufes und ein Schifferdenkmal aus einem aus dem Neckar geborgenen Sandstein, der Spuren der historischen Ketten-Schleppschifffahrt aufweist.

Die Burgruine Eberbach oberhalb der Stadt auf einem der Hügel des Odenwaldes war eine bedeutende mittelalterliche Burg, die bereits 1403 zerstört und erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder freigelegt wurde. Die große Anlage bestand aus drei räumlich abgeschlossenen einzelnen Burgen.

In einem Wald oberhalb von Eberbach befinden sich außerdem die Reste der erst 1828 erbauten Emichsburg.

In den Ortsteilen zeugen jeweils eigene historische Bauwerke und Denkmäler von der Geschichte der Orte. In Neckarwimmersbach markiert der Kuckucksbrunnen die historische Ortsmitte. In Rockenau befindet sich die Ruine der Burg Stolzeneck, ein altes Rat- und Schulhaus von 1894 mit Kriegerdenkmal. Die evangelische Kirche zur Zuflucht wurde 1959 erbaut. In Lindach befindet sich ebenfalls ein historisches Rathaus. Das inzwischen als Wohnhaus genutzte alte Rathaus von Pleutersbach ist noch aufgrund seines Glockenturms und der Sirene zu erkennen. Die Pleutersbacher Kirche ist ebenfalls jüngeren Datums. Sandsteintröge sowie historische Wirtschaftsgebäude künden von der landwirtschaftlichen Tradition der Teilorte.

Naturdenkmäler

Im Stadtwald von Eberbach, 200 m oberhalb des Stadtteils Steige steht einer der höchsten Bäume Deutschlands eine Douglasie mit 61,60 Metern Höhe (Stand: März 2008 - gemessen durch Universität Karlsruhe, Geodätisches Institut). Der Ohrsberg ist eine Erhebung in der Stadt Eberbach. Er ist 229 Meter hoch.

Museen

Mehrere Museen sind in Eberbach zu finden:

  • Heimatmuseum der Stadt Eberbach
  • Küfereimuseum
  • Zinnfiguren-Kabinett

Regelmäßige Veranstaltungen

Folgende regelmäßige Veranstaltungen können in Eberbach besucht werden:

  • Apfeltag: Mitte Oktober
  • Bärlauchtage: Mitte März bis Mitte April
  • Frühlingsfest: Mitte Mai
  • Kuckucksmarkt: Der Eberbacher Kuckucksmarkt ist ein Volksfest am letzten Augustwochenende. Die Bezeichnung geht auf eine überlieferte Begebenheit zurück. Dieser zufolge wurde einem Eberbacher im auf der anderen Seite des Neckars gelegenen, damals noch selbstständigen Neckarwimmersbach in einem Wirtshaus ein Kuckuck an Stelle der bestellten Taube vorgesetzt, welchen dieser dann verzehrte. Der Kuckucksmarkt findet heute in Neckarwimmersbach selbst statt, im Sportgelände „In der Au“ und weiter Richtung Schwanheimer Straße/Beckstraße/Neckarbrücke. Zuvor wurde er am nördlichen Neckarufer zwischen Pulverturm und Grünem Baum gefeiert, davor am zwischenzeitlich mit einer Umgehungsstraße überbauten Neckarufer. In der Altstadt findet heute das alljährliche Eberbacher Frühlingsfest statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Bahnhof ist Endstation der Odenwaldbahn
S-Bahnen der Linie S1 am Bahnhof

Verkehr

Die Linien S1 und S2 der S-Bahn RheinNeckar fahren halbstündlich auf der Neckartalbahn in Richtung Mosbach/Osterburken sowie Heidelberg/Mannheim. Dabei bedienen sie neben dem Bahnhof Eberbach auch den Teilort Lindach. Außerdem pendeln auf dieser Relation Regional-Express-Züge Richtung Mannheim und Heilbronn im Zwei-Stunden-Takt. Nach Darmstadt und Frankfurt fahren zweistündlich Stadt-Express-Züge über die Odenwaldbahn.

Eberbach unterhält im Gegensatz zu anderen Städten vergleichbarer Größe einen eigenen Verkehrsbetrieb. Der Fuhrpark umfasst insgesamt sechs Busse, die werktags von 05:10 Uhr bis 19:30 Uhr die Hauptlinien (Ledigsberg und Eberbach/Nord) im 30-Minuten-Takt und die Nebenlinien unregelmäßig bedienen. Samstags fahren die Busse von 06:30 Uhr bis 14:50 Uhr. Am Eberbacher Kuckucksmarkt werden Sonderfahrten angeboten, welche bis weit in die Nacht stattfinden.

Die Stadtwerke bedienen folgende Linien:

  • 801, 807: Bahnhof–Ledigsberg
  • 802, 802a, 809: Bahnhof–Eberbach/Nord
  • 803: Bahnhof–Rockenau
  • 804: Bahnhof–Igelsbach
  • 805: Bahnhof–Holdergrund
  • 806 (im Auftrag der SWE von der Firma Heckmann betrieben): Hirschhorn–Brombach

Außerdem bedienen der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) und der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) diverse Regionalbuslinien.

Eberbach liegt auch direkt an der vielbefahrenen B 37 und der B 45.

Ansässige Unternehmen

Eberbach ist Hauptsitz der Ruderbootswerft Empacher. Weiter außerhalb hat GELITA, der größte Gelatine-Hersteller der Welt mit weltweit rund 2700 Mitarbeitern, seinen Hauptsitz, wie auch die Neckardraht-Gruppe, zu der auch die Neckar-Drahtwerke gehören. Die Neckar AG betreibt im Kraftwerk Rockenau eine Fernsteuerwarte für die Laufwasserkraftwerke aller 27 Neckarstaustufen.

Medien

  • Die Eberbacher Zeitung ist eine eigenständige Tageszeitung mit Lokalredaktion in Eberbach, welche die überregionalen Mantelseiten von der Südwest-Presse in Ulm bezieht.
  • Die Rhein-Neckar-Zeitung unterhält eine eigene Lokalredaktion in Eberbach und gibt eine spezielle Ausgabe für Eberbach und Umgebung heraus (Eberbacher Nachrichten).
  • Der Eberbach-Channel und das Cityweb-Eberbach sind Online-Informationsseiten für Eberbach und Umgebung.
  • Ergänzend gibt es mehrere Wochenausgaben von kostenlos erhältlichen Zeitungen, die durch Werbung finanziert werden.

Bildung

Dr.-Weiß-Schule

Folgende Schulen sind in Eberbach vorhanden:

  • Dr.-Weiß Grund- und Förderschule
  • Steigegrundschule
  • Hauptschule mit Werkrealschule Eberbach
  • Realschule Eberbach
  • Hohenstaufen-Gymnasium
  • Theodor-Frey-Schule Eberbach

Gesundheitswesen

  • Krankenhaus des GRN (Gesundheitszentren Rhein Neckar gGmbH)
    • Abteilungen: Innere Medizin, Chirurgie, Urologie und Anästhesie.
    • Belegabteilungen: HNO, Gynäkologie und Proktologie.
    • Möglichkeit der Kurzzeitpflege, Physiotherapie sowie Pflegeausbildung.

Persönlichkeiten

Personen, die mit Eberbach in Verbindung stehen

  • Conrad Beisel (1691–1768), gebürtiger Eberbacher, Auswanderer, der in Ephrata, Pennsylvania (USA) das dortige Kloster gründete und sich dort auch als Komponist einen Namen machen konnte
  • Rudolf Epp (1834–1910), gebürtiger Eberbacher, bedeutender Maler des Realismus
  • John Gustav Weiß (1857–1943) war 34 Jahre Bürgermeister der Stadt, hat die Eberbacher Stadtgeschichte verfasst und um 1910 die Freilegung und Sicherung der Burgruine betrieben. Eine Gedenktafel an der nach ihm benannten Schule erinnert an ihn, auch eine Straße in Eberbach trägt seinen Namen.
  • Robert Wagner (1895-1946), geboren im Stadtteil Lindach, NS-Funktionär, Gauleiter von Baden und „Chef der Zivilverwaltung“ im besetzten Elsass
  • Sante David (1908–2007), gebürtiger Eberbacher, Literaturwissenschaftler, Träger des großen Bundesverdienstkreuzes, Träger des Ehrenrings der Stadt Eberbach in Gold
  • Andreas Schmelz, Ruderer, Vizeweltmeister und Deutscher Meister im Doppelzweier 1987
  • Katja Seizinger (* 1972), Skirennläuferin, erfolgreichste Sportlerin der Stadt Eberbach und mehrfache Olympiasiegerin, Weltmeisterin und Weltcupgewinnerin
  • Timo Bracht (* 1975), Profitriathlet, Europameister und Ironman Frankfurt 2007
  • Kai Bracht (* 1978), gebürtiger Eberbacher, Skispringer

Ehrenbürger

  • Friedrich Theodor Schaaf, Kammerabgeordneter und Stadtdirektor, erwirkte 1833 das Wildschadensgesetz gegen die Leiningenschen Standes- und Grundherren
  • Theodor Frey, nationalliberaler Politiker, Vertreter in der verfassunggebenden Versammlung für Baden 1849
  • Emil Freiherr von Stetten-Buchenbach
  • Otto Straub
  • Daniel Heinrich Knecht, Bürgermeister von Eberbach 1872–1892
  • John Gustav Weiß, Bürgermeister von Eberbach 1893–1927
  • Hermann Schmeisser, Bürgermeister von Eberbach 1935–1940 und 1954–1972
  • Karl Emig sen., Landtagsabgeordneter und Konditor in Eberbach
  • Horst Schlesinger, Bürgermeister von Eberbach 1972–1996

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Panorama von Eberbach
Panorama von Eberbach

Literatur

  • Geschichte der Stadt Eberbach
    • Band 1: Hansmartin Schwarzmeier: Bis zur Einführung der Reformation 1556. ISBN 3-7995-4084-9
    • Band 2: A. Cser, R. Vetter, H. Joho: Vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. ISBN 3-7995-4085-7
  • Georg Bungenstab (Hrsg.): Wälder im Odenwald - Wald für die Odenwälder. Dokumente aus 150 Jahren Eberbacher Forstgeschichte. Staatliches Forstamt Eberbach, Eberbach 1999
  • Joachim Viebig: Die Forstmeister in Eberbach. Ein Lebens- und Berufsbild der leitenden Forstbeamten in Eberbach in Band 76 der Schriftenreihe der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg. Landesforstverwaltung Baden-Württemberg, Stuttgart 1994, S. 333-352
  • Roland Vetter: Das Alte Badhaus zu Eberbach. Von der spätmittelalterlichen Badstube zum Hotel-Restaurant. Edition Guderjahn, Heidelberg 1990. ISBN 978-3-924973-12-4
  • John Gustav Weiss: Geschichte der Stadt Eberbach am Neckar. Verlag Wieprecht, Eberbach 1900

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 350–354
  3. Geschichte der Sadt Eberbach Bd.2, Kap. 14 S.280
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 31, ISBN 3-89331-208-0

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