Avranches
Avranches
Wappen von Avranches
Avranches (Frankreich)
Avranches
Region Basse-Normandie
Département Manche
Arrondissement Avranches (Unterpräfektur)
Kanton Avranches (Chef-lieu)
Koordinaten 48° 41′ N, 1° 21′ W48.684444444444-1.356944444444599Koordinaten: 48° 41′ N, 1° 21′ W
Höhe 99 m (7–108 m)
Fläche 4,50 km²
Einwohner 8.179 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte 1.818 Einw./km²
Postleitzahl 50300
INSEE-Code
Website http://www.ville-avranches.fr/
Die Fassade der ehemaligen Kathedrale Notre Dame des Champs

Avranches [aˈvʀɑ̃ʃ] ist eine Stadt im Département Manche in der Region Basse-Normandie in Frankreich mit 8179 Einwohnern (Stand 1. Januar 2008). Avranches ist Verwaltungssitz des Arrondissements Avranches.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Avranches liegt am südlichen Ende der Cotentin-Halbinsel an der Europastraße E401, die Caen mit der Bretagne verbindet. Von Avranches ist es möglich, den Mont-Saint-Michel zu sehen, auf dem St. Aubert, Bischof von Avranches im achten Jahrhundert die erste Kapelle errichten ließ. Hier mündet der Fluss Sée in die Bucht von Mont-Saint-Michel und somit in den Ärmelkanal.

Geschichte

Im Altertum lebte im Gebiet von Avranches die gallische Völkerschaft (civitas) der Abrincatui.[1] Avranches war vielleicht schon seit Ende des 4. Jahrhunderts Bischofssitz, sicher bezeugt ist dieses aber erst für das Jahr 511. Im Mittelalter war Avranches der Hauptort der Vizegrafschaft Avranches, der Grenzregion zwischen der (späteren) Normandie und der Bretagne, die bis zum Jahr 936 zur Bretagne gehörte und in diesem Jahr an das Herzogtum Normandie abgetreten wurde.

Heinrich II. tat in Avranches am 21. Mai 1172 Buße für den Mord von Thomas Becket, und hat hier den Kompromiss von Avranches mit der Kirche geschlossen.

Nach der Verbindung der Normandie mit Frankreich im Jahre 1204 erhob König Louis IX. Avranches zur königlichen Stadt. Da sich Ludwig IX. (genannt Ludwig der Heilige) gern in Avranches aufhielt, ließ er die Stadtmauern um die „Bonne Ville“ verstärken.

Am 6. Juni 1944, (D-Day) zu Beginn der Landungsoperation der Alliierten in der Normandie, (Operation Neptune) wurde Avranches, wie einige andere Städte der Region, heftig bombardiert. Es gab viele Opfer und ein großer Teil der Stadt wurde zerstört. Erst gut sieben Wochen später, am 31. Juli 1944, gelang General George S. Patton der Avranches-Durchbruch.

Politik

Städtepartnerschaft

Avranches unterhält Städtepartnerschaften mit Saint-Gaudens (Frankreich) und seit 1963 mit Korbach in Hessen (Deutschland).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Notre Dame des Champs Anfangs stand hier eine kleine Kirche, die der Jungfrau Maria geweiht war. Im 19. Jahrhundert wurde sie, wegen des demographischen Wandels und des immer stärker praktizierten Glaubens nach der Revolution zu klein. An gleicher Stelle wurde die heutige errichtet. Der Grundstein wurde im Jahr 1863 gelegt. Im Jahr 1892 wurde sie vom Bischof von Coutances, Abel-Anastase Germain, geweiht. Im Zweiten Weltkrieg, in der Nacht vom 7. auf den 8. Juni 1944 geriet sie durch Bombardierung in Brand und das Gewölbe stürzte ein. Nach dem Wiederaufbau wurden dann ab 1962 wieder Gottesdienste gefeiert. Die Kirche ist keine Kathedrale auch wenn dies der Baustil vermuten lässt.

Avranches im Départements Manche war bis 1790 Bischofssitz. Bis zur Revolution gab es die Kathedrale „La Belle Andrine“. Während der Revolution wurde sie zerstört und nicht wieder aufgebaut. Sie befand sich neben der heutigen Sous-Préfecture. (siehe Bischöfe vom Avranches)

Parks

Gegenüber der Kirche Notre Dame des Champs befindet sich der Jardin des Plantes, von dessen Westseite man die Bucht des Mont-Saint-Michel überblicken kann.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Jean-Luc Ponty französischer Fusion Jazz-Violinist und -Komponist
  • Samuel Le Bihan französischer Schauspieler
  • Fredy Fautrel, französischer Fußballschiedsrichter

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Anmerkungen

  1. Vgl. dazu Max Ihm, Abrincatui, in: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE), Bd. I,1, 1893, Sp. 111.

Weblinks

 Commons: Avranches – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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