Avro 683 Lancaster
Avro Lancaster
Avro Lancaster B I PA474 (Battle of Britain Memorial Flight)
Typ: Schwerer Bomber
Entwurfsland: Großbritannien
Hersteller: Avro
Erstflug: 9. Januar 1941
Indienststellung: 1942
Produktionszeit: 1941-1946
Stückzahl: 7377
Avro Lancasters in loser Formation während des Zweiten Weltkriegs
Avro Lancaster beim Bombenabwurf über Duisburg am 15. Okt. 1944
im Frühjahr 1945 stürzte eine Lancaster in den Rhein. Sie wurde geborgen und am Schweizer Rheinufer aufgestellt - Bild 1954.
Britischer Bomber AVRO Lancaster I mit Merlin XX Engines im Flug

Die Avro 683 „Lancaster" war ein britischer, viermotoriger Bomber des Zweiten Weltkriegs. Sie war der bekannteste Bomber der Royal Air Force und erreichte die höchste Produktionszahl aller britischen viermotorigen Typen neben der Handley Page Halifax (6.176 Maschinen) und Short Stirling (2.380 Maschinen). Entwickelt bei der Firma A.V. Roe and Company (AVRO), wurden von 1941 bis 1946 in verschiedenen Versionen 7.377 Lancaster hergestellt. Das Flugzeug trug zunächst die Bezeichnung Manchester Mk.III, da es sich um eine viermotorige Weiterentwicklung des wenig erfolgreichen Vorgängermodells handelte.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Prototyp war eine umgebaute, ursprünglich zweimotorige Avro 679 Manchester mit einem vergrößerten Flügelmittelstück und vier Rolls-Royce Merlin X Triebwerken mit einer Leistung von je 1.145 PS (854 kW). Zunächst verwendete man noch das dreiteilige Ruder der Manchester, das aber später zum Seitenleitwerk mit zwei Endscheiben modifiziert wurde. Die Lancaster absolvierte ihren Erstflug am 9. Januar 1941 und ging ab Anfang des Jahres 1942 in Dienst. Sie war eine Metallkonstruktion und konnte maximal 6,35 Tonnen Bomben mitführen. Insgesamt stellte Avro 3.425 Lancaster Mk.I her, 33 davon rüstete man zur Lancaster B Mk.I (Special) mit vergrößertem Bombenschacht für die 9.979-kg-Bombe "Grand Slam" um. Die Lancaster B Mk.III ähnelte der Mk.I, hatte aber in den USA mit Rolls-Royce-Lizenz gebaute Packard-Merlin-Motoren. Von der Mk.III wurden 3.039 Exemplare gebaut, 23 Maschinen hatten für die „Operation Chastise" (Zerstörung von Möhne- und Edertalsperre) Aufhängungen für Rollbomben. 430 ähnliche B Mk.X wurden in Kanada hergestellt. Außerdem gab es 300 Stück der verbesserten Ausführung Mk.II mit Sternmotoren vom Typ Bristol Hercules VI oder XVI sowie 180 Lancaster B Mk.VII, die in einem Martin-Waffenstand auf der Rumpfoberseite ein Browning M2-Zwillings-MG des Kalibers .50 BMG (12,7mm) hatten.

Die übliche Abwehrbewaffnung bestand aus acht Maschinengewehren des Kalibers .303 British (7,7 mm), die als Zwillingsgewehr im Bug, auf der Rumpfoberseite sowie als Vierlings-MG am Heck installiert waren.

Lancasters kamen hauptsächlich bei Nachtangriffen auf deutsche Städte, daneben aber auch bei einigen Spezialoperationen zum Einsatz. Dazu zählte etwa die Versenkung des deutschen Schlachtschiffs Tirpitz mit 5.443 kg schweren Bomben (Tallboy), die Bombardierung von Hitlers Berghof bei Berchtesgaden oder die Operation Chastise. Insgesamt flogen die Lancaster im Zweiten Weltkrieg über 156.000 Einsätze und warfen dabei 608.612 t Bomben ab.

Die Lancaster wurde bis Anfang Februar 1946 ausgeliefert, doch nur acht Jahre später schieden bereits die letzten Maschinen dieses Typs aus dem aktiven Dienst bei der RAF aus. Insgesamt sind heute noch 17 Maschinen erhalten, von denen jedoch nur noch zwei flugfähig sind. Eine ist Bestandteil des Battle of Britain Memorial Flight der Royal Air Force, die zweite gehört dem Canadian Warplane Heritage Museum in Hamilton (Kanada).

Technische Daten

Avro Lancaster Mk. I
Kenngröße Daten
Länge 21,18 m
Höhe 5,97 m
Flügelspannweite 31,09 m
Tragflügelfläche 120,80 m²
Leergewicht 16.705 kg
Startgewicht 30.800 kg
Startgewicht (max) 31.750 kg
Antrieb Vier Rolls-Royce Merlin XX mit je 1.280 PS
Höchstgeschwindigkeit 448 km/h in 5.600 m Höhe
Marschgeschwindigkeit 338 km/h
Steigleistung 6.095 m in 41 min mit Bombenhöchstladung
Maximale Reichweite 2.675 km mit 6.350 kg Bomben
Dienstgipfelhöhe 7.467 m
Besatzung sieben Mann
Bewaffnung Acht Browning MGs vom Kaliber .303 British (7,7 mm),
bis zu 6.350 kg Bomben

Siehe auch

Weblinks


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