Axel Bakunts

Axel (Aksel) Bakunts (armenisch Ակսել Բակունց, eigtl.: Alexandr Stepani Thevosian; * 13. Juni 1889 in Goris; † 8. Juli 1937) war ein armenischer Schriftsteller, Übersetzer und Drehbuchautor.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Bakunts wurde als Sohn einer verarmten Bauernfamilie geboren. Über seine Kindheit schrieb er, dass er selbst vom früheren Wohlstand seiner Eltern nichts mehr gesehen habe und sich nur noch an ein Haus mit vielen Kindern und bittere Armut erinnere. Zunächst wurde Bakunts zur örtlichen Pfarrschule geschickt. Als sich jedoch sein Bildungshunger zeigte, wechselte er zum Gevorgian Seminar (genannt nach Gevorg IV. von Konstantinopel). Dort spezialisierte er sich auf armenische Literatur, was seinen Patriotismus stärkte. 1916 meldete er sich freiwillig zum Wehrdienst, wurde jedoch wegen seines geringen Alters zurückgewiesen. 1917 nahm er schließlich an den Schlachten von Erzurum, Mamkhatoun, Ardahan und der Schlacht von Sardarapat teil.

1923 schloss er die landwirtschaftliche Hochschule in Charkiw ab und wurde leitender Agronom der Bergregion Sangesur. 1936 wurde Bakunts wegen „antisowjetischer Umtriebe“ und „nationalem Abweichlertum“ verhaftet. Aus dem Gefängnis heraus schrieb er, dass Literatur sein wahrer Seinsgrund sei. Seine Bitte, zu lesen und zu schreiben, wurde abgeschlagen. Nach 11 Monaten Haft wurde er am 8. Juli 1937 zum Tode verurteilt und 25 Minuten später von einem Erschießungskommando hingerichtet. Sein letzter Wunsch soll eine Zigarette gewesen sein, deren Tabak er mit trockenem Gras gestreckt habe.

Wirken

Bakunts war ein typischer armenischer Intellektueller des frühen zwanzigsten Jahrhunderts, der wie viele seiner Landsleute von einer Wiedergeburt der armenischen Kultur träumte. Dem entsprechend schloss sich Bakunts früh der armenischen Revolutionsbewegung an, die sich dem Wohl des Volkes verschrieben hatte. Nach der bolschewistischen Machtübernahme in Armenien setzte er sich als schreibender Aktivist der Armenischen Sozialistischen Sowjetrepublik ein und wurde 1924 Mitglied der KPdSU. Neben seiner Arbeit als Agronom lehrte er in abgelegenen armenischen Bergdörfern und übersetzte große Mengen Propagandaliteratur. Ebenfalls ab 1924 widmete sich Bakunts von Jerewan aus verstärkt seinem literarischen Engagement. Zusammen mit Jeghische Tscharenz, Mkrtitsch Armen und Gurgen Mahari gehörte er zur Gruppe November. Bis zu seinem Tod schrieb er Prosa, vornehmlich Kurzgeschichten und einige Drehbücher. Ein Museum über Leben und Wirken Bakunz´ befindet sich in seinem Geburtshaus in Goris.

Werke

Bücher

  • Alpiakan manushak
  • Lar-Markar
  • Namak rusats tagavorin (Brief an den russischen Zaren)
  • Kyores (1935)
  • Mtnadzor
Die ersten Zeilen des Buches lauten:
Der einzige Pfad, der nach Mtnadzor führt, ist beim ersten Schneefall unpassierbar und niemand kann die Wälder bis zum Frühjahr durchqueren. Bis heute gibt es in den dichten Wälder Mtnadzors Gebiete, die noch kein Mensch betreten hat. Bäume fallen und verrotten. Ein neuer Baum wächst anstelle des alten. Bären tanzen pfeifend wie Schafhirten, Wölfe heulen zum Mond. Das Schwarzwild durchpflügt mit den Hauern die Erde und frisst die Eicheln des letzten Herbstes.

Filme

  • Sev tevi tak (1930)

Soldat Ando, gerade erst aus dem 1. Weltkrieg zurück, stachelt die Bewohner seines Heimatdorfes dazu auf, Klassenfeinde zu bekämpfen.

  • Sangesur (1938)

Der Film handelt vom Bürgerkrieg in der armenischen Provinz Sangesur. Er spielt in den frühen 20er Jahren. Die letzten Daschnakenbattalione (Kämpfer der Armenischen Revolutionären Föderation) widersetzen sich unter Führung von Sparapet Nzhdeh der Roten Armee und bolschewistischen Partisanen.

Literatur

  • Aksel Bakunts: Alpiiskaia fialka, Khudozh. lit-ra, 1988.

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Axel Bakunts — Axel (Aksel) Bakunts ( hy. Ակսել Բակունց, real name Alexander Stepani Tevosyan, June 13 , 1889, Goris July 8, 1937) was an Armenian prose writer, film writer, translator and public activist.He was born in a family of peasants. In 1923 he finished …   Wikipedia

  • Bakunts — Axel (Aksel) Bakunts (eigtl.: Alexandr Stepani Thevosian, armen. Ակսել Բակունց] * 13. Juni 1889 in Goris, † 8. Juli 1937) war ein armenischer Schriftsteller, Übersetzer und Drehbuchautor. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 …   Deutsch Wikipedia

  • Goris — Գորիս   community   The city of Goris in 2008 …   Wikipedia

  • Armenischer Autor — siehe auch: Armenische Literatur A Abdiso bar Brika († 1318) Chatschatur Abowjan Adrbet (Sarkis Mubajadschian 1860 1937) Avedis Aharonian, 1866 1948 Andranik Andreasian, 1909 1996 Vahan Aramuni, (1914 1966) Arsen Adschemian Mkrtitsch Adschemian,… …   Deutsch Wikipedia

  • Armenischer Dichter — siehe auch: Armenische Literatur A Abdiso bar Brika († 1318) Chatschatur Abowjan Adrbet (Sarkis Mubajadschian 1860 1937) Avedis Aharonian, 1866 1948 Andranik Andreasian, 1909 1996 Vahan Aramuni, (1914 1966) Arsen Adschemian Mkrtitsch Adschemian,… …   Deutsch Wikipedia

  • Armenischer Schriftsteller — siehe auch: Armenische Literatur A Abdiso bar Brika († 1318) Chatschatur Abowjan Adrbet (Sarkis Mubajadschian 1860 1937) Avedis Aharonian, 1866 1948 Andranik Andreasian, 1909 1996 Vahan Aramuni, (1914 1966) Arsen Adschemian Mkrtitsch Adschemian,… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Bad–Bak — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • List of Armenians — The following are prominent people of Armenian descent.Actors*Adrienne Barbeaundash (born 1945) actress *Akim Tamiroffndash (1899 1972) actor *Andrea Martinndash (born 1945) actress *Andy Serkisndash (born 1964) actor *Aracy Balabanian [http://pt …   Wikipedia

  • Khachatur Abovian — Infobox Writer name = Խաչատուր Աբովյան Khachatur Abovian caption = A portrait of Khachatur Abovian by Ludwig von Maydell. 1831 birthdate = birth date|1809|10|15|mf=y birthplace = Kanaker, Erivan Khanate, Persian Empire deathdate = death date and… …   Wikipedia

  • Bgheno-Noravank — Not to be confused with Noravank Monastery, Bgheno Noravank Monastery is a complex much further south in Syunik Marz, Armenia, which now consists of a small church dating to 1062, located on a little wooded promontory, and ornately decorated with …   Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”