Axel Denecke

Axel Denecke (* 22. Dezember 1938 in Leipzig) ist ein lutherischer Theologe, Professor für Praktische Theologie und war von 1992-2003 (Emeritierung) der seit der Reformation 29. Hauptpastor an St. Katharinen in Hamburg.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Axel Denecke studierte in Marburg, Basel, Tübingen und Göttingen. Von 1964 bis 1965 absolvierte er das Vikariat in Helsinki und besuchte anschließend das Predigerseminar Hildesheim.

Von 1968 bis 1974 war Denecke Pastor in Isernhagen und von 1974 bis 1982 Studiendirektor am Predigerseminar Imbshausen bei Northeim. Es folgten 1982 acht Amtsjahre als Pastor in Osnabrück und ab 1987 fünf Jahre als Privatdozent in Marburg, danach bis 1994 außerordentlicher Professor. Von 1990 bis 1992 war er erster "Beauftragter für Christentum und Judentum" in der Hann. Landeskirche.

1995 wurde Denecke Professor für Praktische Theologie in Hamburg, wo er bereits seit 1992 Hauptpastor an St. Katharinen amtierte.

Mit seiner Emeritierung als Hauptpastor 2003 verließ er die Hansestadt und verbrachte seinen Ruhestand in der Nähe von Hannover. Dort gründete er 2004 die "Evangelische Seniorenakademie Hannover". Er arbeitet gegenwärtig weiter in der homiletischen Forschung. In diesem Zusammenhang ist 2009 sein homiletisches "Lebens-Resumee" erschienen. "Vollmächtig und Liberal! Predigen in der Tradition des Juden Jesus"

Wirken

Axel Denecke promovierte 1967 über Gemeinsamkeiten und Unterschiede von protestantischer, katholischer und existenzphilosophischer Ethik. Er habilitierte sich über Karl Barths (sein Lehrer) Predigtwerk als Quelle seiner Theologie und ist wissenschaftlich vor allem als Homiletiker in mehr als 180 homiletischen Veröffentlichungen bekannt geworden. Seine homiletische Grundthese: „Der anschaulichste Teil einer jeden Predigt ist die Person des Predigers selbst.“ Während seiner Zeit als "Beauftragter für Christentum und Judentum" in der Hann. Landeskirche hat er wesentlich den christl.-jüd. Dialog gefördert und in Hannover installiert. Über den wissenschaftlichen Bereich hinaus wurde er vor allem bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema "Weisheit in Märchen und Bibel" (Kirchentagsveranstaltungen, Vorträge, Meditionsabende in Kirchen)

Als Hauptpastor von St. Katharinen profilierte er sich vor allem durch seine gezielt Nicht-Kirchenmitglieder - die sogenannten „Gebildeten unter den Verächtern von Kirche“ - ansprechenden Vortrags- und Großgottesdienstveranstaltungen. In seine Amtszeit fiel auch das im Jahr 2000 stattgefundene 750-jährige Jubiläum der Hauptkirche St. Katharinen. Aus diesem Anlass gab er mit seinem Vorgänger Peter Stolt das 350 Seiten starke Katharinenbuch über Geschichte, Personen, Orte, Hafen, Zukunft des Kirchspiels heraus und veranstaltete drei historische Gottesdienste: Einer von 1250: scholastisch-mystisch; einer von 1500: reformatorisch; einer von 1750: orthodox-aufklärerisch. Des Weiteren führte er zusammen mit der Universität Hamburg eine 13-wöchige Vorlesungsreihe: „Der Gott der Fakultäten“ durch. Mit der großen Ausstellung: Barlach - Mystiker der Moderne, bei der insgesamt über 250 Barlach-Exponate ausgestellt wurden, verabschiedete er sich am 15. Juni 2005 in einem großen Festgottesdienst mit über 1000 Teilnehmern aus seinem Amt. Nach seiner Emeritierung gründete er im Jahre 2004 die "Evangelische Seniorenakkademie Hannover" mit jährlich über 500 Einzelveranstaltungen. Neben der homiletischen Forschung der neue Schwerpunkt seiner theoretischen Arbeit in der gerontologischen Forschung, seiner praktischen Arbeit in Vorträgen und Seminaren für die sog. "jungen Alten" (Generation: "59 plus") und deren immer größer werdenden gesellschaftlichen Relevanz, besonders auch in der Kirche (exemplarisch: "Die Bremer Stadtmusikanten" - "Die wilden Alten mit ihrer Rentnerband") --- Er arbeitet weiter in der homiletischen Forschung. Dabei versucht er aus seinen jüdisch-christlichen Forschungen heraus insbesondere, die Predigtpraxis des Juden Jesus für die gegenwärtige protestantische Predigt fruchtbar zu machen.--- Schriftleiter der Zeitschrift "Verantwortung" des Dietrich-Bonhoeffer-Vereins (zugleich im geschäftsführenden Vorstand) - Mitglied der "Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste"

Publikationen

  • Wahrhaftigkeit. Eine evangelische Kasuistik. Auf der Suche nach einer konkreten Ethik zwischen Existenzphilosophie und katholischer Moraltheologie 1969
  • Persönlich predigen, 1979; 2001, 2.Aufl.
  • Treffpunkt Gottesdienst. Predigt, Gottesdienst und Gemeindeaufbau zusammensehen, 1983
  • Gottes Wort als Menschenwort. Karl Barths Predigtpraxis als Quelle seiner Theologie, 1989
  • Märchen und Bibel im Gespräch, 1991: Befreiung oder Vertreibung aus dem Paradies?, 3 Aufl.
  • Märchen und Bibel im Gespräch, 1992: Auf der Suche nach dem verlorenen Mann
  • Als Christ in der Judenschule, 1996
  • Vollmächtig und Liberal! Predigen in der Tradition des Juden Jesus. Mit einem konkreten Lernprogramm für die Praxis, 2009
  • Dornröschen und der verlorene Sohn - Lebensweisheiten in Märchen und Bibel, Alsterverlag Hamburg 2010

Literatur

  • Thomas Krüger/Carola Wolf/Udo Hahn (Hg.), Wer ist wo in der evangelischen Kirche? Personen und Funktionen, Frankfurt am Main, 1999 - ISBN 3-932194-29-2

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Denecke — ist der Familienname folgender Personen: Axel Denecke (* 1938), deutscher lutherischer Theologe Dietrich Denecke (* 1935), deutscher Geograph Heiko Denecke (* 1942), deutscher Chirurg Johannes Denecke (* 1884; † 1974), deutscher Reichsgerichtsrat …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Dem–Den — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • List of members of European Academy of Sciences and Arts — I HumanitiesRüdiger Ahrens Sadik J. Al Azam Mohammad Adnan Al Bakhit Karl Otto Apel George Demetrius Babiniotis Arnulf Baring Wladyslaw Bartoszewski Heinrich Rudolf Beck Gerhold Becker Ludvík Belcredi Eloy Benito Ruano Theodor Berchem Wolfgang… …   Wikipedia

  • Homiletik — Unter Homiletik (gr. ὁμιλητική τέχνη = die Kunst des Umgangs) wird in der Theologie die Predigtlehre verstanden. Inhaltsverzeichnis 1 Gliederung der Homiletik 2 Inhalt der Predigt 3 Form der Predigt 4 …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Hamburger Hauptpastoren — In Hamburg gibt es fünf Hauptkirchen mit Hauptpastoren: St. Petri, St. Nikolai, St. Katharinen, St. Jacobi, St. Michaelis. Neben den Hauptpastoren gab und gibt es an jeder der Kirchen mehrere andere Geistliche. Sie hießen früher Diakone, nur der… …   Deutsch Wikipedia

  • Predigtlehre — Unter Homiletik (gr. όμιλητική τέχνη = die Kunst des Umgangs) wird in der Theologie die Predigtlehre verstanden. Nach der klassischen Unterscheidung von Alexander Schweizer (1808–1888) wird in der Homiletik die Frage nach dem Wesen (prinzipielle… …   Deutsch Wikipedia

  • Peter Stolt — (* 1926) ist ein deutscher evangelischer Pastor, Hochschulrektor, Kirchenhistoriker und Autor kirchengeschichtlicher und liturgischer Bücher. Inhaltsverzeichnis 1 Leben und Wirken 2 Werke 2.1 Als Herausgeber …   Deutsch Wikipedia

  • Predigerseminar Hildesheim — Das Predigerseminar St. Michael in Hildesheim ist eine ehemalige Ausbildungsstätte für Vikarinnen und Vikare der Evangelisch lutherischen Landeskirche Hannovers. Inhaltsverzeichnis 1 Geschichte 2 Studiendirektoren 3 Einzelnachweise …   Deutsch Wikipedia

  • Ulrike Murmann — (* 19. Juli 1961 in Kiel) ist eine deutsche evangelische Theologin und seit 2004 als erste Frau Hauptpastorin von St. Katharinen in Hamburg und Pröpstin im Kirchenkreis Hamburg Ost. Inhaltsverzeichnis 1 Leben und Wirken 2 Veröffentlichungen …   Deutsch Wikipedia

  • List of World War II topics (A) — # A 20 Havoc # A 25 Helldiver # A 26 Invader # A 31 Vengeance # A A line # A Bell for Adano (novel) # A Blank in the Weather Map # A Bridge Too Far (book) # A Bridge Too Far (film) # A Canterbury Tale # A Challenge to Democracy # A class… …   Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”