Aya Kōda

Kōda Aya (jap. 幸田 文; * 1. September 1904 in Tōkyō; † 31. Oktober 1990) war eine japanische Essayistin und Romanschriftstellerin. Sie war die zweitälteste Tochter von Kōda Rohan und besuchte die Tōkyōter Frauenschule Joshigakuin. Ihre Tochter Aoki Tama und ihre Enkeltochter Aoki Nao wurden ebenfalls Schriftstellerinnen. Charakteristisch für die Werke von Kōda Aya sind ihr klares Ausdrucksvermögen und ihre moralischen Vorstellungen.

Biographie

Kōda Aya wurde im damaligen Tōkyōter Stadtbezirk Mukōjima (1947 mit Honjo zum heutigen Sumida zusammengelegt) geboren. Im Alter von fünf Jahren verlor sie ihre Mutter, später auch ihre (jüngere) Schwester und ihren (jüngeren) Bruder. Im Alter von 24 Jahren heiratete sie, ließ sich zehn Jahre darauf aber wieder scheiden und kehrte mit ihrer Tochter Tama (siehe: Aoki Tama) ins Haus ihres Vaters, Kōda Rohan, zurück. Während des Zweiten Weltkrieges nahm sie zur Sicherung des Auskommens ihres Vaters eine Arbeitsstelle an (beschrieben wird dies in Aoki Tamas Koishikawa no ie [小石川の家, dt. „Das Haus in Koishikawa“]).

Nach dem Tode Kōda Rohans verarbeitete sie ihre Erinnerungen in Chichi (, dt. „Mein Vater“) und Konna koto (こんなこと, dt. „Eine solche Angelegenheit“, „So war es“). Aufmerksamkeit erregte sie durch Veröffentlichung von Essays wie Misokkasu (みそつかす, dt. etwa „Der Außenseiter“, wörtlich bezeichnet der Titel den zum Beispiel beim Trinken der Misosuppe oft in der Schale übrigbleibenden Misorest). Danach erkannte sie für sich jedoch die Beschränkungen des Essays und vollendete 1955 ihren Langroman Nagareru, worin sie Erfahrungen, gesammelt während der Arbeit und des Wohnens in einem Geishahaus, verarbeitete und wofür ihr der Preis der japanischen Kunstakademie sowie der Shinchōsha-Literaturpreis verliehen wurden. Hierdurch konnte sie sich als Schriftstellerin etablieren. Für Kuroi suso erhielt sie, ebenfalls 1955, den Yomiuri-Literaturpreis.

In ihren späten Jahren setzte sich Kōda Aya für den Wiederaufbau der Pagoden von Tempeln in ganz Japan ein. Sie starb am 31. Oktober 1990 im Alter von 86 Jahren.

Hauptwerke (Auswahl)

  • Kuroi Suso (黒い裾, dt. „Schwarzer Saum“)
  • Nagareru (流れる, dt. „[Dahin-]Fließen“)
  • Tatakai (, dt. „Kampf“)
  • Otōto (おとうと, dt. „Mein kleiner Bruder“)
  • Misokkasu (みそつかす, dt. etwa „Außenseiter“)
  • Shūen (終焉, dt. etwa „Die letzten Stunden“)
  • Sōsō no ki (葬送の記, dt. „Aufzeichnungen vom Begräbnis“)
Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Eigennamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Japanischen. Kōda ist hier somit der Familienname, Aya ist der Eigenname.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Aya Koda — Kōda Aya (jap. 幸田 文; * 1. September 1904 in Tōkyō; † 31. Oktober 1990) war eine japanische Essayistin und Romanschriftstellerin. Sie war die zweitälteste Tochter von Kōda Rohan und besuchte die Tōkyōter Frauenschule Joshigakuin. Ihre Tochter Aoki …   Deutsch Wikipedia

  • Koda Rohan — Kōda Rohan Kōda Rohan (jap. 幸田 露伴; * 20. August 1867 in Shitaya, Edo, heute Tōkyō; † 30. Juli 1947 in Ichikawa), eigentlich Kōda Shigeyuki (幸田 成行), war ein japanischer Schriftsteller. Erstmals gewürdigt für Fūr …   Deutsch Wikipedia

  • Koda Shigeyuki — Kōda Rohan Kōda Rohan (jap. 幸田 露伴; * 20. August 1867 in Shitaya, Edo, heute Tōkyō; † 30. Juli 1947 in Ichikawa), eigentlich Kōda Shigeyuki (幸田 成行), war ein japanischer Schriftsteller. Erstmals gewürdigt für Fūr …   Deutsch Wikipedia

  • Koda Aya — Kōda Aya (jap. 幸田 文; * 1. September 1904 in Tōkyō; † 31. Oktober 1990) war eine japanische Essayistin und Romanschriftstellerin. Sie war die zweitälteste Tochter von Kōda Rohan und besuchte die Tōkyōter Frauenschule Joshigakuin. Ihre Tochter Aoki …   Deutsch Wikipedia

  • Kōda Aya — (jap. 幸田 文; * 1. September 1904 in Tōkyō; † 31. Oktober 1990) war eine japanische Essayistin und Romanschriftstellerin. Sie war die zweitälteste Tochter von Kōda Rohan und besuchte die Tōkyōter Frauenschule Joshigakuin. Ihre Tochter Aoki Tama und …   Deutsch Wikipedia

  • Kōda — ist der Name von Kumi Kōda (* 1982), japanische Sängerin Kōda Aya (1904–1990), japanische Schriftstellerin Kōda Rohan (1867–1947), japanischer Schriftsteller (Vater von Kōda Aya) Diese Seite ist eine Begri …   Deutsch Wikipedia

  • Kōda Rohan — (jap. 幸田 露伴; * 20. August 1867 in Shitaya, Edo, heute Tōkyō; †  30. Juli 1947 in Ichikawa), eigentlich Kōda Shigeyuki (幸田 成行), war ein …   Deutsch Wikipedia

  • KODA AYA — (1904–1990)    Koda Aya was a novelist and essayist and the second daughter of author Koda Rohan. Following her father’s death shortly after World War II, she began writing her memories of him in essays that were published and well received. She… …   Japanese literature and theater

  • KODA ROHAN — (1867–1947)    Koda Rohan, given name Shigeyuki, was the author of two Meiji stories, Furyubutsu (The Elegant Buddha, 1889) and Goju no to (1891–92; tr. Pagoda, 1959). His Romantic, gothic style paired well with that of his contemporary, Ozaki… …   Japanese literature and theater

  • Rohan Koda — Kōda Rohan Kōda Rohan (jap. 幸田 露伴; * 20. August 1867 in Shitaya, Edo, heute Tōkyō; † 30. Juli 1947 in Ichikawa), eigentlich Kōda Shigeyuki (幸田 成行), war ein japanischer Schriftsteller. Erstmals gewürdigt für Fū …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”