Ayad Allawi
Iyad Allawi (2004)

Iyad Allawi (arabischإياد علاوي‎, DMG Iyād ʿAllāwī) (* 1945 in Bagdad) war ein Mitglied der irakischen Übergangsregierung, die nach dem Dritten Golfkrieg und dem Einmarsch der durch die USA geführten Truppen unter deren Protektion[1] gegründet wurde. Sein Großvater war 1932 an den Unabhängigkeitsverhandlungen mit Großbritannien beteiligt.

Er ist säkularer schiitischer Muslim und Arzt und war unter Saddam Hussein Mitglied der Baath-Partei, bevor er 1971 ins Exil ging. Dort gründete er die Partei Iraqi National Accord (INA). Diese Organisation stützt sich hauptsächlich auf ehemalige Militärangehörige, die sich aus dem Irak des Saddam Hussein abgesetzt haben. 1978 überlebte Allawi einen Anschlag in London, der Agenten Husseins zugeschrieben wurde.

Es gibt gut dokumentierte Verbindungen zwischen Allawi und der CIA. Seit 2003 zahlte Allawi prominenten Lobbyisten in Washington, D.C. und New Yorker PR-Beratern mehr als 300.000 US-Dollar, um Kontakt zu Entscheidungsträgern und Journalisten zu erhalten. Diese Gelder wurden durch seinen Vertrauten im Vereinigten Königreich, Maschal Nawab, übergeben.

Am 28. Mai 2004 wurde Allawi durch den Rat zum Übergangs-Premierminister nominiert, um den Irak nach der Machtübergabe durch die Vereinigten Staaten bis zu den nationalen Wahlen Ende 2005 zu leiten. Am 1. Juni stellte er die 26 voraussichtlichen Mitglieder seiner Regierung vor, von denen einige schon dem Übergangsrat angehören. Für gewisse Kontinuität standen u.a. der Außenminister Hoschyar Zebari (Kurde) und der Ölminister Thamir Abbas Ghadban.

Nach den Memoiren von Talib Schabib begann die politische Karriere Allawis um 1963 als Attentäter. Diese Memoiren wurden 1999 durch Ali Karim Said Abdullah al-Khafaji, einen irakischen Aktivisten und Historiker, veröffentlicht. Allawi ist für seine Brutalität gegenüber Terroristen bzw. Anhängern Saddam Husseins bekannt. Folgender Ausspruch stammt von ihm:

“Shoot 'em, hang 'em, stone them to death. Fuck 'em, may they rot in hell.”

Am 19. oder 20. Juni soll Allawi sechs mutmaßliche Aufständische in der Polizeistation von al-Amariyya mit eigner Hand erschossen haben, um der Polizei gegenüber Härte zu demonstrieren. Allawi streitet das ab (Bericht des Irak-Korrespondenten des Sydney Morning Herald, Paul McGeough).

Im Vorfeld eines Staatsbesuches von Allawi in Berlin wurden am 3. Dezember 2004 von Anti-Terror Einheiten mehrere Personen festgenommen. Ihnen wird von den deutschen Ermittlungsbehörden die Vorbereitung eines Bombenanschlags vorgeworfen. Diese Mitglieder der radikal-islamischen Vereinigung Ansar al-Islam wurden am 15. Juli 2008 vom Oberlandesgericht Stuttgart nach zweijähriger Verhandlungsdauer mit 141 Verhandlungstagen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt[2].

Das Parteieinbündnis Irakische Liste (Iraqi List), das er in die Wahl führte und dem auch seine Partei INA angehört, wurde vor den ersten freien Wahlen des Iraks nach der Saddam-Ära finanziell und politisch von den USA unterstützt, und wurde bei den Wahlen vom 30. Januar 2005 mit 14 % drittstärkste Kraft. Die Partei erhielt im 275 Sitze großen Parlament 40 Sitze. Allawi lehnte es von Anfang an ab, Minister zu werden, sondern wollte lieber Parlamentsabgeordneter sein. Das machte jedoch keinen Unterschied, da die Verhandlungen zwischen seiner Partei und den beiden Wahlsiegern, der Vereinigten Irakischen Allianz und der Demokratische Patriotische Allianz Kurdistans scheiterten und seine Partei komplett in die Opposition ging. Im kürzlich gebildeten Parlamentsausschuss zur Bildung einer neuen irakischen Verfassung ist die Irakische Liste jedoch in einem dem Wahlergebnis entsprechenden Verhältnis vertreten.

Bekannt wurde der Öffentlichkeit Allawis Klage über die katastrophale Menschenrechtslage im Irak. Die Verstöße heute (2005) seien ähnlich schlimm wie unter dem Regime des gestürzten Diktators Saddam Hussein. „Die Leute tun dasselbe wie zu Saddams Zeiten und schlimmer”, so Allawi zum britischen „Observer[3].


Quellen

  1. http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/1/0,3672,2400801,00.html ZDFheute Nachrichtenticker
  2. http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/2/0,3672,7265634,00.html ZDF-Nachrichtentelegramm
  3. http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/1/0,3672,2400801,00.html ZDFheute Nachrichtenticker

Weblinks


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