Aylesbury (Ente)
The white Drake von Joseph Crawhall. Bei der abgebildeten Ente handelt es sich um einen Erpel der Aylesbury-Rasse
Aylesbury-Enten mit einer Pekingente in ihrer Mitte, diese ist erkennbar an ihrem orangefarbenen Schnabel, kleineren Gestalt und aufrechteren Haltung

Aylesbury ist die Bezeichnung für eine alte englische Entenrasse, die vornehmlich in Aylesbury gezüchtet wurde. Es handelt sich wie bei vielen anderen weißen Hausentenrassen um eine Fleischrasse.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Rasse geht auf das frühe 18. Jahrhundert zurück. Die Ente wurde in der Umgebung von Aylesbury vornehmlich von Arbeitern und Nebenerwerbslandwirten aufgezogen. Es war normalerweise die Arbeit von Frauen und Kindern, sich um die Küken und Jungenten zu kümmern.

Um die Enten aufzuziehen, hatten die Arbeiter und Nebenerwerbslandleute auf ihrem Grundstück gewöhnlich einen kleinen Teich. Daneben befanden sich Unterstände, in denen die Enten ruhen konnten. Während der Nacht wurden die Enten im Wohnzimmer oder sogar im Schlafzimmer untergebracht. Isabella Beeton berichtete, dass sich in den Hütten der Arbeiter und Nebenerwerbslandwirte entlang der Wände mit Heu ausgelegte Boxen befunden hätten, in denen die Enten ruhten. Mitunter gehörten die Enten den Arbeitern, häufig zogen sie die Enten aber im Auftrag eines Großhändlers auf. Aylesbury-Enten brüteten sehr früh im Jahr, so dass die Enten bereits um den 25. Juli herum schlachtreif waren. Im Großbritannien des 19. Jahrhunderts galt diese Entenrasse als besonders delikat.

Das primäre Vermarktungsgebiet für diese Ente war London, etwa 64 Kilometer südlich von Aylesbury. Die Enten wurden zunächst in Herden nach London getrieben. Gasthöfe entlang der Strecke boten große, umfriedete Bereiche an, wo die Herden nächtigen konnten. Bezahlt wurde meist mit einigen Enten. Um die Füße der Enten zu schützen, wurden sie zuerst durch ein flaches Teerbeet und anschließend durch ein flaches Sägemehlbeet gescheucht. Ab 1839 gab es eine Eisenbahnverbindung nach London, so dass der mühselige Marsch zunehmend überflüssig wurde und die Tiere mit der Bahn nach London transportiert wurden.

Charakteristika der Rasse

Zu den Charakteristika dieser Entenrasse zählt der rosa oder fleischfarbene Schnabel und die orangen Füße und Beine. Es ist eine massige Ente mit blasser Haut und einer breiten Brust. Der Rücken wird parallel zum Boden getragen. Der rosa- bis fleischfarbene Schnabel ist ein wichtiges Erkennungszeichen der Art. Bei Enten mit einer abweichenden Schnabelfärbung handelt es sich um Kreuzungen. Die Aylesbury-Ente ist eine der größten und schwersten Hausentenrassen, sie wird nur von der Warzenente übertroffen und ist genauso schwer wie die Rouenente. Ausgewachsen erreichen die Erpel ein Gewicht von 4,5 bis 5,4 Kilogramm. Die Enten sind zwischen 4,1 und 5,0 Kilogramm schwer.

Reine Aylesbury-Enten sind heute selten. Den meisten Beständen wurde die kleinere Pekingente eingekreuzt. In vielen kommerziellen Entenrassen, die primär wegen ihres Fleisches gezüchtet werden, sind Aylesbury-Enten eingekreuzt worden.

Sonstiges

Die Aylesbury-Ente ist das heraldische Symbol der Stadt Aylesbury. Eine Biersorte ist nach dieser Ente benannt. In Aylesbury führen außerdem zwei Pubs die Entenrasse in ihrem Namen.

Literatur


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