Aylmer Bourke Lambert

Aylmer Bourke Lambert (* 2. Februar 1761 in Bath, Somerset; † 10. Januar 1842 in Kew Green) war ein englischer Botaniker. Sein botanisches Autorenkürzel lautet „Lamb.“.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Aylmer Bourke Lambert war der einzige Sohn des Landbesitzers Edmund Lambert aus Boyton House, nahe Heytesbury in Wiltshire, und seiner ersten Frau Bridget Bourke, Tochter eines irischen Viscount. Bereits als Kind betätigte sich Lambert als Sammler; er legte ein Museum in Boyton an, bevor er in die Schule kam. Im Alter von 12 Jahren wurde er an die Hackney School geschickt. Dort hielt er, unter einem Mr. Newcome, vor allem seine botanische Sammelleidenschaft aufrecht. Nachdem seine Mutter früh starb, heiratete sein Vater 1773 eine Tochter des Naturkundlers Henry Seymer, der einen großen exotischen Garten und eine reiche Conchyliensammlung besaß. Aylmer Bourke Lambert verbrachte mehrmals seine Ferien bei der Familie Seymer in Hanford, Dorset. Da Henry Seymer mit vielen Botanikern in Korrespondenz stand, bekam Lambert so Kontakt zu Richard Pulteney aus Blandford und zur Dowager Duchess of Portland, deren Herbarium er später ankaufte.

Von seiner Mutter erbte Lambert Grundbesitz in Jamaika und Irland; dies, zusammen mit einer späteren Erbschaft väterlicherseits, ermöglichte ihm, zeitlebens finanziell unabhängig zu sein und sich ganz seinen botanischen bzw. naturgeschichtlichen Leidenschaften zu widmen. Sowohl sein Vater als auch seine Schwiegermutter ermunterten ihn, sich dem Studium der Natur zu widmen.

Lambert schrieb sich am 26. Januar 1779 als „commoner“ an der St Mary Hall der Universität Oxford ein, schloss sein Studium jedoch niemals ab. An der Universität lernte er Daniel Lysons, später Joseph Banks und James Edward Smith kennen. Nach drei Studienjahren verließ er Oxford und lebte künftig in London und Salisbury; er heiratete Catherine, Tochter des Richard Bowater aus Allesley, Warwickshire. Seine Frau starb früh. Lambert unternahm eine Reise nach Irland, um den dortigen Familienbesitz zu besichtigen.

Lambert wurde ein enger Freund von James Edward Smith, der es ihm ermöglichte, bei der Gründung der Linnean Society of London 1788 Mitglied zu werden. 1796 wurde er von Smith zu einem der vier Vizepräsidenten der Gesellschaft ernannt, und von da an bis zu seinem Tode war er fast fünfzig Jahre lang Vizepräsident der Gesellschaft. Zum Ende seiner Amtszeit war er das letzte überlebende Mitglied aus der Gründungszeit.

1791 wurde Lambert als Mitglied („Fellow“) in die Royal Society gewählt. Lambert wurde ebenso Mitglied der Society of Antiquaries of London und mehrerer weiterer Vereinigungen.

Als sein Vater 1802 starb, zog Lambert von Salisbury nach Boyton zurück, wo er ein Herbarium mit etwa 30.000 Belegen errichtete.

Gegen Ende seines Lebens verließ Lambert Boyton, das seiner Gesundheit nicht sehr zuträglich war, und zog in ein Haus in Kew Green. Dort starb er am 10. Januar 1842.

Weitere Ehrungen

Die Pflanzengattung Lambertia Sm. aus der Familie der Silberbaumgewächse (Proteaceae) ist durch den mit ihm befreundeten britischen Botaniker James Edward Smith zu seinen Ehren benannt worden; daneben ehrt ihn das Artepitheton der Zuckerkiefer (Pinus lambertiana).

Pinus strobus, Illustration von Ferdinand Bauer in Lambers Werk A Description of the Genus Pinus

Werke

Lamberts Hauptwerk, zu dem sein angestellter Assistent David Don erhebliche Teile beisteuerte, war seine Monografie A description of the genus Pinus über die Gattung der Kiefern (Pinus), die damals allerdings umfassender als heute gesehen wurde und alle Koniferen umfasste. Der erste Band, der Joseph Banks gewidmet war und 43 kolorierte Tafeln enthielt, erschien 1803. Der zweite Band mit 12 Tafeln war Richard Colt Hoare gewidmet und erschien 1824. Von der zweiten Ausgabe erschien der erste Band mit 36 Tafeln 1828, der mit 35 Tafeln ausgestattete zweite Band kam 1828 heraus, ein dritter Band mit 17 Tafeln erschien 1837. Eine weitere Ausgabe in zwei Bänden, die William IV. gewidmet war, erschien 1832.

1797 veröffentlichte Lambert, unterstützt von Joseph Banks, sein Werk A description of the genus Cinchona mit Illustrationen von Ferdinand Lucas Bauer, das auf Belegen im Banksian Herbarium fußte. 1821 wurde ein Ergänzungsband An illustration of the genus Cinchona nachgereicht.

Lambert trug auch zum 1805 erschienenen Botanist’s guide through England and Wales von Dawson Turner und L. W. Dillwyn sowie zur 1790 bis 1814 erschienenen English Botany von James Sowerby und James Edward Smith bei.

Hier eine Werksliste:

  • A description of the genus Cinchona. 1797 (Digitalisat).
  • A description of the genus Pinus. 1803–1824, 2. Auflage 1828–1837, weitere Auflagen 1832, 1837–1842 und 1842 (teilweise in Zusammenarbeit mit David Don).
  • An illustration of the genus Cinchona. 1821.

Literatur

  • Hortense S. Miller.: The Herbarium of Aylmer Bourke Lambert. In: Taxon. 19, 1970, S. 489–553.
  • Elbert L. Little, Jr.: Lambert’s ‘Description of the Genus Pinus,’ 1832 Edition. In: Madrono. 10, 1949, S. 33–47.
  • H. W. Renkema, John Ardagh: Aylmer Bourke Lambert and his ‘Description of the Genus Pinus’. In: The Journal of the Linnaean Society of London. 48, 1928-1931, S. 439–466.

Quellen

Weblinks


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