Ayreon
Arjen Lucassen während einer Autogrammstunde, Oktober 2006

Ayreon ist ein niederländisches Progressive-Rock- beziehungsweise Progressive-Metal-Projekt von Arjen Lucassen. Meist nimmt er über ein Jahr hinweg verschiedene Ideen in Form von Akkordsequenzen und Melodien auf ein einfaches Tonbandgerät auf. Wenn genug Material vorhanden ist, hört er es durch und kombiniert die verschiedenen Elemente. Schritt für Schritt arbeitet er sie aus, unterlegt sie mit Drum-Samples und weiteren Elementen, die später meist durch handgespielte Instrumente ersetzt werden. Bereits dann legt er die Reihenfolge der Songs für das Album fest, denn die Gesangstexte sollen ein Gesamtkonzept ergeben. Lucassen sucht sich die passenden Sänger, passt die Gesangsmelodien deren Stilen an und erst wenn dann auch noch die Geschichte als roter Faden des Albums steht, wird der Text geschrieben.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Geschichte von Ayreon ist auf dem Debütalbum „The Final Experiment“ zu finden. 2084 steht die Erde kurz vor der Zerstörung durch den Menschen, doch die Wissenschaft hat einen Weg gefunden, Botschaften in Form von Traumvisionen in die Vergangenheit zu senden. Die Technologie soll genutzt werden, um Menschen aus vergangenen Tagen über den drohenden Schrecken zu informieren. Die Visionen erreichen Ayreon, einen blinden Minnesänger im Mittelalter. Die Menschheit der Zukunft hofft nun darauf, dass er die Geschichte ändern kann.

Ayreon wurde der Name des gesamten Projekts. Das zweite Album („Actual Fantasy“) ist eine Sammlung von unabhängigen Songs, die von verschiedenen Themen aus dem Bereich Fantasy und Science Fiction handeln. So wird zum Beispiel die Thematik und Lucassens Eindrücke von Der Name der Rose im Song „Abbey of Synn“ verarbeitet. Das dritte Album („Into the Electric Castle“) wurde eine Rockoper auf zwei CDs. Verschiedene Charaktere aus verschiedenen Epochen der Menschheit müssen sich gemeinsam dem Schrecken des Electric Castle stellen, in dem sie vor eine Reihe von schwierigen Prüfungen gestellt werden. Hier kommt auch zum ersten Mal die außerirdische Rasse der Forever vor.

Die beiden Alben „The Dream Sequencer“ und „Flight of the Migrator“ aus dem Jahr 2000 bilden thematisch einen Komplex und nehmen den Handlungsfaden des Debütalbums aus einer anderen Perspektive auf. Sie schildern die Geschichte eines Marskolonisten, der als einziger den in „The Final Experiment“ thematisierten Krieg überlebt und sich durch eine Maschine, den Dream Sequencer, in verschiedene Epochen der Menschheitsgeschichte und des Universums begibt.

Mit „The Human Equation“ kehrte Lucassen in die Realzeit zurück und produzierte ein Konzeptalbum, welches zwanzig Tage im Leben eines Mannes erzählt, der nach einem Autounfall im Krankenhaus im Koma liegt und einen inneren Konflikt mit seinen Gefühlen austrägt. Jedes Gefühl ist dabei personifiziert und wird, wie auch die Stimme des Mannes selbst und die seiner Frau, durch verschiedene Gastsänger aus bekannten Bands des Genres gesungen. Die Stimme des Freundes des Mannes übernimmt Lucassen selbst. Am Ende des Albums ist wieder die Stimme des Dream Sequencers zu hören, wodurch ein Zusammenhang zu den vorherigen Alben gebildet wird.

„01011001“ erzählt die Geschichte der „Forever“, einer hoch entwickelten außerirdischen Rasse, die den Planeten Y bewohnt und sich mit Hilfe von Maschinen am Leben erhält. Durch diese technologische Abhängigkeit drohen jedoch ihre Gefühle immer weiter zu verkümmern, so dass sie sich dazu entschließen, ihre DNA auf einem vorbeiziehenden Kometen durch Extremophile zu deponieren, der sich auf Kollisionskurs mit der Erde befindet. Der Einschlag des Kometen verändert das Abbild des Planeten und löscht die dort lebenden Dinosaurier aus. Durch die mitgebrachte DNA entwickelt sich eine neue Spezies: die Menschen. Eine Gruppe der „Forever“ gibt sich jedoch mit dem Erreichten nicht zufrieden und schickt ihr technologisches Wissen zu ihren Nachkommen auf die Erde. Dort droht es im Jahre 2084 einen finalen Atomkrieg zu entfachen, der das Ende des Planeten bedeuten könnte. „01011001“ erzählt somit die Vorgeschichte zu „The Final Experiment“. Die binäre Zahl „01011001“ steht für die dezimale Zahl „89“ die im ASCII-Zeichensatz den Buchstaben „Y“ repräsentiert.

Sämtliche Alben, Actual Fantasy ausgenommen, bilden einen langen Erzählfaden, der durch 01011001 vollendet wird. Am 16. September 2008 gab Arjen Lucassen bekannt, ein Compilations-Album mit den wichtigsten Ayreon-Stücken unter dem Namen Timeline zu veröffentlichen.

Unter den Gastsängern, die bisher auf den verschiedenen Alben einzelnen Stücken ihre Stimme geben, sind so bekannte Namen wie Fish (früher Marillion), Damian Wilson (Threshold), Heather Findlay (Mostly Autumn), Mikael Åkerfeldt (Opeth), Floor Jansen (After Forever), Anneke van Giersbergen (The Gathering), Russell Allen (Symphony X), Johan Edlund (Tiamat), Bruce Dickinson (Iron Maiden), Neal Morse (früher Spock’s Beard und Transatlantic), Devin Townsend, Daniel Gildenlöw (Pain of Salvation und The Flower Kings), Jorn Lande (Masterplan), Bob Catley (Magnum), Steve Lee (Gotthard), Timo Kotipelto (Stratovarius), Tom Englund (Evergrey), Hansi Kürsch (Blind Guardian), James LaBrie (Dream Theater), Simone Simons (Epica) und Sharon den Adel (Within Temptation).

Lucassen bedient sich verschiedener Elemente aus der Unterhaltung und kombiniert sie zu einem Ganzen. Ayreon verbindet Musical, Rock, Metal, Oper und Hörspiel.

Diskografie

Chartplatzierungen Erklärung der Daten
Alben
Into the Electric Castle
  NL 49 19.09.1998 (7 Wo.) [1]
Universal Migrator Part 1
  DE 87 05.06.2000 (1 Wo.) [2]
  NL 64 03.06.2000 (3 Wo.) [1]
Universal Migrator Part 2
  DE 90 05.06.2000 (1 Wo.) [2]
  NL 61 03.06.2000 (3 Wo.) [1]
The Human Equation
  DE 50 07.06.2004 (2 Wo.) [2]
  NL 7 29.05.2004 (6 Wo.) [1]
01011001
  DE 18 08.02.2008 (3 Wo.) [2]
  CH 85 17.02.2008 (1 Wo.) [3]
  NL 2 02.02.2008 (9 Wo.) [1]
Singles
Day 11: Love
  NL 39 08.05.2004 (2 Wo.) [1]

Alben

  • 1995: The Final Experiment („Special Edition“ Wiederveröffentlichung 2005)
  • 1996: Actual Fantasy (neu gemasterte Wiederveröffentlichung 2004)
  • 1998: Into the Electric Castle (Wiederveröffentlichung 2004)
  • 2000: Universal Migrator Part 1: The Dream Sequencer (Wiederveröffentlichung zusammen mit Part 2 2004)
  • 2000: Universal Migrator Part 2: Flight of the Migrator
  • 2000: Ayreonauts Only (Compilation)
  • 2004: The Human Equation
  • 2008: 01011001
  • 2008: Timeline (Compilation)

Singles und EPs

  • 1995: Sail Away to Avalon
  • 1996: The Stranger from Within
  • 2000: Temple of the Cat
  • 2004: Day Eleven: Love
  • 2004: Day Sixteen: Loser
  • 2005: Come Back to Me
  • 2008: Elected (EP) (Ayreon vs. Avantasia)

Siehe auch

Andere Projekte und Bands von Arjen Lucassen:

Ehemalige Bands von Arjen:

Einzelnachweise

  1. a b c d e f dutchcharts.nl: Ayreon in den niederländischen Charts (Zugriff am 12. Februar 2008)
  2. a b c d musicline.de: Chartverfolgung Ayreon deutsche Charts (Zugriff am 12. Februar 2008)
  3. hitparade.ch: Chartdiskografie Ayreon in der Schweiz

Weblinks


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