Aytos
Ajtos (Айтос)
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Karte von Bulgarien, Position von Ajtos hervorgehoben
Basisdaten
Staat: Bulgarien
Oblast: Burgas
Einwohner: 25.030 (2005)
Koordinaten: 42° 42′ N, 27° 15′ O42.727.2595Koordinaten: 42° 42′ 0″ N, 27° 15′ 0″ O
Höhe: 95 m
Postleitzahl: 8500
Telefonvorwahl: (+359) 0558
Kfz-Kennzeichen: A
Verwaltung
Bürgermeister: Ewgeni Wrabtschew
Webpräsenz: www.bulgaria.domino.bg/aitos
Ajtos - Bulgarien - Nachbarorte: Burgas, Warna, Dewnja, Schumen, Preslaw, Sliwen, Jambol, Karnobat, Zarewo, Malko Tarnowo

Ajtos [ˈajtos] (bulg. Айтос, andere Schreibweisen auch Aitos und Aytos) ist eine Stadt in Ost-Bulgarien in der Oblast Burgas. Sie befindet sich in der Oberthrakische Tiefebene und in der Nähe des Schwarzen Meeres.

Geschichte

Ajtos wurde von den Thrakern vor über 2500 Jahren unter den Namen Akvilia gegründet. Der Name der Stadt Ajtos kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Adler" (Aetos). Einer Legende nach soll einer von Orpheus Anhängern namens Aetos die Stadt gegründet haben. Im Laufe der Geschichte war sie auch unter den Namen Aetos, Astos, Idos und Akvilia bekannt.

Im Jahre 72 v. Chr. eroberte der römische Feldherr Lucullus die Region.

In der Spätantike und im frühen Mittelalter wurde die Stadt mehrmals von Awaren, Hunnen, Goten, Bolgaren angegriffen und nicht selten zerstört.

Mit der Teilung des Imperii Romani wurde die Region byzantinisch. Als Konstantinopel zur Hauptstadt des Oströmischen Reiches wurde, wurde die bis dahin gesamte entlegene Grenzregion zum Vorhof des neuen Staatszentrums. Die Festung von Aytos nahm einen bedeutenden Rang in der Verteidigung des Landes dar. Sie sicherte einerseits den Pass (heute Ajtos-Pass genannt) hinter Stadt, der durch das östliche Balkangebirge in die Donautiefebene führte und der kürzeste nord-südlicher Weg nach Konstantinopel war. Anderseits sicherte sie in ost-westlicher Richtung die Strasse die Thrakien mit den kaiserlichen Bäder in Aqua Kalidae und dem schwarzmeer Hafen Develtum verband.

Zwischen den Jahren 701 und 718, während der Herrschaft von Khan Tervel wurde die Stadt und die Region Teil des bulgarischen Reiches. Auch als bulgarische Festung, nahm sie einen bedeutenden Rang in der Verteidigung des Landes ein, der einen möglichen Einfall der Byzantiner und später der Kreuzritter und der Osmanen verhindern sollte.

1206 wurde Aetos jedoch vom anrückenden Lateinischen Kaiser Heinrich zerstört. Im Oktober 1366 erhielten hier die Truppen von Amadeus VI. Graf von Savoyen, der im Zuge eines Feldzuges gegen die Türken die bulgarischen Städte zu erobern versuchte, eine herbe Niederlage.

1378 wurde die Stadt von Murat I. erobert und dem Osmanischen Reich zugehörig gemacht. Dabei wurde die Festung zerstört.

Während des Russisch-Türkischen Kriegs 1828/1829 verwandelte General Hans Karl von Diebitsch die Stadt in einen Stützpunkt von strategischer Bedeutung. Nach dem Friede von Adrianopel (1829) flohen deshalb viele Bürger nach Bessarabien. Während des nahezu 100jährigen Prozesses der Bulgarischen Wiedergeburt kämpfte die Bevölkerung von Ajtos für die Einigung und Befreiung Bulgariens. Wassil Lewski (1837-1873), der führende Revolutionär der nationalen Wiedergeburt in Bulgarien, organisierte in der Stadt ein Revolutionskommitee.

Ajtos entwickelt sich mehr und mehr zum Handelszentrum der Region. In dieser Zeit war Ajtos ein multi-ethnische Stadt mit ein jüdisches (großteils aus Spanien vertriebenen sephardischen Juden), armenisches, bulgarisches und türkisches Viertel.

Im Züge des „Russisch-Türkischen Befreiungskrieg“ von 1877/78, endete 1878 formal die osmanisch-türkische Herrschaft über der Stadt. Nach dem Berliner Kongress wurde Aytos jedoch erneut Teil des Osmanischen Reiches und in der autonomen Provinz Ostrumelien bis zu derer Vereinigung (1885) mit dem Fürstentum Bulgarien eingegliedert. Nach der Befreiung wurde jedoch die nah gelegene Hafenstadt Burgas zum neuen administrativen Verwaltungszentrum. In der darauffolgende Zeit wurde Ajtos dem Distrikt Burgas administrativ eingegliedert.

Nach der Balkankriege (1912-1913) wurde Ajtos mit Flüchtlinge (Thrakische Bulgaren) aus Ost-, und Westthrakien überflutet. Aus den Flüchtlingslager dieser Zeit entstanden die heutige Stadtviertel „Hisarja“ und „Strandscha“.

Berühmte Töchter und Söhne

  • Ivana - Sängerin
  • Filip Kutew - Komponist

Weblinks


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