Ayvalik
Ayvalık
Wappen von Ayvalık
Ayvalık (Türkei)
DEC
Basisdaten
Provinz (il): Balıkesir
Landkreis (ilçe): Ayvalık
Koordinaten: 39° 19′ N, 26° 42′ O39.317526.6955555555561Koordinaten: 39° 19′ 3″ N, 26° 41′ 44″ O
Höhe: m
Fläche: 265 km²
Einwohner: 32.782 (2000)
Bevölkerungsdichte: 124 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+90) 266
Postleitzahl: 10 xxx
Kfz-Kennzeichen: 10
Struktur und Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: Hasan Bülent Türközen (CHP)
Webpräsenz (Stadtverwaltung):

Ayvalık (Griechisch Κυδωνίες oder Αϊβαλί) ist eine Kreisstadt in der türkischen Provinz Balıkesir an der Ägäisküste gegenüber der griechischen Insel Lesbos.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Heute

Die Gründung der Stadt geht auf die Ansiedlung äolischer Stämme zurück, die hier einwanderten. Historiker belegen, dass der Name sich auf Äolia/Aiolia zurückführen lässt. Die Stadt hatte eine bemerkenswerte Geschichte und eine Sonderstellung innerhalb des Osmanischen Reiches. Aufgrund militärischer Erfolge wurde der damals griechischen Bevölkerung gestattet, exklusiv in der Stadt zu siedeln, d. h. außer wenigen osmanischen Beamten war es türkischen Landsleuten nicht erlaubt, hier zu siedeln. Im Jahre 1891 lebten 21666 Griechen und 180 Türken in Ayvalik[1].

In Mai 1919 besetzten die Griechen im griechisch-türkischen Krieg Teile der ägaischen Küste. Nach der Niederlage der Griechen im Herbst 1922 gegen die türkische Armee und dem darauffolgenden Bevölkerungsaustausch wurden Griechen aus Ayvalik gegen die Teile der türkischen Minderheiten von den ägaischen Inseln (meist aus Kreta und Lesbos) und aus Nordgriechenland ausgetauscht. Heute wird in Ayvalik, meist auf der Halbinsel Cunda (Ali bey adasi), die zu Ayvalik gehört, teils griechisch gesprochen. Man findet heute in Ayvalik in vielen Restaurants die kretische, griechische und bosnische Küche wieder. In einem kleinen Dorf namens Kücükköy (8 km von Ayvalik) wurden ab 1908 und danach in mehreren Gruppen Flüchtlinge aus Bosnien und dem Sandschak angesiedelt, die heute noch unter sich bosnisch sprechen.

In Ayvalık (gr. "Kydonies") gab es bereits im 19. Jahrhundert eine Druckerei, eine Apotheke und es waren verschiedene Konsulate hier ansässig, unter anderem das deutsche, das französische und das holländische Konsulat. Es gab eine Akademie und verschiedene Gymnasien und Berufsschulen. Die noch existierenden Herrenhäuser lassen den damaligen Wohlstand der Stadt erahnen. Aufgrund der Sonderstellung behielt die Stadt die Steuerrechte, und man musste keine Abgaben an das Osmanische Reich zahlen.

Noch heute finden sich in der Umgebung der Stadt vielfach Überreste griechischer Gebäude und Klöster, die sich teilweise in einem schlechten Zustand befinden. Viele Vereine in Ayvalik fordern mittlerweile von den örtlichen Behörden die Restaurierung der Klöster und Kirchen, um die Kulturgüter der Stadt zu erhalten.

Die Altstadt von Ayvalik bietet die schönsten Beispiele der neo-klassischen Architektur des "Greek Revival". Sehenswert sind besonders die Herrenhäuser an der Küstenstraße.

Einige ehemaligen Kirchen werden heute als Moscheen genutzt und sind daher gut erhalten. Damals wie heute lebt ein großer Teil der Bevölkerung vom Olivenanbau. Mit 2.000.000 Olivenbäumen ist hier das größte Olivenanbaugebiet der Türkei. Die verschiedenen Sorten konkurrieren bereits bestens mit Ölen aus der Toskana. Das ägäische Meer hat immer noch ein reiches Fischvorkommen und somit ist die Fischerei weiterhin erhalten geblieben.

In den nostalgischen und verwinkelten Gassen findet man immer noch Olivenöl-Seifenhersteller. Insbesondere im Winter, wenn die Oliven geerntet und gepresst werden, riecht es sehr nach Ölivenöl in der Stadt.

Jeden Donnerstag findet in Ayvalik ein Basar statt, zu dem auch gerne die Nachbarn aus Lesbos anreisen.

Bekannte Persönlichkeiten

Einzelnachweise

  1. Laut Angaben von Vital Guinet, der vom osmanischen Reich beauftragt worden war, in Anatolien solche Statistiken zu erstellen

Siehe auch


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