Ruschweiler
Ruschweiler
Gemeinde Illmensee
Ehemaliges Gemeindewappen von Ruschweiler
Koordinaten: 47° 52′ N, 9° 22′ O47.8747361111119.3711222222222723Koordinaten: 47° 52′ 29″ N, 9° 22′ 16″ O
Höhe: 723 m
Einwohner: 600
Eingemeindung: 1971
Postleitzahl: 88636
Vorwahl: 07558

Ruschweiler ist eine Ortschaft mit rund 600 Einwohnern in der Gemeinde Illmensee in Baden-Württemberg und grenzt direkt an den Ortsteil Illmensee.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Ruschweiler See

Geographische Lage

Ruschweiler liegt in einer eiszeitlichen Seenplatte mit dem Ruschweiler See, dem Volzer See und dem Illmensee, die vor allem für den Tourismus genutzt wird.

Geschichte

Die früheste Besiedlung Ruschweilers konnte durch nacheiszeitliche Pfahlbauten nachgewiesen werden.

Der Ortsname heißt erst ab etwa dem Jahre 1600 „Ruschweiler“. Um 1227 schrieb es sich „Ruzelinswilare“, ein Jahrhundert später gar „Rustanswiler“ und um das Jahr 1492 „Rutschwyler“.[1]

1645 war Ruschweiler Bestandteil der Grafschaft Heiligenberg. Dem Ruschweiler Amt waren Brunnhausen, Egelreute, Gampenhof, Judentenberg, Neubrunn, Ruschweiler und Volzenhof untergeordnet. Später kamen Andelsbach, Hüttenberg, Illmensee und Pfrungen hinzu.

Ruschweiler war bis 1971 eine selbständige Gemeinde im Landkreis Überlingen, bevor sie sich mit Illwangen und Illmensee zusammenschloss.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Kapelle in Ruschweiler
Gedenksäule für einen hier verunglückten Geistlichen

Die der „Maria, Mutter der immerwährenden Hilfe“ geweihte Kapelle in Ruschweiler wurde im Jahr 1908 erbaut. Die Kapelle dient nicht nur der katholischen Pfarrgemeinde Illmensee-Ruschweiler, sondern wird auch für evangelische Gottesdienste genutzt.

Direkt an der Kirche befindet sich eine ungewöhnliche Gedenksäule, die an den Unfalltod eines örtlichen Pfarrers erinnert.

Der Kapellenvorplatz mit einer Natursteinmauer aus Luzerner Gneis und dem neuen, von Kunstschmiedemeister Peter Klink entworfenen Ruschweiler Dorfbrunnen, wurde 2008 neu gestaltet. Alle Namenswandlungen der Ruschweiler Ortsnamen-Forschung sind auf dem Taillenband des neuen Dorfbrunnen in Metall geschlagen und verewigt.

In Ruschweiler befindet sich ein am 11. September 2005 im Rahmen des damaligen Denkmaltages „Stätten des Erinnerns“ eingeweihtes und zuvor von Ruschweiler Bürgern errichtetes Denkmal. Es erinnert an den jungen Polen Mirtek Grabowski, der im Juli 1941 wegen seiner Liebe zu dem Ruschweiler Mädchen Anna Frirdich von den Nationalsozialisten erhängt wurde.[2] Ganz in der Nähe der Mordstelle, steht auf dem Gedenkstein des Mahnmals eine von Jörg Ehni verfasste Inschrift: Rede Stein! Schweige nicht![3]

Regelmäßige Veranstaltungen

  • In Ruschweiler wird am Funkensonntag ein Funken entzündet.
  • Das Kapellenfest, auch „Käpele-Fest“ genannt, ist ein traditionelle Veranstaltung mit heiliger Messe auf dem Vorplatz der Kapelle und weltlicher Feierlichkeit im Festzelt auf der Huberwiese.[4]

Anmerkung

  1. Platz glänzt zum Fest in neuem Licht. In: Schwäbische Zeitung vom 4. Juli 2008
  2. Jörg Ehni: Der Gedenkstein für Anna Frirdich und Mirtek Grabowski. Gedenkfeier am 11. September 2005. Ruschweiler 2005
  3. Gudrun Beicht (bei): Treffen der Geschichtsfreunde. In: Südkurier vom 26. Juni 2008
  4. Sabine Hug (hug): Kapellenfest lockt viele Gläubige nach Ruschweiler. In: Südkurier vom 12. Juli 2011

Weblinks


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