Azatiwadda

Archäologische Grabungen förderten in der Ruinenstätte Karatepe-Arslantaş (auch Karatepe-Aslantaş) die Burg Azatiwataya des Königs Azatiwataš (auch Azati-wataš, Azatiwadda, Azatiwata) zu Tage. Azatiwataš regierte ab etwa 745 v. Chr. das spätluwische Königreich in der Ebene von Adana bis zur Provinz Osmaniye. Sein Königspalast Azatiwataya befand sich in Karatepe-Arslantaş am Ceyhan in der heutigen Türkei.

Inhaltsverzeichnis

Topografie

Lage

Bei dem Königspalast des Azatiwataš handelte es sich um eine späthethitische Burganlage aus dem 8. Jahrhundert v. Chr., die sich, in den Ausläufern des kilikischen Mitteltaurus, etwa 135 km nordöstlich von Adana befand. Westlich des Burgberges und des Ceyhan-Flusses führte die Karawanenstraße Akyol entlang. Der heutige Arslantaş-Stausee überflutete das dort befindliche Flussbett.

Die Festung

Datei:Karatepe mutter.jpg

Ein innerer und äußerer Mauerring (195×375 m) umgeben den Burgberg, auf dem der Palast stand. Der Zugang erfolgt durch zwei monumentale Toranlagen. Der Palast wurde in vier Bauphasen erstellt. Ein komplexes Entwässerungssystem durchzog den Palastbereich bis in die Befestigungsmauern. Vor dem Palast verlief im südlichen Bereich ein gepflasterter Weg mit einem Kanal, außerdem befand sich hier ein Speichergebäude und ein hallenartiges Bauwerk. Auf der nordwestlichen Terrasse stand ein weiterer Gebäudekomplex. In der Burg stand eine Statue des Wettergottes (Doppelstier) mit einer Inschrift. Die Reliefs und Inschriften tragen luwische Hieroglyphen und phönizische Konsonantenzeichen. Der Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Raoul Schrott vertritt die Ansicht, dass die Festung von Karatepe Homer als Vorbild für dessen Beschreibung Trojas in der Ilias diente [1].

Das Königreich von Azatiwataš

Azatiwataš wurde in sein Königsamt von Urik, dem König von Qu'e, eingesetzt und führt in seiner Inschrift das Haus Mopšos als seine Herkunft an:

„Ich bin Azatiwataš, von Baal gesegnet und Diener Baals….Ich bin der König der Leute von Adana, eingesetzt von Urik/Awarikus….Und das Land von Adana lebte in Frieden und Ruhe. Der Wettergott und die Götter lenkten mich dahin, dass die Festung für alle Zeiten schützen soll die Ebene von Adana und des Mopšos' Haus. Die Götter waren Azatiwataš und dem Haus Mopšos zu Diensten. Wer immer den Namen Azatiwataš aus dem Torweg entfernen sollte oder das Tor zerstört, das Azatiwataš aufbaute, Baal Shamen und EL, der Schöpfer der Erde, und der Sonnengott sollen ihn für immer vernichten.“

Azatiwataš [2]

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. Raoul Schrott: Homers Heimat. Der Kampf um Troia und seine realen Hintergründe. Hanser, München 2008. ISBN 978-3-446-23023-1
  2. Auszüge aus der umfangreichen Gesamtübersetzung von W. Sperlich, S.87f.

Literatur

  • M. Sicker Akman: Auf der Suche nach verschwundenen Zeiten - Die Ausgrabungen des Deutschen Archäologischen Institutes in der Türkei. Deutsches Archäologisches Institut, Istanbul 1999. ISBN 9-7536-3970-8 (türkisch)
  • Halet Çambel, Aslı Özyar: Karatepe - Arslantaş, Azatiwataya und die Bildwerke. Zabern, Mainz 2003. ISBN 3-8053-3085-5
  • Waltraud Sperlich: Die Hethiter - das vergessene Volk. Thorbecke, Ostfildern 2003. ISBN 3-7995-7982-6

Weblinks


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