Aßmannshausen
Assmannshausen
Koordinaten: 49° 59′ N, 7° 52′ O49.9880555555567.867222222222280Koordinaten: 49° 59′ 17″ N, 7° 52′ 2″ O
Höhe: 80 m ü. NN
Einwohner: 980 (30. Juni 2007)
Eingemeindung: 1977
Postleitzahl: 65385
Vorwahl: 06722

Assmannshausen mit knapp 1000 Einwohnern (2006) ist seit der Eingemeindung 1977 ein Stadtteil von Rüdesheim am Rhein und ist die wohl bekannteste Rotweingemeinde in Deutschland. Sie gehört zum Welterbe Oberes Mittelrheintal.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Blick aus 1.000 Meter Höhe
Assmannshausen im Herbst 2006

Assmannshausen liegt im südwestlichen Teil Hessens, der im Süden vom Rhein begrenzt wird. Es gehört zum Rheingau-Taunus-Kreis und zur Region und zum Weinanbaugebiet Rheingau.

Der Ort liegt direkt am Rhein am Eingang zum Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal und am rechtsrheinischen Wanderweg Rheinsteig. Oberhalb von Assmannshausen liegt Aulhausen, den Rhein abwärts kommt man nach Lorch, rheinaufwärts nach Rüdesheim am Rhein.

Geschichte

Sessellift über Assmannshausen

Assmannshausen ist vermutlich eine fränkische Gründung. Der älteste Nachweis ist eine Urkunde des Mainzer Erzbischofs Ruthard aus dem Jahr 1108, die die Schenkung eines Weinbergs zwischen Husen et Hasemannshusen, gemeint ist der Höllenberg, an ein Benediktinerkloster behandelt. Darüber hinaus gibt es nur spärliche mittelalterliche Quellen über den kleinen Ort, der zu Kurmainz gehörte.

1489 ließ Erzbischof Berthold von Henneberg nach den heißen Brom-Lithium-Quellen suchen, die ursprünglich unter dem Flussbett des Rheins lagen und die Keimzelle des Kurorts Bad Aßmannshausen waren. Durch Dämmung des Flusses wurde die Heilquelle gefunden, die als Ass-Quelle noch heute sprudelt. Sie wurde vor allem bei rheumatischen Beschwerden in Form eines Bades angewandt; auch Moorbäder waren im Angebot. Bis 1983 wurde das Wasser in Flaschen weltweit verschickt.

Eine weitere Einnahmequelle des Ortes im Mittelalter war der Bergbau. Abgebaut wurden Manganerze, Schiefer und Quarzit. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Steinbrüche aufgegeben.

In der Rheinromantik im 19. Jahrhundert besuchten zahlreiche Literaten, Dichter, Künstler und Komponisten den Ort, beispielsweise Clemens Brentano, Ferdinand Freiligrath, Hoffmann von Fallersleben, und Robert Schumann; auch Kaiser Wilhelm I., Wilhelm II., Otto von Bismarck und Elisabeth von Österreich-Ungarn (Sissi) waren Gäste.

Von 1970 bis 1977 war Aulhausen ein Ortsteil von Assmannshausen. Das seinerzeitige Aulhauser Wappen zeigt auf der rechten Seite einen Tonkrug mit dem Mainzer Rad.

Im 21. Jahrhundert prägen der Tourismus und der Weinbau als Hauptwirtschaftszweige den Ort. Touristische Attraktionen wie eine Fahrt mit der Seilbahn zum Jagdschloss Niederwald und der schöne Blick über den Rhein lassen alljährlich tausende von Besuchern die Rotweingemeinde besuchen. Der Sessellift ermöglicht einen weiten Ausblick über das Mittelrheintal bei Rüdesheim, Bingen, die Nahe und Bingerbrück. Von der Anhöhe führt ein 30-minütiger Wanderweg zum Niederwalddenkmal. Zur Hauptsaison im Herbst, in der im Ort überall musikalisch untermalter Weinausschank dominiert, ist Assmannshausen auch von Gästen aus Übersee und Japan stark frequentiert. Im Winter sind nur wenige Einrichtungen geöffnet.

Weinbau

Der Rotwein-Anbau bei Assmannshausen mit über 90 % Spätburgunder zwischen dem vom Riesling dominierten Weinanbaugebiet Rheingau und dem Weinbaugebiet Mittelrhein, in dem zu 70 % Riesling und zu 30 % andere Traubensorten angebaut werden, ist singulär am Rhein. Der Spätburgunder wird dort auch Klebrot genannt. Zur Verbesserung der Farbe stehen manchmal rotblättrige Dunkelfelderreben oder die Färbersorte und Geisenheimer Züchtung Dakapo zwischen den dunkelgrün belaubten Spätburgunderreben.

Die alles umfassende Lagebezeichnung in Assmannshausen heißt Großlage Steil, die drei Einzellagen sind:

  • Hinterkirch (15 Hektar), mit steilem Südwesthang
  • Höllenberg (45 Hektar), die Hangneigung beträgt zwischen 30 und 60 %. Der Name hat nichts mit der Hölle zu tun, sondern stammt etymologisch von Halde ab ( 1399: zu der heldin, mittelhochdeutsch: Steilhang). In diese Lage teilen sich die hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach mit ihrer Domäne Assmannshausen sowie ca. 15 gewerbliche und private Winzer.
  • Frankenthal (15 Hektar), mit steilem Südwesthang.
Weinberg (Höllenberg)

Der Höllenberg ist die bekannteste Lage in Assmannshausen.

Die für den Spätburgunder optimalen Böden sind aus wärmespeicherndem Phyllit-Schiefer aufgebaut. Das Mikroklima und die Wasserdurchlässigkeit ergeben einen idealen Standort für die Spätburgunder-Rebe, die in dieser Lage eine lange Tradition hat.

Aus den drei Einzellagen mit einer Gesamtfläche von etwa 70 Hektar gewinnen die Winzer das Lesegut für klassische Spätburgunderweine mit hohen Extrakten und konzentrierten Fruchtaromen.

Bodengeprägte, bukettreiche, elegante, delikate Spätburgunder-Spitzengewächse mit pikanter Säure, samtiger Art und dezentem Mandelaroma, bauen sich mit jedem Lebensjahr aus, werden dabei runder, samtiger, milder und wärmer. Ferner gibt es spritzige, herzhafte und würzige Weißherbste aller Qualitäts- und Prädikatsstufen bis zu feinfruchtigen Beerenauslesen und Eisweinen.

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche Heilig Kreuz
  • Das ehemalige Kurhaus am nördlichen Ortseingang wurde nach der Beendigung der Kuranwendungen im Oktober 1950 an die katholische Kirchengemeinde Assmannshausen verkauft und untersteht dem Bistum Limburg. Es wurde zu einem Alten- und Pflegeheim umgebaut und trägt seitdem den Namen Sankt-Thomas-Morus-Haus
  • Von der ca. zwei Meter dicken Befestigungsmauer, die Kurfürst Berthold von Henneberg 1491 anlegen ließ, sind noch Reste an der Rheinfront zu erkennen.
  • Aus der ehemaligen Treidelstation (1541 erstmals genannt), wo die Pferde gewechselt wurden, die die Rheinschiffe stromaufwärts über die schwierige Passage des Binger Lochs zogen, entstand das Schiffer-Zunfthaus und heutige Hotel und Gasthaus Krone (seit 1808). Es gilt als eines der ältesten Gasthäuser Deutschlands. Dort residierten die Künstler und Schriftsteller der Romantik, die Assmannshausen im 19. Jahrhundert besuchten.
  • Auch innerorts befinden sich Gaststätten in Fachwerkhäusern aus dem 15. und 16. Jahrhundert.

Veranstaltungen

Weblinks

Dokumente


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