6. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment „Kaiser Wilhelm, König von Preußen“
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Das 6. Infanterie-Regiment "Kaiser Wilhelm, König von Preußen" war ein Verband der 12. Infanterie-Brigade der bayerischen Armee. Der Friedensstandort des Regiments war Amberg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Entstehung

Das Regiment wurde am 28. Juni 1725 in Frankenthal durch Kurfürst Carl Philipp zunächst als Land-Bataillon aufgestellt, das bereits von 1698 bis 1703 unter General Rehbinder bestand. Der erste Oberstkommandant (die Bezeichnung Kommandeur wurde erst ab 1872 gebräuchlich) war Franz Albrecht Freiherr von Obentraut, dessen Namen das Bataillon trug (Land-Regiment "Obentraut"). 1733 war das Regiment in 6 Kompagnien zu je 198 Mann gegliedert. Am 6. November 1734 bestand das Regiment noch aus 600 Mann, allein in den nächsten 2 Tagen desertierten 66 Mann. Am 12. Januar 1735 wurde die gesamte Mannschaft wegen der zunehmenden Desertionen entlassen. Ab Juli 1738 verlor das Land-Bataillon seinen Namen. Am 20. April 1739 wurde auf den Resten des Regiments die Aufstellung eines Landmiliz-Bataillons befohlen. Im Juli 1740 wieder auf 493 Mann angewachsen erfolgte im Jahre 1743 eine Aushebung von 86 Mann, um das Bataillon vollständig aufzustellen, aber es wurde wieder wegen zahlreicher Deserteure aufgelöst. Im Herbst 1744 wurde es in Stärke 786 Mann in Mannheim erneut aufgestellt. Am 6. Mai 1746 wurde Johann Franz Adrian Freiherr Marotte von Montigny zum Oberstkommandanten erannt. Am 13. Mai 1746 wurde das Pfalz-Zweibrückener Bataillon des Obersten von Montigny in Stärke 19 Offiziere und 350 Mann mit dem Landbataillon zu einem Regiment zusammengelegt, das in 13 Kompagnien zu je 112 Mann gegliedert war. Am selben Tag wurde Generalleutnant Friedrich Pfalzgraf von Zweibrücken-Birkenfeld zum Inhaber des Regiments ernannt, das zugleich in Regiment zu Fuß "Pfalz-Zweibrücken" umbenannt wurde. Am 6. Februar 1747 wurde die 14. Kompagnie in Stärke 106 Mann errichtet. Am 2. Mai 1747 wurde Oberst Matthias Bertram Deroy zum Oberstkommandant ernannt. Bis zum Jahre 1750 war das Regiment auf 1481 Mann angewachsen. Am 8. Mai 1751 wurde Feldmarschall-Lieutenant Karl II. August Pfalzgraf von Zweibrücken zum Inhaber ernannt, das Regiment hieß ab sofort Infanterie-Regiment "Prinz Karl von Pfalz-Zweibrücken". 1753 wurde das Regiment zum Haus-Regiment im Rang nach dem Garde-Grenadier-Regiment erhoben.

Teilnahme am Siebenjährigen Krieg (1757 bis 1759)

Das Regiment trat mit 2 Bataillone zu je 1 Grenadier- und 5 Musketier-Kompagnien in einer Stärke von 1212 Mann beim Hilfskorps des Generallieutenant Freiherr von Isselbach an. Während das I. Bataillon bei Köln lag, war das II. Bataillon an der Schlacht bei Hastenbeck am 26. Juli 1757 beteiligt. Die Affaire bei Nienburg am 27. Februar 1758 endete mit einer Niederlage, das Regiment erhielt jedoch freien Abzug nach Minden. Am 15. März 1758 wurde das II. Bataillon in Minden in Gefangenschaft und nach Magdeburg geführt. Es kehrte erst im April 1759 zurück.

Von 3. März 1788 bis 26. Dezember 1792 war Oberst Erasmus von Deroy Oberstkommandant des Regiments. Am 18. September 1789 wurde das Regiment gemäß Kurfürstlichen Reskript in 1. Füsilier-Regiment "Herzog Karl" umbenannt, wobei es keine Vorrechte als Haus-Regiment verlor, da es keine besessen hatte. Die Grenadier-Kompagnien wurden in Füsilier-Kompagnien umgegliedert. Am 5. Dezember 1789 erhielt das Regiment eine weiße Leibfahne und drei blaue Fahnen. Auf der Leibfahne war ein Marienbild, auf den übrigen Fahnen das ganze Hauswappen aufgemalt.

1. Reichskrieg gegen Frankreich 1792 bis 1797

Das II. Bataillon (600 Mann) wurde 1792 zum Reichskontingent unter Generalmajor Ferdinand Graf von Minucci, später unter Oberst Graf Nogarola abgestellt. Zunächst wurde es in Mainz eingesetzt, wo es während der Belagerung von Mainz im Mai/Juni 1753 4 Gefallene und 5 Verwundete zu beklagen hatte. Am 26. Juli 1793 lag das Regiment, zu einem kombinierten Regiment verstärkt, in Stärke 1670 Mann bei Landau in der Pfalz, von denen 3 Offiziere und 145 Mann erkrankt waren, 11 Mann gingen von der Fahne. Zu den Gefechten an den Weißenburger Linien und bei Fort St. Louis im Oktober 1793 wurden keine Einzelheiten bekannt. Bei Fröschweiler und Wörth erlitt das Regiment vom 14. bis 22. Dezember 1793 Verluste an 5 Gefallenen, 27 Verwundeten und 16 Vermissten. Bei Kaiserslautern im September 1794 eingesetzt war über Verluste wenig bekannt, die Stärke betrug seinerzeit 14 Offiziere, 29 Unteroffiziere und 397 Mann. Während der zweiten Belagerung von Mainz vom 14. November 1794 bis 2. Februar 1795 wurden 1 Mann im Gefecht getötet und 8 Mann verwundet, jedoch waren vom pfälzischen Kontingent 2 Offiziere und 116 Mann an Krankheiten verstorben, 343 Kranke waren in den Spitälern von Mainz untergebracht. Am 23. April 1795 wurde Generalieutenant Herzog Wilhelm zu Pfalz-Birkenfeld zum Inhaber ernannt, wobei ab demselben Tag das Regiment den Namen 1. Füsilier-Regiment "Herzog Wilhelm" führte. Im Juni 1796 sollte das Regiment 1300 Mann Ersatz erhalten, von denen jedoch bereits 302 Mann desertiert sind. Im August 1796 fielen beim Rückzug über Isar und Donau 277 Mann in die Hände der Franzosen. In der Schlacht bei Geisenfeld am 1. September 1796 fielen 8 Mann und 50 Mann wurden verwundet. 158 Mann galten als vermisst. Nach der Schlacht bei Biberach am 2. Oktober 1796 verlor das Regiment 2 Offiziere und 189 Mann , die in der Masse in französische Gefangenschaft gerieten, das Regiment hatte am Ende des 1. Reichskrieges noch 315 Gewehre.

Am 27. Mai 1799 wurde das Regiment im Zuge der Armeereduktion auf ein Bataillon vermindert, das die Bezeichnung Bataillon "Efferen" führte.

2. Reichskrieg gegen Frankreich 1799 bis 1801

Das I. Bataillon wurde in Stärke 22 Offiziere und 959 Mann der 1. Brigade unter Generalmajor von Deroy, im weiteren dem Subsidienkorps unterstellt.

Koalitionskriege

Feldzug gegen Russland 1812

Feldzug gegen Frankreich 1813 bis 1815

Krieg gegen Preußen 1866

Deutsch-französischer Krieg 1870/1871

Erster Weltkrieg

1914

Das Regiment war zu Beginn des Krieges der 12. Infanterie-Brigade/6. Infanterie-Division/III. Armee-Korps/6. Armee unterstellt und zunächst im Raum Remilly eingesetzt. Am 20. August 1914 trat das Regiment gegen Teile der französischen 68. Reserve-Division bei Delme zum Angriff an und stieß bis zur Seille vor. Im Zuge der Verfolgung als Flankenschutz verwendet wurde es am 11. September aus der Front vor Nancy herausgelöst und westlich von Metz verlegt. Am 19. September 1914 griff das Regiment über Chambley in Richtung Vigneulles an und nahm noch am selben Tag die Maashöhen. Bis zum 25. September 1914 eroberte es St. Mihiel. Die Maasbrücke konnte genommen und die Ortschaft Chauvoncourt genommen werden. Das III. Bataillon war am Sturm auf das Camp des Romains am 25. September morgens, das nach heftigem Widerstand aufgab. Die Besatzung wurde in Gefangenschaft geführt.

1915

Im Wald von Ailly versuchten die Franzosen durch Minenstollen und Sappen sich taktische Vorteile zu verschaffen, die jedoch durch einen wohlvorbereiteten Gegenangriff der 6. Infanterie-Division (unter Beteiligung der 7. und 8. Kompanie im darür aufgestellten gemischten Infanterie-Regiment "Carl") vereitelt wurden.

1916

Nachdem am 2. und 3. August 1916 die Franzosen das Dorf Fleury wieder zurückerobert hatten, trat das Regiment mit Teilen des 13. Infanterie-Regiments am 4. August 1916 zum Gegenstoß an und konnte hier die Ausgangslage wiederherstellen. Nach den Kämpfen vei Verdun aus der Front herausgelöst wurde das Regiment ohne Erholung in die Linie nördlich Flers geworfen, wo es, I. Bataillon links, II. Bataillon rechts, III. Bataillon als Reserve, die Angriffe der Engländer bis 25. September 1916 noch abweisen konnte. Am darauf folgenden Tag brachen die Engländer unterstützt durch Tanks in die Stellungen des Regiments ein und zerschlugen es. Am 30. September 1916 wurden die Reste des Regiments herausgelöst.

1917

Das III. Bataillon wurde als Reserve während der Frühjahrsschlacht bei Arras (2. April bis 20. Mai 1917) unter dem Kommando der 1. Reserve-Division eingesetzt. Bereits am 9. April 1917 wurde das Bataillon an die Bahnlinie Bailleul - Farbus geworfen, um einen englischen durchbruch zu verhindern. Das Regiment wurde während der Flanderschlacht (27. Mai bis 3. Dezember 1917) bei Langemarck eingesetzt. Am 4. Oktober 1917 kann es trotz heftiger englischer Angriffe die Stellungen südlich Koekhuyt halten.

1918

Das Regiment stand am Ende des Krieges (11. November 1918) an der belgisch-französischen Grenze bei Maubeuge. Von dort verlegte es über die Hohe Venn und Bonn in den Raum Siegen.

Tradition nach 1918

Die Tradition des Regiments übernahm in der Reichswehr die Ausb. Kompanie des (bayerischen) Infanterie-Regiments 20 in Amberg.

Literatur

  • Konrad Krafft von Dellmensingen, Friedrichfranz Feeser, "Das Bayernbuch vom Weltkriege 1914-1918", I. Band, Chr. Belser AG, Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1930
  • Günter Wegner, Deutschlands Heere bis 1918, Band 10 Bayern, Biblio Verlag, Osnabrück 1984

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