Aššur-nasir-apli II.

Aššur-naṣir-apli II. (Aschschur-naṣir-apli, auch Assur-nasirpal) regierte als assyrischer König von 883-859 v. Chr. und war Sohn des Tukulti-Ninurta II.

Die Inschriften zeigen einen Herrscher, dessen Härte und Häufen von Strafgerichten beispiellos in der antiken Geschichte ist. Die Haut rebellischer Vasallen wurde abgezogen und über die Stadtmauer gehängt, verschiedenste Gliedmaße wurden abgeschlagen, Pfählen und das Verbrennen der Gefangenen ist belegt. Die Hinrichtungen wurden auf Reliefs verewigt. Allerdings ist fraglich, ob sie die Realität darstellen.

Feldzüge führte Aššur-naṣir-apli u.a. gegen Babylon und Urartu. In einem Feldzug gegen die Aramäer wurden 300 Talente Eisen als Kriegsbeute erwähnt, die den wirtschaftlichen Aufschwung der Aramäer deutlich machen.

Die Berichte seiner Eroberungen sind in stark übertreibenden Phrasen geschrieben. So wird die flache Gebirgsgruppe des Gebel Bisri südwestlich des Euphrat als hohe Berge, deren Spitzen die Vögel nicht erreichen beschrieben.

Die hohen Tribute und die Beute wurden benötigt, um Bauvorhaben in Assur, Ninive und Kalchu zu finanzieren. Aššur-naṣir-apli verlegte die Hauptstadt von Assur nach Kalchu. Die Einweihung von Kalchu wurde zehn Tage lang gefeiert. Anwesend waren rund 70.000 Gäste (Assyrer, Fremde aus mindestens zwölf Ländern, darunter Sidon, Tyros, Muṣaṣir, Kumme, Gurgum, Gilzanu und Melidu), wie auf der Bankett-Stele beschrieben. Der Palast besaß auch einen prächtigen Garten.

Aššur-naṣir-apli führte auch Verwaltungsformen durch. Ein eng gespanntes Botennetz erlaubte ein schnelle Nachricht von Aufständen, die so im Keim erstickt werden konnten. Unter Aššur-naṣir-apli II. wurden die Deportationen in großem Stil ausgeweitet. Das assyrische Reich gewann unter ihm wieder die Ausmaße der Zeit von Tukulti-apil-Ešarra I.

Sein Nachfolger war sein Sohn Salmanassar III.

Literatur

  • Dietz Otto Edzard: Geschichte Mesopotamiens, C.H.Beck Verlag München 2004, ISBN 3-406-51664-5



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