6. Sinfonie (Prokofjew)

Die Sinfonie Nr. 6 in es-Moll, Opus 111 von Sergei Sergejewitsch Prokofjew (uraufgeführt in Leningrad am 11. Oktober 1947) ist das tragische Pendant zur Fünften Sinfonie und steht zu dieser im gleichen Verhältnis wie Schostakowitschs Achte zu dessen Siebenter.

Den generell affirmativen, heroisch-patriotischen und musikalisch zugänglichen Charakter des Vorgängerwerks nahm der Komponist mit der Begründung zurück, nach der Freude über den Sieg im „Großen vaterländischen Krieg“ in dieser Sinfonie auch der schrecklichen Verluste zu gedenken, die dieser verursacht hatte. Zudem besaß die Opuszahl 111 für den lange Zeit auch als Pianisten berühmten Komponisten eine wichtige persönliche Bedeutung: Er verehrte die Klaviersonate Nr. 32 von Ludwig van Beethoven derart, dass er in seiner Zweiten Sinfonie bereits deren Struktur übernommen hatte. Das Werk besteht aus drei Sätzen und erinnert darin an die Sinfonien Arthur Honeggers. Die Gesamtdauer beträgt etwa 35 Minuten.

  1. Allegro moderato, frei aufgebauter, lyrisch-trauriger Kopfsatz, der auf eine Reihe von dissonanten, martialischen Höhepunkten zusteuert
  2. Largo, tragischer langsamer Satz
  3. Vivace, freudetrunkener Taumel, der in einen Zusammenbruch mündet.

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • 6. Sinfonie (Mjaskowski) — 6. Sinfonie Untertitel mit Schlusschor ad libitum Tonart es Moll Opus 23 Satzbezeichnungen I Poco largamente ma allegro II Presto tenebroso III Andante appasionnato IV Allegro molto vivace Gesamtdauer ca. 65 Minuten …   Deutsch Wikipedia

  • 1. Sinfonie (Prokofjew) — Die Sinfonie Nr. 1 in D Dur, Opus 25 (komponiert 1916–17, uraufgeführt am 21. April 1918 in Petrograd) ist zugleich die kürzeste und die bekannteste Sinfonie von Sergei Sergejewitsch Prokofjew. Neben der Fünften taucht sie als einzige in der… …   Deutsch Wikipedia

  • 2. Sinfonie (Prokofjew) — Inhaltsverzeichnis 1 Entstehungsgeschichte 2 Besetzung 3 Erster Satz: Allegro ben articolato 4 Zweiter Satz: Tema con variazioni …   Deutsch Wikipedia

  • 4. Sinfonie (Prokofjew) — Die Sinfonie Nr. 4, in C Dur von Sergei Sergejewitsch Prokofjew existiert in zwei Fassungen: Opus 47, komponiert 1929 1930, uraufgeführt am 30. November 1930 vom Boston Symphony Orchestra unter der Leitung von Sergei Kussewizki. Opus 112, die… …   Deutsch Wikipedia

  • 5. Sinfonie (Prokofjew) — Die Sinfonie Nr. 5 in B Dur, Opus 100 (komponiert 1944, uraufgeführt in Moskau am 13. Januar 1945) ist die größtangelegte und klanglich mächtigste der sieben Sinfonien von Sergei Sergejewitsch Prokofjew. Nach der „Klassischen“ ist sie sein… …   Deutsch Wikipedia

  • 3. Sinfonie (Prokofjew) — Die Sinfonie Nr. 3 in c Moll, Opus 44 (komponiert 1928, uraufgeführt in Paris am 17. Mai 1929, Dirigent: Pierre Monteux) ist die musikalisch problematischste und, trotz anfänglichem Erfolg, am seltensten aufgeführte der sieben Sinfonien von… …   Deutsch Wikipedia

  • 7. Sinfonie (Prokofjew) — Die Sinfonie Nr. 7 in cis Moll, Opus 131 (komponiert 1951, uraufgeführt am 11. Oktober 1952 in Moskau) ist die letzte Sinfonie von Sergei Sergejewitsch Prokofjew. In ihr kehrt der Komponist zu der instrumentalen Durchsichtigkeit und der… …   Deutsch Wikipedia

  • Sinfonie in h-Moll — Überblick über den Stand der Artikel zu einzelnen Sinfonien, alphabetisch nach Komponisten geordnet. Beinamen und Tonartangaben, die nicht vom jeweiligen Komponisten stammen, sind in [eckigen Klammern] angegeben. A Abel, Carl Friedrich Kleine… …   Deutsch Wikipedia

  • Sinfonie — Die Sinfonie oder Symphonie (von griechisch σύμφωνος sýmphōnos ‚zusammenklingend‘, ‚harmonisch‘, auch ital. Sinfonia)[1] ist eine seit Beginn des 17. Jahrhunderts gebräuchliche Bezeichnung für Instrumentalwerke von über die Jahrhunderte… …   Deutsch Wikipedia

  • Sergei Prokofjew — in New York, 1918 Sergei Sergejewitsch Prokofjew (russisch Сергей Сергеевич Прокофьев, wiss. Transliteration Sergej Sergeevič Prokof ev; * 11. Apriljul./ 23. April 1891greg …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”